Die Heuballen aus der Parkanlage Rahweg suchen dringend Abnehmer Foto: kn

Die Heuballen aus der Parkanlage Rahweg suchen dringend Abnehmer Foto: kn

Diät für Hundewiesen: Gras muss weg, damit die Grünflächen mager werden

Heuballen können kostenlos abgeholt werden - doch Vandalen haben die ersten schon zerstört

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Diese Hundewiesen sind quasi auf Diät gesetzt. Damit sie zu Magerwiesen werden, wurde nun erstmals Heu gemacht. Das soll abgefahren werden, damit es nicht als neue Nährstoffe in den Boden dringen kann.

 

Landluft mitten in der Stadt. Es duftet nach frisch gemähtem Gras auf den Wiesen der Parkanlage Rahweg in Niendorf. Dort drehte in den letzten Wochen die Gartenbaufirma Quast mit ihrer 520 PS starken Maschine einige  Runden.   Die Wiesen wurden geschnitten. Das Gras blieb liegen und wurde zum Trocknen gewendet, bevor das Heu zu stattlichen Rundballen  (Durchmesser 120 bis 180 cm) gepresst wurde. Das Bezirksamt Eimsbüttel gab den Auftrag dafür. Auch im Schnelsener Wassermannpark wurde Heu gemacht.

„Seit diesem Jahr werden einige Flächen über den ‚Naturcent’ finanziert und als Langgraswiesen entwickelt. Das macht es notwendig, die Flächen abzumagern”,  teilte die Pressestelle Bezirksamt Eimsbüttel mit.

Magerwiesen sind ökologisch wertvoller

Rasenflächen wirken nur auf den ersten Blick pflegeleicht. Mähen und  fertig. Aber weit gefehlt. Das Grün muss regelmäßig gestutzt, das Mähgut abgefahren und kompostiert werden. Ein solcher Rasen ist empfindlich, nimmt zuviel Trockenheit schnell krumm und muss obendrein gedüngt werden. Und noch ein Nachteil: Für Tiere bieten kurz gehaltene Grashalme wenig Anreize. Was den Liebhaber ordentlicher, aufgeräumter Gärten und Grünflächen zufrieden stellen mag, ist ökologisch wenig wertvoll.

Im Wassermannpark haben Unbekannte die Heuballen in Gräben geschubst   Foto: N. Niendorff

Im Wassermannpark haben Unbekannte die Heuballen in Gräben geschubst Foto: N. Niendorff

Blühende Magerwiesen hingegen, die nur selten gemäht werden sind viel bunter, der Wasserbedarf ist geringer und die heimische Tierwelt vom Schmetterling bis zum Igel freut sich auch.

Damit die Wiese aber eine Magerwiese bleibt – oder wird – muss das Mähgut entfernt werden, um sicher zu stellen, dass  keine Nährstoffe über die Rotte (Kompostierung) in den Boden abgegeben werden. „Die Firma Quast Garten- und Landschaftsbau ist mit der Mäharbeit beauftragt und muss das Schnittgut auf eine für sie wirtschaftliche Art beseitigen.”

Heuballen sind gerade sehr gefragt

Und das ist gelungen. Auch wenn Vandalen zwischenzeitlich sowohl im Wassermannpark als auch am Rahweg den ein oder anderen Ballen in den Graben geschubst oder einfach aufgerollt haben, freut sich die Firma, Abnehmer gefunden zu haben. „Sie sind alle schon reserviert, wir müssen sie nur wieder zusammenrollen“, teilte Quast auf Anfrage mit. Kein Wunder. Angesichts der anhaltenden Dürre waren die bisherigen Heuernten im ganzen Land sehr dütftig. Und da auch das frische Gras auf den Wiesen kaum wächst, müssen viele Tierhalter schon jetzt Heu zufüttern.  Heu ist also rar und gefragt, selbst von einer mageren Hundewiese. kn

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