Gefahrguttransporte Mit Freigabe der Weströhre des Schnelsen-Deckels müssen Lkw mit gefährlichen Gütern die A7 verlassen und durch Schnelsen fahren Foto: ngo

Gefahrguttransporte Mit Freigabe der Weströhre des Schnelsen-Deckels müssen Lkw mit gefährlichen Gütern die A7 verlassen und durch Schnelsen fahren Foto: ngo

Rollende Zeitbomben?

A7-Tunnel für Gefahrguttransporte gesperrt - nun fahren sie durch Schnelsen

Archiv| Views: 419

Anwohner in Schnelsen sind verunsichert. Seit Mitte Juni fahren vermehrt Gefahrguttransporter über die  Holsteiner Chaussee und Oldesloer Straße statt auf der Autobahn zu bleiben.

 

Der Grund: Seit Freigabe der Weströhre des A7-Lärmschutztunnels ist dieser für Lkw mit gefährlichen Gütern gesperrt. Das gilt für die gesamte Bauzeit. Stattdessen müssen Gefahrguttransporter die A7 in HH-Eidelstedt verlassen und durch Schnelsen fahren. Dazu gehören auch die täglichen Kerosin-Transporte zum Hamburg Airport.

Holger von Appen, der an der Kreuzung Halstenbeker Straße, Holsteiner Chaussee wohnt, kennt das Problem. Der Schnelsener war viele Jahre Mitarbeiter einer großen Mineralölfirma. „Die Anzahl der Gefahrguttransporte von der Raffinerie Heide zum Flughafen liegt bei 30 bis 40 Transporten pro Woche. Der Mittelwert liegt etwa bei 1,2 Millionen Liter Kerosin täglich,“ schätzt er. Genaue Zahlen gibt der Flughafen auf Wochenblatt-Nachfrage mit Verweis auf eine EU-Sicherheitsvorschrift nicht bekannt.

Rettungswache fehlt

Familie Bertschat, die in der Holsteiner Chaussee wohnt, sieht die Gefahrguttransporter von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr, teils im Minutentakt. Angst haben Jörg und Sandra Bertschat vor einem möglichen Unfall. „Was passiert, wenn so ein Transporter in einen der Straßengräben fährt?“, fragt sich der Familienvater, auch mit Blick auf die vielen Schüler, die in der Holsteiner Chaussee unterwegs sind. Problematisch: es gibt immer noch keine städtische Feuer- und Rettungswache in Schnelsen (siehe Seite 3).

Die Hamburger Behörde für Inneres und Sport teilt diese Befürchtungen nicht. Für Behördensprecher Frank Reschreiter ist wichtig: Bei einem Unglücksfall in Schnelsen könne die Feuerwehr Stellingen den Unglücksort innerhalb von acht Minuten erreichen.

Hans-Gerd Beyer, der in der Oldesloer Straße lebt, sieht die Gefahrguttransporte ebenfalls kritisch: „Ich verstehe, dass es auf unseren Straßen während der Baumaßnahmen mehr Verkehr, auch von Gefahrengütern, gibt. Aber warum werden wir Anwohner darüber nicht vorab informiert?“

Die betroffenen Anwohner hoffen, dass nach Beendigung aller Baumaßnahmen die Gefahrguttransporte wieder über die A7 fahren werden. Das ist aber unklar. „Eine Entscheidung steht final noch aus. Dazu werden derzeit Gutachten erstellt, wobei auch die Umleitungsstrecken betrachtet werden,“ sagt Frank Reschreiter von der Innenbehörde auf Wochenblatt-Nachfrage. Mit diesen Auswirkungen des Tunnel-Baus hatten die Schnelsener nicht gerechnet.   ngo

 

Das sagen Schnelsener zum Thema Gefahrguttransporte

Sorge Jörg Bertschat fragt sich, was passiert, wenn ein Gefahrguttransporter in der Holsteiner Chaussee verunglückt, zumal es immer noch keine städtische Feuer- und Rettungswache in Schnelsen gibt

Sorge Jörg Bertschat fragt sich, was passiert, wenn ein Gefahrguttransporter in der Holsteiner Chaussee verunglückt, zumal es immer noch keine städtische Feuer- und Rettungswache in Schnelsen gibt Foto: ngo

Gefahrenpunkte Holger von Appen beobachtet mit Sorge die Blechlawine auf der Holsteiner Chaussee, auch mit Blick auf die Schüler, die entlang der Bundesstraße fahren Foto: ngo

Gefahrenpunkte Holger von Appen beobachtet mit Sorge die Blechlawine auf der Holsteiner Chaussee, auch mit Blick auf die Schüler, die entlang der Bundesstraße fahren Foto: ngo

Keine Transparenz Hans-Gerd Beyer sieht von seinem Fenster aus die Gefahrguttransporter, die auf der Oldesloer Straße unterwegs sind. Ihn ärgert, dass die Anwohner nicht über die Verkehrsmaßnahmen informiert werden Foto: ngo

Keine Transparenz Hans-Gerd Beyer sieht von seinem Fenster aus die Gefahrguttransporter, die auf der Oldesloer Straße unterwegs sind. Ihn ärgert, dass die Anwohner nicht über die Verkehrsmaßnahmen informiert werden Foto: ngo

Comments are closed.