Stellten die Unterkunft vor: Gabriela Bock (fördern und wohnen) und Holger Riemer (ZKF)

Stellten die Unterkunft vor: Gabriela Bock (fördern und wohnen) und Holger Riemer (ZKF) Foto: mf

Kennenlernen am Hagendeel

Neue Flüchtlingsunterkunft in Lokstedt stellte sich den Nachbarn vor - aber erst im zweiten Anlauf

Archiv| Views: 219

Die Eröffnung der neuen Flüchtlingsunterkunft in Lokstedt kam mit dreijähriger Verspätung, der Kennenlerntermin für die neuen Nachbarn klappte erst im zweiten Anlauf.

 

Die neue Unterkunft auf der Fläche am Hagendeel, die nach einer neuen Zuwegung nun  Wohnunterkunft Alma-Ohlmann-Weg heißt, öffnete Ende August für die neuen Nachbarn die Türen. Bereits zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen. Beim ersten Termin wunderten sich die Mitarbeiter der Betreiberin fördern und wohnen darüber, dass keine Anwohner erschienen. Diese hatten jedoch keine Einladungen erhalten: „Da ist etwas gründlich schief gegangen“, kommentiert Pressesprecherin Susanne Schwendtke. Das Unternehmen, das rund 1000 Handzettel in der Nachbarschaft verteilen sollte, sei seiner Aufgabe nicht nachgekommen. Am 29. August strömten dann doch zahlreiche Anwohner in die Unterkunft, um sich zu informieren. Gabriela Bock, Bereichsleiterin bei fördern und wohnen und Holger Riemer, Referatsleiter beim Zentralen Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) stellten das Konzept der Folgeunterkunft vor.

Zahlreiche Anwohner nutzten den Tag der Offenen Tür zur Information aber auch Kritik  Foto: mf

Zahlreiche Anwohner nutzten den Tag der Offenen Tür zur Information aber auch Kritik Foto: mf

Insgesamt 528 Plätze

240 Menschen haben die zehn in frischen Pastellfarben gestrichenen Pavillonbauten mit jeweils vier Drei-Zimmerwohnungen im ersten Bauabschnitt nun bezogen. Die restlichen 288 Bewohner sollen nach Fertigstellung des zweiten Abschnitts in vier bis sechs Monaten folgen. Die Wohneinheiten werden mit  jeweils sechs Personen belegt und verfügen über eigene Küche, WC und Duschbad, zur Grundmöblierung gehören Betten, Tische, Stühle, Schränke und Kühlschränke. „Wir sind glücklich, dass wir das anbieten können“, erklärt Gabriela Bock. Die Bewohner setzen sich zu 20 bis 25 Prozent aus Wohnungslosen zusammen, der Rest vorwiegend aus geflüchteten Familien verschiedener Herkunftsländer. „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind nicht darunter“, betont Gabriela Bock und appelliert: „Wir sind froh über jegliche Art von Unterstützung.“

Darauf reagieren einige Anwohner zunächst reserviert: „Die Akzeptanz hat hier wegen der Vorgeschichte gelitten, viele Bürger fühlen sich verschaukelt“, erklärte ein Lokstedter. Die Fläche der Unterkunft ist für den Wohnungsbau nicht geeignet, die Anwohner fürchten Überschwemmungsgefahr. Eine Klage würde noch laufen, so eine Anwohnerin.

Ehrenamtliche gesucht

„Wir setzen hier eine politische Entscheidung um. Es wäre schade, wenn der Streit auf dem Rücken der Bewohner ausgetragen wird. Integration ist wichtig“, findet Gabriela Bock. Das finden auch die Ehrenamtlichen von Wir für Niendorf und Herzliches Lokstedt, die mit Informationsmaterial vor Ort sind. „Das sind normale Leute, die normal leben möchten“, findet Anne Thaker von Herzliches Lokstedt. „Deshalb sollten die Geflüchteten auch in die Normalität, in die örtlichen Schulen und Sportvereine eingebunden werden.“

Das Bürgerhaus Lokstedt lädt am Sonntag, 30. September, von 14 bis 17 Uhr zum Nachbarschaftspicknick in den neuen Alma-Ohlmann-Weg ein, der dann auch offiziell eingeweiht werden soll (siehe nebenstehender Artikel). Herzliches Lokstedt feierte bereits Anfang September eine Come-Together-Party im Stellinger Haus der Jugend. mf

 

Wer sich freiwillig in der neuen Unterkunft engagieren möchte, kann sich per E-Mail melden bei anke.both @foerdernundwohnen.de

Comments are closed.