Umstritten Der Bönningstedter Funkturm der Telekom steht direkt an der Landesgrenze, nur wenige Meter vom ersten Hamburger Wohnhaus (li.) entfernt

Umstritten Der Bönningstedter Funkturm der Telekom steht direkt an der Landesgrenze, nur wenige Meter vom ersten Hamburger Wohnhaus (li.) entfernt

Messungen liegen unterhalb des Grenzwerts

Aber Anwohner fragen sich, ob die Telekom auch wirklich richtig gemessen hat und fürchten, dass sich die Strahlung zukünftig weiter erhöht

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Der Kampf um einen neuen Standort für den Funkturm an der Landesgrenze geht weiter. Die Telekom hat die Strahlung in dem betroffenen Gebiet gemessen. Scharfe Kritik daran kommt vom BUND.

 

Im Fall des umstrittenen Funkturmes im Bönningstedter Weg hat Thomas Fannasch, Kommunalbeauftragter der Telekom, die Strahlung an zehn Standorten im Märchenviertel gemessen und damit die Forderung der Bürgerinitiative (BI) „Funkturm Landesgrenze Schnelsen“ und der „Allianz Schnelsen Nord“ (ASN) eingelöst. Der neue Funkturm, der die bisherige Sendeanlage am Teufelssee ersetzen soll, wird laut Fannasch voraussichtlich im ersten Quartal 2019 in Betrieb gehen. Danach werde es eine zweite Vergleichsmessung geben, versicherte Fannasch.

Mess-Gerät Die Messungen wurden mit dem Narda SRM 3000 durchgeführt Fotos: ngo

Mess-Gerät Die Messungen wurden mit dem Narda SRM 3000 durchgeführt Fotos: ngo

Zu den Details des Mess-Verfahrens und der Frage, welche elektromagnetische Strahlung überprüft wurde, verweist Fannasch an die Telekom-Pressestelle. Sprecherin Stefanie Halle beantwortet die Wochenblatt-Nachfrage so: „Das Messgerät Narda SRM 3000 misst hochfrequente elektromagnetische Felder. Vor Ort wurde der Messbereich von 75MHz bis 3GHz betrachtet. Alles was in diesem Frequenzspektrum vor Ort als elektromagnetisches Feld vorhanden war, wurde gemessen. Dazu gehören auch die Mobilfunktechnologien, Behördenfunk, WLAN und weitere.“

Zweifel werden laut

Die „Allianz Schnelsen Nord“ hat die Messwerte auf ihrer Homepage dokumentiert. „Die zehn Mess-Werte bewegen sich laut Telekom-Mitarbeiter Fannasch mit bis zu 715 Millivolt pro Meter zwar unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes. Aber wurde auch richtig gemessen?“ fragt ASN-Sprecher Flügge. Das bezweifelt auch der BUND Hamburg. Denn diese Mess-Werte stellen laut Michal Mumm vom Arbeitskreis Elektrosmog nur eine Momentaufnahme dar (siehe Interview rechts).

Für die Anwohner sind die Werte langfristig nicht beruhigend. „Mit Blick auf Anwendungen wie LTE, UMTS und GSM sowie kommende Technologien wie 5G müssen wir die Funkstrahlung in Nähe von Wohnhäusern und ihre langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit weiterhin kritisch betrachten. Die Strahlung wird ja zukünftig eher mehr,“ sagt Heinrich Flügge. BI-Mitglied Ralph Kessler, der mit seiner Familie nur knapp zwölf Meter vom Funkturm lebt, klagt mittlerweile gegen die Baugenehmigung. ngo

 

Mess-Werte der Telekom im Märchenviertel vom 17.9.: www.asn-news.de; 26. Bundes-Immissionsschutzverordnung unter Kurz-Url https://bit.ly/2QOpcsP

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