Baustellenstart An der Kreuzung Stresemannalle, Troplowitzstraße und Bötelkamp beginnt die 880 Meter lange Einbahnstraßenregelung stadtauswärts Foto: ngo

Baustellenstart An der Kreuzung Stresemannalle, Troplowitzstraße und Bötelkamp beginnt die 880 Meter lange Einbahnstraßenregelung stadtauswärts Foto: ngo

Die Mega-Baustelle

Bis 2020 wird in der Stresemannallee gebaut - viele „Bauherren“, wenig Infos

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Für den Ausbau der Velouroute 3 ist die Stresemannallee seit Mitte Juli zwischen Lohkoppelweg und Bötelkamp auf einer Länge von fast 900 Metern Richtung stadtauswärts eine Einbahnstraße. Die Lokstedter ärgern sich über fehlende Vorabinformation und Dauer der Bauarbeiten.

 

Grund für die Baustelle bis 2020 ist der Ausbau der Veloroute 3, die vom Rathausmarkt bis nach Niendorf führt. Ein Teil der Fahrradstrecke verläuft in der Stresemannallee. Im Zuge der notwendigen Neugestaltung der Straße und Gehwege werden vorab die Wasser- und Stromleitungen erneuert. Auf Grund der langen Baustellenstrecke hat das Polizeikommissariat (PK) 23 aus Sicherheitsgründen in der Stresemannallee zwischen Lohkoppelweg und Bötelkamp eine 880 Meter lange Einbahnstraße stadtauswärts eingerichtet. „In diesem Bereich wandern zwei Baustellen von 150 Meter Länge aufeinander zu. Zwei provisorische Ampelanlagen mit Blockverkehr sind hier nicht möglich. Sie würden zusammen mit der Anlage an der Troplowitzstraße den Verkehr zum Erliegen bringen. Hinzu kommt, dass sich die Baufelder in Wochenabständen bewegen,“ sagt Matthias Lau, Sachgebietsleiter Prävention und Verkehr vom PK 23. Anwohner-Infos sind Bestandteil der straßenverkehrsbehördlichen Anordnung und hatten durch den Antragsteller zu erfolgen, stellt Lau klar.

Anwohnerin Iris Schöning ärgert sich über die schlechten Vorab-Informationen Foto: ngo

Anwohnerin Iris Schöning ärgert sich über die schlechten Vorab-Informationen Foto: ngo

Und hier liegt für die Anwohner das Hauptproblem: Nicht alle Akteure haben kurz vor Baustart informiert. Hamburg Wasser erneuert derzeit die Trinkwasserleitung zwischen Hausnummer 21 und 56. „Die Bauarbeiten sollen planmäßig am 13. Oktober enden,“ sagt Jan-ne Rumpelt von Hamburg Wasser. Das Unternehmen hat Infos in der Stresemannallee aufgehängt. „Aber nicht in den Seitenstraßen,“ sagt Iris Schöning, die seit 40 Jahren im Clematisweg wohnt.

Buslinie 181 verlegt

Die Buslinie 181 in Richtung „Sternschanze“ musste verlegt werden. Bis 2020 sind die Haltestellen „Max-Tau-Straße“, „Lohkoppelweg“, „Veilchenweg (West)“ und „Sorthmannweg“ in Richtung Innenstadt gesperrt. Auf der Umleitungsroute hat die Hochbahn die Ersatzhaltestellen „Lenzweg“ (im Lenzweg vor Kreuzung Brehmweg) und „Lutterothstraße“ (hinter dem Kreisel in der Straße Eidelstedter Weg) eingerichtet. Anwohner müssen nun mehr Zeit für ihre Busfahrten einplanen. Für ältere Menschen sind die längeren Fußwege beschwerlich und die Infos an den Bushaltestellen nicht immer verständlich, sagt die Lokstedterin Schöning.

Alternativrouten

Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum nennt diese Alternativen: „In Richtung Schlump können Kunden auch den Bus in Richtung Hagenbeck nutzen und an der Haltestelle Julius-Vosseler-Straße in den Gegen-Bus in Richtung Schlump umsteigen. Es gibt auch die Option, an der Haltestelle Hagenbecks Tierpark in die U2 bis Lutterothstraße oder Schlump umzusteigen. Kunden aus Richtung Hagenbeck können auch bis zur Haltestelle Eidelstedter Weg fahren und in den Gegen-Bus zurück nach Hagenbeck umsteigen. Der Bus fährt alle Haltestellen ab.“ „Es wäre gut, wenn der Bus während der Bauzeit immer alle zehn Minuten fahren würde,“ sagt Werner Holz, der im Veilchenstieg eine Laube hat. Jetzt hat er lange Fußwege zu den Buslinien 5 und 281 im Lokstedter Steindamm oder längere Fahrtzeiten im 181er.

Vorabeiten Stromnetz Hamburg und Hamburg Wasser erneuern Wasser- und Stromleitungen, bevor der Bezirk die Straße und Gehwege für die Veloroute 3 umbaut Foto: ngo

Vorabeiten Stromnetz Hamburg und Hamburg Wasser erneuern Wasser- und Stromleitungen, bevor der Bezirk die Straße und Gehwege für die Veloroute 3 umbaut Foto: ngo

Stromnetz Hamburg

Nicht vorab informiert hat Stromnetz Hamburg. Das will das Unternehmen auf Wochenblatt-Nachfrage zügig nachholen. „Wir bitten alle Anwohner jetzt schon für die Beeinträchtigungen während der Bauphase bis Mitte 2019 um Verständnis,“ so Sprecherin Anette Polkehn- Appel. Stromnetz Hamburg erneuert die Stromkabel ab Hausnummer 60 auf einer Länge von 1,3 Kilometern in Richtung Grandweg. „Um den Baumbestand nicht zu gefährden, arbeiten wir mit speziellen Baugeräten, was einen erhöhten Aufwand bedeutet.“

Bezirksamt Eimsbüttel

Erst wenn Hamburg Wasser und Stromnetz Hamburg fertig sind, startet das Bezirksamt Eimsbüttel zwischen Troplowitzstraße und Grandweg mit der Neuasphaltierung, der Verbreiterung der Gehwege und der Radweg-Verlegung. „Für Fahrradfahrer entsteht ein Schutzstreifen auf beiden Straßenseiten und führt neben dem Straßenverkehr entlang. Die Parkflächen bleiben weitestgehend bestehen,“ sagt Bezirksamtssprecher Kay Becker. „Über alle Maßnahmen haben wir im Mai 2017 auf einer Anwohner-Veranstaltung informiert.“

Einwände sind verhallt

Das Bezirksamt hofft, im November beginnen zu können. „Vor Start ‚unserer’ Arbeiten werden wir die Anwohner informieren. Da sich der Starttermin aber verschieben kann, warten wir, bis wir verlässliche Angaben machen können,“ erklärt Becker. In Kürze will der Bezirk auf seiner Website ausführlich informieren. Wie andere Betroffene, ärgert sich Anwohnerin Iris Schöning über fehlende Komplettinfos, unzureichende Erklärungen an den Bushaltestellen und die Radwegepolitik. Schöning, die im Mai 2017 auf der Veranstaltung war, erinnert sich an die Einwände der Anwohner: „Der jetzige Radweg verläuft geschützt unter Bäumen auf dem Gehweg. Eltern mit Kindern haben einen Radweg auf der Straße abgelehnt. Auf die Sorgen wurde nicht eingegangen.“  ngo

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