Carrel Segner Foto: privat

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Nur als Gemeinschaft stark!

Die akribische Arbeit hinter dem Tor – Jugendfußball beim Niendorfer TSV

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Mit über 800 Kindern und jugendlichen Spielern in rund 50 Mannschaften ist die Jugendabteilung der NTSV Fußballsparte vergleichsweise breit aufgestellt.

 

Die B- und C-Jugend spielt seit Jahren kontinuierlich in der Regionalliga. Die A-Jugend unter Trainer Andreas Prohn konnte letzte Saison sogar die Bundesliga halten – einmalig für einen Breitensportverein ohne eigenes Nachwuchsleistungszentrum. Sportredakteurin Angela Preuß spricht mit Fußball-Abteilungsleiter Carrel Segner über Aufbau, Strukturen und Ansprüche in der Jugendarbeit des Vereins.

 

Niendorfer Wochenblatt: Herr Segner, über 800 junge Fußballspieler in einem Breitensportverein, wie kriegt man das sportlich organisiert?

Carrel Segner: Unser Trainer- und Betreuerfundament ruht zum Großteil auf Ehrenämtern. Die sportliche und administrative Leitung erfolgt durch einen kleinen Vorstandskreis mit klaren Zuständigkeiten und kurzen Dienstwegen. Seit ungefähr vier Jahren haben wir  außerdem Koordinatoren, übergeordnete Trainer für alle Altersgruppen, die kompetente und persönliche Ansprechpartner bei allen Fragen rund um die Jugendmannschaften sind. Dennoch klafft nach dem Rücktritt von Jugendleiter Michael Imme zu Beginn der Sommerferien eine Lücke, besonders in der Koordination des Breitensports.

 

NW: Gibt es eine durchgängige sportliche Ausrichtung?

Segner: Unsere sportliche Ausrichtung ist ganz klar, in der A-, B- und C-Jugend immer mindestens Regionalliga zu spielen, was uns durch unsere nachhaltige Arbeit auch seit Jahren erfolgreich gelingt.

 

NW: Wie erreicht man dieses Niveau als Breitensportverein?

Segner: Das ist ein langer Prozess und akribischer Arbeit geschuldet. Hierzu gehören ein gutes Netzwerk und der Austausch mit anderen Vereinen. Ebenso die altersgerechte Ausbildung der Kinder und Jugendlichen mit der entsprechenden sozialen und pädagogischen Kompetenz. Hierbei vergessen wir trotz aller Leistungsbereitschaft nicht den Spaß den dieses Hobby mit sich bringen soll. Uns ist wichtig, bis runter in die jüngsten Jahrgänge Trainer mit DFB-Lizenz und entsprechender Befähigung einzusetzen – daran arbeiten wir stetig.

 

NW: Wie sieht diese unterschiedliche Ansprache im Alltag aus?

Segner: Ein 4-Jähriger braucht in der Spielgruppe ein ganz anderes Handling als spätere Jahrgänge wo dann Ergebnisse zählen. Am Anfang geht es in der Fair Play Liga darum zu spielen, Spaß am Ball zu finden. Die D-Junioren vom Jahrgang 2006 bis 2007 sind hingegen am Zenit ihrer Leistungsaufnahme, dieser Jahrgang wird auch das „goldene Alter“ genannt. Hier  gilt es Spielsituationen zu antizipieren, sportmotorische Fähigkeiten und die Auffassungsgabe zu verfeinern. Ab diesen Jahrgängen bezeichnen wir unsere ersten und zweiten Mannschaften als Leistungsteams. Wie beim DFB fachlich richtig im und über den Jahrgang hinaus zu agieren ist unser Ziel. Unsere U19 Bundesligamannschaft ist beispielsweise seit dieser Saison der Oberliga Herrenmannschaft unterstellt, um schon jetzt die Anbindung der Spieler für zukünftige Aufgaben in den Herrenteams zu ebnen.

 

NW: Ist es nicht manchmal schwierig, von Spielgruppe bis Bundesliga allen Mannschaften gerecht zu werden?

Segner: Das ist nicht immer einfach, aber wir müssen und wollen allen gerecht werden. Das ist ja auch unser Auftrag als Breitensportverein, wir sind kein Nachwuchsleistungszentrum wie der HSV oder St. Pauli. Dennoch sind wir stolz, im Jugendbereich bei Meisterschaften quasi auf Augenhöhe, beispielsweise mit St. Pauli, zu spielen. Das ist auch der Verdienst unserer zahlreichen gut aufgestellten und mit dem Verein sehr verbundenen Trainer. An dieser Stelle ein ganz großer Dank an alle Trainer und Betreuer im Verein.

 

Infos zu den Jugend-Mannschaften: www.niendorfer-tsv.de/sportangebot/fussball. Wer Trainer werden will: Für längerfristiges Engagement werden Lehrgänge und Lizenzen finanziert.  Infos per E-Mail: carrel.segner@ntsv-fussball.de, Tel. 0172 – 42 15 348.

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