Auch wenn sie Vorfahrt haben Es gibt auch Autofahrer, die Rücksicht auf Fußgänger und Fahrradfahrer nehmen Foto: kh

Warum eigentlich kein Zebrastreifen?

Die Querungshilfe am Ernst-Mittelbach-Ring in Niendorf Nord ist kein Fußgängerübergang

Archiv, Niendorf| Views: 557

Wer darf eigentlich zuerst gehen oder fahren? Am Übergang im Bereich der Einkaufspassage am Ernst-Mittelbach-Ring in Niendorf Nord kommt es immer mal wieder zu Missverständnissen zwischen Autofahrern und Fußgängern.

„Ich beobachte an dieser Stelle häufig mehr oder weniger gefährliche Situationen“, wendete sich ein Anwohner an das Niendorfer Wochenblatt: „Manchmal werden Autofahrer, die nicht anhalten, auch von den Fußgängern beschimpft, da diese sich zu Unrecht im Recht fühlen.“ Aufgrund der Fahrbahneinengung, bei der nur ein Fahrstreifen für beide Richtungen zur Verfügung steht, und der leichten Fahrbahnanhebung werde die Querungshilfe fälschlicherweise als Zebrastreifen wahrgenommen. „Um Missverständnisse, Streitigkeiten und im schlimmsten Fall Unfälle zu vermeiden, wäre ein Fußgängerübergang meiner Meinung nach die beste Lösung“, so der Leser.

„Der Übergang war schon vor Jahren Thema im Stadtteilbeirat“, erklärt Jürgen Roloff, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Niendorf Nord auf Nachfrage: „Bereits 2014 haben wir uns für die Einrichtung eines Zebrastreifens ausgesprochen, um insbesondere älteren Menschen der angrenzenden Seniorenheime und Kindern einen geschützten, bevorrechtigten Übergang zu ermöglichen.“ Darüber hinaus wäre ein Fußgängerübergang auch aus Sicht der Stadtteilentwicklung sinnvoll gewesen, um die beiden durch den Ernst-Mittelbach-Ring getrennten Bereiche Einkaufszentrum und Passage besser zu verbinden.

Die damalige Ablehnung hatte ihren Grund. „Der Übergang liegt in einer Tempo-30-Zone“, so Kay Becker, Pressesprecher beim Bezirksamt Eimsbüttel. Die Errichtung von Fußgängerübergängen sei hier nur dann zulässig, wenn das Fahrzeugaufkommen hoch sei und sich in zumutbarer Entfernung keine gesicherte Straßenüberquerung befinde. „Da aber nur 70 Meter weiter eine Fußgängerampel steht, ist keine Notwendigkeit eines zusätzlichen Zebrastreifens vorhanden“, argumentiert Becker weiter. Diese Ansicht teilt Thomas Piper, Leiter Prävention und Verkehr vom Polizeikommissariat 24, der den Antrag damals in Absprache mit den Verkehrsbehörden ablehnte.

„Hinzu kommt, dass der Verkehr, der aus dem Nordal- bingerweg in den Ernst-Mittelbach-Ring einbiegt, deutlich häufiger am Übergang zum Stehen kommen würde und sich schnell ein Rückstau bis in den Kreuzungsbereich Nordalbingerweg bilden könnte.“ Die Unfallstatistik der vergangenen Jahre sei zudem unauffällig: drei Verkehrsunfälle seit 2005, davon nur einer mit Fußgängerbeteiligung. „Auch eine Beschwerdelage liegt uns nicht vor“, betont Piper. „Die Umgestaltung mit der Fahrbahnverengung finde ich eine gute Alternative“, meint Roloff: „Vorausgesetzt natürlich, dass hier gegenseitige Rücksichtnahme stattfindet.“ kh

Ihre Meinung?
Sind Sie als Autofahrer, Fahrradfahrer oder Fußgänger auch in Niendorf Nord unterwegs und kennen den Übergang am Ernst-Mittelbach-Ring? Schreiben Sie uns gerne Ihre Erfahrungen an redaktion@nie-wo.de oder faxen Sie uns: 55 50 530-20

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