Bautrupp Innerhalb von zwei Tagen wurden die Reparatur-arbeiten nach monatelangem Stillstand ausgeführt Foto: privat

Bautrupp Innerhalb von zwei Tagen wurden die Reparatur-arbeiten nach monatelangem Stillstand ausgeführt Foto: privat

Ablaufrohr endlich repariert

Bezirk räumt Baugrube nach einem halben Jahr Stillstand

Archiv| Views: 106

Feierstimmung statt „Grabengefechte“ in Niendorf: Kurz vor ihrer Jubiläumsfeier sind die Kleingärtner von Hasenheide erleichtert. Das Bezirksamt hat das Rohr zur Tarpenbek ausgetauscht.

 

Nach den Stürmen Ende 2017 und Anfang des Jahres waren im Niendorfer Kleingartenverein Gartenpark Hasenheide die Ablaufgräben übergelaufen. Gärten und Lauben wurden geflutet (das Niendorfer Wochenblatt berichtete).

Ursache war auch ein verstopftes Ablaufrohr, dass das Regenwasser vom Gelände in die Tarpenbek abführt. Dieses öffentliche Ablaufrohr hat das Bezirksamt Eimsbüttel im Februar reinigen lassen. Dafür wurde eine Baugrube ausgehoben und das verstopfte Rohr für die Reinigung aufgeschlagen. „Die Bruchstelle wurde nur provisorisch abgedeckt. Seit Februar stand die Baugrube offen,“ sagte Pamela Reinke, Kassenwartin des Vereins, Anfang Juli. Als die Kleingärtner im März beim Bezirksamt nachfragten, sollte laut Behörde ein Kontrollschacht und ein Metallrechen vor dem Rohreinlauf eingebaut werden, um erneute Verstopfungen zu verhindern. Doch nichts passierte. „Als wir Anfang Juni im Wochenblatt lasen, das Bezirksamt habe das kaputte Rohr erneuert, wunderten wir uns, denn die Baugrube existierte ja noch,“ sagte Matthias Reinke. Das Gitter im Graben vor dem Ablaufrohr haben Parzellenpächter eingebaut und nicht der Bezirk, ergänzt Peter Geremek, der nach der Überflutung den Boden seiner Laube erneuern musste.

Instandgesetzt Nach fünf Monaten hat das Bezirksamt das kaputte Rohr (r. vom Baum) gegen ein Kunststoffrohr ausgetauscht und einen Schacht eingebaut Foto: privat

Instandgesetzt Nach fünf Monaten hat das Bezirksamt das kaputte Rohr (r. vom Baum) gegen ein Kunststoffrohr ausgetauscht und einen Schacht eingebaut Foto: privat

Wie vom Bezirksamt gefordert und im Pachtvertrag vorgesehen, hatte der Verein zwischenzeitlich im Mai die Gräben auf einer Gesamtlänge von etwa 350 Metern reinigen lassen. Die Kosten von 5000 Euro tragen die Kleingärtner. Was Pamela Reinke und andere Gartenfreunde besonders ärgert: Durch Sturmtief „Xavier“ stürzten im Oktober mächtige Platanen, die entlang der Gräben stehen, und zerstörten zehn Lauben. Die Baumstümpfe stehen bis heute. An diesen Stellen konnte die beauftragte Firma die Gräben nicht reinigen.            

 

Und was wird aus den Baumstümpfen?

 

Nach einer Anfrage vom Wochenblatt beim Bezirksamt Eimsbüttel ging es dann sehr schnell. Ende Juli rückten Bauarbeiter an. Das aufgeschlagene Ablaufrohr wurde ausgetauscht, der Schacht mit Gullideckel wurde eingebaut, die Baugrube gefüllt und der Fußweg wieder hergestellt. „Es wurde sogar Rasen gesät,“ freuen sich die Laubenpächter, die gerade ihr Fest für das 50. Jubiläum ihres Vereins am 18. August vorbereiten.

Jetzt müsse der Bezirk nur noch die Platanenstümpfe entfernen und das provisorische Gitter vor dem neuen Ablaufrohr durch ein passendes Rechengitter ersetzen, so die Gartenfreunde. „Die Platanen wurden vor Jahren von der Stadt bei uns ‚zwischengepflanzt’, um sie später an die Alster zu versetzen,“ sagt Geremek. Doch mittlerweile sind die restlichen Platanen zu groß für eine Verpflanzung und finden am Grabenrand bei Dauerregen wenig Halt. „In unsere Gräben wird das Regenwasser vom  Burgunderweg und vom Naherholungsgebiet Rahweg eingeleitet. Dabei handelt es sich um Abwasser, das mit dem Gartenverein nichts zu tun hat und für das der Bezirk verantwortlich ist“, so Kleingärtnerin Pamela Reinke.

Angst vor neuen Herbststürmen

Das Bezirksamt lehnt das ab und verweist auf den Hauptpachtvertrag. „Der Verein ist für die Funktionsfähigkeit des Ablaufs auf seiner Anlage verantwortlich,“ sagt Bezirksamtssprecher Kay Becker. Dazu gehöre auch der Austausch kaputter Holzstützwände. Das Rechengitter vor dem Ablaufrohr will der Bezirk aber ersetzen. Die Baumstümpfe werden im Herbst ausgefräst. „Baumexperten prüfen regelmäßig Vitalität und Standsicherheit der anderen Platanen,“ versichert Becker. Die Sorge bei den Kleingärtnern vor dem nächsten Sturm bleibt: „Ein Glück war, dass damals kein Mensch zu Schaden kam,“ sagt Pamela Reinke. „Bei uns sind nicht nur Pächter. Auch Jogger, Spaziergänger, Hundehalter, Radfahrer und Familien mit Kindern bewegen sich durch die Anlage.“    ngo

Comments are closed.