Am Usutu-Virus erkrankte Amsel: Infizierte Vögel wirken offensichtlich krank, apathisch, flüchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage Foto: NABU/Beusch

Am Usutu-Virus erkrankte Amsel: Infizierte Vögel wirken offensichtlich krank, apathisch, flüchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage Foto: NABU/Beusch

Virus verursacht Amselsterben in Hamburg

Nach Süddeutschland hat sich das Usutu-Virus nun auch schon im Norden Deutschlands ausgebreitet

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Einigen Niendorfern, Lokstedtern und Schnelsenern ist es in den vergangenen Wochen schon aufgefallen: Irgendwie waren dieses Jahr weniger Amseln auf Wiesen, Beeten und Wegen unterwegs.

 

Den ganzen Sommer über gab es deutlich weniger den typischen Reviergesang der Amselmännchen zu hören. Jetzt bestätigte der NABU, dass das „Amselsterben“ dieses Jahr Hamburg erreicht hat. Verursacher des Vogelsterbens ist offenbar der exotische Usutu-Virus. „Wir haben seit Anfang August bereits 55 telefonische Meldungen von Usutu-Verdachtsfällen in Hamburg erhalten“, so Marco Sommerfeld, Referent für Vogelschutz beim NABU Hamburg. „Ich gehe davon aus, dass der warme Sommer die Ausbreitung des ursprünglich exotischen Virus begünstigt hat.“

Der Virus, der das Vogelsterben verursacht, heißt Usutu und ist seit 2011 bei Ornithologen und Tropenmedizinern bekannt. Infizierte Vögel wirken offensichtlich krank, apathisch, flüchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage. Fast immer sind es Amseln, bei denen diese Krankheit festgestellt wird, weshalb die Usutu-Epidemie auch als „Amselsterben“ bekannt wurde.

Mithilfe ist nötig

NABU und Tropenmediziner bitten die Bevölkerung, kranke oder verendete Tiere unter www.nabu.de/usutu-melden zu melden und möglichst zur Untersuchung einzusenden. Lars Lachmann, Vogelexperte vom NABU Bundesverband: „Leider kann man Usutu-Infektionen weder verhindern noch behandeln. Es bleibt lediglich die einmalige Chance zu nutzen, die Auswirkungen einer für Deutschland neuen Vogelkrankheit auf wildlebende Vogelarten zu dokumentieren und deren Folgen abzuschätzen. Ziel ist es, neuartige Gefährdungsursachen für Vogelarten mit anderen Bedrohungen wie Klimawandel und Lebensraumverlust vergleichen und beurteilen zu können.“

Tote Vögel sollen nur mit Schutzhandschuhen oder einer umgestülpten Plastiktüte gegriffen werden. „Der Mensch kann durch das Usutu-Virus infiziert werden, aber – wie bei den meisten durch Stechmücken übertragenen Viren – kommt es nur sehr selten zu schweren Erkrankungen“, erklärt Dr. Renke Lühken. cc

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