Nahversorgung Dauerhafter Leerstand in der Ladenzeile im Teutonenweg, Ecke Quadenweg. Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten sind im Krähenweg oder am Tibarg. Für ältere Menschen häufig ein zu langer Fußweg Foto: ngo

Nahversorgung Dauerhafter Leerstand in der Ladenzeile im Teutonenweg, Ecke Quadenweg. Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten sind im Krähenweg oder am Tibarg. Für ältere Menschen häufig ein zu langer Fußweg Foto: ngo

Kommt der Bürgerbus?

Da die Bevölkerung im Niendorfer Osten zunehmend älter wird, braucht es dort mehr Mobilität

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Keine Geschäfte und lange Fußwege zu Bushaltestellen: Die schlechte Infrastruktur in Niendorf-Ost ist besonders für Ältere ein Problem. Im Auftrag der Kommunalpolitik hat das Bezirksamt Eimsbüttel die Bedürfnisse der Anwohner abgefragt.

Die Ergebnisse seiner Befragung stellte Dr. Michael Freitag im Regionalausschuss Lokstedt vor. Er ist als Regionalbeauftragter des Bezirksamts Eimsbüttel auch für den Stadtteil Niendorf verantwortlich.

Besonders die Themen Mobilität, Nahversorgung, Altsein/ -werden und Lebensqualität bewegen die Bürger auch in Niendorfs Osten besonders. Zwar bestehe trotz Fluglärm und der schlechten Anbindungs- und Versorgungslage hier eine hohe Zufriedenheit mit der persönlichen Lebensqualität, so Freitag. Doch gerade für Ältere, die nicht mehr gut zu Fuß sind und kein Auto fahren, werden Einkäufe, Arztbesuche und Sozialkontakte zum Problem.

Immer älter

Und die Zahl der älteren Menschen nimmt zu: 2017 lebten zwischen Garstedter Weg und Flughafen, Burgunderweg, Hasenheide und Swebenweg 4807 Menschen. Davon waren 1362 mehr als 65 Jahre alt. Die Zahl der über 80-Jährigen ist in den vergangenen zehn Jahren um 85 Prozent gestiegen.

Anbindung Die Haltestellen der Buslinie 191 östlich im Garstedter Weg sind laut HVV und Wirtschaftsbehörde ausreichend. In der Praxis liegen sie für mobilitätseingeschränkte Menschen aber zu weit entfernt Foto: ngo

Anbindung Die Haltestellen der Buslinie 191 östlich im Garstedter Weg sind laut HVV und Wirtschaftsbehörde ausreichend. In der Praxis liegen sie für mobilitätseingeschränkte Menschen aber zu weit entfernt Foto: ngo

Der Satz eines Anwohners „Wir möchten hier gern alt werden, aber viele haben Angst davor, hier alt zu werden,“ bringe die Situation für viele Menschen in Niendorf-Ost auf den Punkt, so Freitag. Trotz einiger Anläufe von Politik und Verwaltung ist eine Wiederansiedlung von Geschäften, der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) oder die Einführung von Sammeltaxis bislang gescheitert.

Um die Perspektiven für einen selbstbestimmten und mobilen Alltag für ältere Menschen künftig zu verbessern, schlägt Freitag das Konzept der Bürgerbusse vor. Dieser Tür-zu-Tür-Service funktioniere bereits in anderen deutschen Kommunen sehr gut.

Noch in diesem Jahr soll ein Experte, der bereits in anderen Kommunen die Einführung von Bürgerbussen begleitet hat, im Regionalausschuss Lokstedt das soziale Projekt als alternatives Angebot zu ÖPNV oder  Car-Sharing vorstellen und die Realisierungschancen für Niendorf-Ost bewerten, sagt Michael Freitag.   ngo

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