Die Folgen der Dürre

Trockenheit und Waldbrandgefahr!

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Ja  ist  denn  schon  Herbst?  Das  fragen  sich  derzeit  viele  Spaziergänger  im  Niendorfer  Gehege. Denn einige  Bäume  werfen schon jetzt ganz kräftig ihr  Laub  ab. Doch das ist eine Folge der anhaltenden Dürre, die auch in der Forstwirtschaft Folgen hat: Im Niendorfer  Gehege  ist der  Grillplatz  gesperrt und bleibt es vorerst auch – trotz vereinzelter Regenschauern.  

 

Bleibende  Schäden  seien  nach  Angaben  von  Revierförster  Sven  Wuster  für das Niendorfer Gehege jedoch  vorerst  nicht  zu  befürchten:  Im  kommenden  Jahr  sollten  auch   Bäume,  die  frühzeitig  ihr  Laub  verlieren,  wieder  normal  austreiben. „Wir  können  uns  im  Niendorfer  Gehege  glücklich  schätzen,  dass  die  Bäume  auf  gutem  Boden  stehen.  Das  ist  eine  Besonderheit,  die  es  in  Deutschland  nur  wenig  gibt.  Normalerweise  stehen  Wälder  auf  ärmeren  Flächen,  so  dass  die  Trockenheit  ihnen  sehr  viel  mehr  zu  schaffen  macht”, so Wurster.

Herbstliches  Bild:  viele  Bäume  wie  z. B.  Erlen  werfen  frühzeitig ihre  Blätter  ab

Herbstliches Bild: viele Bäume wie z. B. Erlen werfen frühzeitig ihre Blätter ab

Wenn Bäume Durst haben…

Dass  Bäume  derzeit  ihre  Blätter  hängen  lassen  und  sie  sogar verstärkt  abwerfen,  sei  einer  der  Schutzmechanismen,  die  Bäume  gegen  das  Austrocknen  aktivieren.  So  solle  ein  unnötiger  Wasserverlust  vermieden  werden.  Fast  der  gesamte  Stoffwechsel  der  Pflanze  komme  in  der  derzeitigen  Dürre  zum  Erliegen,  die  Bäume  zehrten  von  Reserven  im  Stamm.  „So  sterben  sie  zwar  nicht  ab,  sie  wachsen  aber  auch  nicht“,  erläutert  Wuster.  „Vor  allem  Eichen,  aber  auch  Birken  und  Linden  werfen  Blätter  und  teilweise  sogar,  wie  es  bei  einigen  Eichen  auch  im  Gehege  zu  beobachten  ist,  ganze  Zweige  vorzeitig  ab.”

… haben Schädlinge leichtes Spiel 

Die  eigentliche  Gefahr  bestehe  ohnehin  nicht  darin,  dass  die  Bäume  vertrockneten,  sondern,  dass  sie  sich  durch  den  Hitzestress  nicht  mehr  so  gut  gegen  Schädlinge  wie  den  Borkenkäfer  wehren  könnten.      „Fichtenwälder  sind  davon  besonders  befallen.  Diese  gibt  es  aber  aufgrund  der  Bodenbeschaffenheit    im  Niendorfer  Gehege  nicht”,  lässt  der  Forstmeister  wissen.  „Viele    Hitze- Schäden  sind  jedoch  erst  im  nächsten Jahr sichtbar,  denn  die  Knospen  werden  jetzt  angelegt.”

Waldbrandgefahr  Der  beliebte  Grillplatz  im  Niendorfer  Gehege  muss  weiterhin  gesperrt  bleiben  Fotos:  kn

Waldbrandgefahr Der beliebte Grillplatz im Niendorfer Gehege muss weiterhin gesperrt bleiben Fotos: kn

Gefahr trotz Regenschauer   

Denn  durch  die  lang  anhaltende  Hitze  ist  der  Boden  in  den  Wäldern  so  trocken  geworden,  dass  er  den  Regen  nicht  aufnehmen  kann.  Damit  sich  auch  der  Boden  im  Wald  wieder  mit  Wasser  vollsaugen  kann,  müsste  es  nach  Einschätzung  von  Sven  Wuster  schon  drei  Wochen  „richtigen  Landregen”,  also  langsam  und  sanft  andauernden  Regen,  geben.  Erst  wenn  die  Luft  länger  feucht  bleibt,  könnten  sich  die  Böden  erholen .„Die  Waldbrandgefahr  ist  nach  wie  vor  sehr  hoch”,  erklärt  Wuster.  „Deshalb  muss  der  Grillplatz  leider  weiterhin  gesperrt  bleiben.” kn

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