Besucher Nachbarn und interessierte Bürger suchten den Info-Austausch mit den BI-Mitgliedern Foto: privat

Besucher Nachbarn und interessierte Bürger suchten den Info-Austausch mit den BI-Mitgliedern Foto: privat

Funkturm-Ärger erreicht Berlin

Staatsminister Niels Annen wünscht sich mehr Kooperation über Ländergrenzen hinweg

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In ihrem Kampf gegen den Funkturm im Märchenviertel haben die betroffenen Anwohner nun auch einen Infotag vor der umstrittenen Telekom-Anlage veranstaltet. Niels Annen, SPD-Bundestagsabgeordneter und Staatsminister im Auswärtigen Amt, war dabei vor Ort.

 

Zahlreiche Menschen aus Schnelsen und Bönningstedt waren zu der Informationsveranstaltung gekommen, um sich über den 40 Meter hohen Funkturm, der direkt an der Landesgrenze zu Hamburg steht, zu informieren. Wie mehrfach berichtet, fordern die Schnelsenern im Bönningstedter Weg eine Versetzung des Funkturms. Sie leben nur wenige Meter vom Bauwerk entfernt.

Staatsminister Niels Annen (SPD) hat sich ein Bild vor Ort gemacht und mit den betroffenen Anwohnern in Schnelsen gesprochen Foto: privat

Staatsminister Niels Annen (SPD) hat sich ein Bild vor Ort gemacht und mit den betroffenen Anwohnern in Schnelsen gesprochen Foto: privat

„Wir wollen unsere Nachbarn, interessierte Bürger und  Politiker über den aktuellen Stand unserer Arbeit informieren,“ sagte Heinrich Flügge, Sprecher der „Allianz Schnelsen Nord“ (ASN). „Besonders viele junge Familien mit Kinderwagen kamen vorbei und wollten Infos über mögliche Strahlenbelastungen haben,“ sagte Ralph Kesler, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) „Funkturm Landegrenze Schnelsen“. Er verteilte umfangreiches Info-Material vom BUND zum Thema Strahlung.Der Familienvater wohnt mit seiner Frau und seinem sechs Monate alten Sohn knapp zwölf Meter vom Funkturm entfernt. Kesler hat bereits über seinen Anwalt eine Klage gegen die Baugenehmigung vor dem Verwaltungsgericht Schleswig eingereicht.

Zudem läuft eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den abgewählten Bürgermeister von Bönningstedt, Peter Liske von der BWG, sagt ASN-Sprecher Flügge. Während der Amtszeit von Liske wurde der Funkturm genehmigt, ohne dass die anderen Parteien in Bönningstedt informiert wurden. Diese Beschwerde wurde mittlerweile von der Gemeindevertretung Bönningstedt zur Einschätzung und Bewertung an die Kommunalaufsicht des Kreises Pinneberg weitergeleitet.

Sein Nachfolger, Rolf Lammert von der CDU, setzt sich wie Bönningstedter SPD für einen Standortwechsel ein: „Die Gemeinde Bönningstedt bedauert, dass es zu dem jetzigen Standort des neuen Funkturms gekommen ist. Als Bürgermeister der Gemeinde Bönningstedt unterstütze ich das Vorhaben, den Funkturm so zu versetzen, dass keine Bewohner in der näheren Umgebung davon ‚belästigt’ werden. Insbesondere ist es nicht zu verstehen, dass der Funkturm knapp zwölf Meter zum nächsten Wohnhaus aufgestellt wurde.“

Funkturm Die Anlage an der Landesgrenze zu Hamburg wird von der Telekom unterdessen weiter ausgebaut und mit Antennen bestück Foto: ngo

Funkturm Die Anlage an der Landesgrenze zu Hamburg wird von der Telekom unterdessen weiter ausgebaut und mit Antennen bestück Foto: ngo

Politik vor Ort

Vor Ort waren am Infotag auch die Politiker Sabine Jansen (SPD Eimsbüttel) und Andreas Heidorn (CDU Bönningstedt). „Besonders gefreut hat mich der Besuch vom SPD-Bundestagsabgeordneten Niels Annen,“ sagte Flügge. Der Staatsminister des Auswärtigen Amtes machte sich ein ausführliches Bild vor Ort. „Mitte Juni habe ich mich bei der BI und der ASN über die Sorgen der betroffenen Anwohner nahe der Landesgrenze informiert. Ihren Unmut über die mangelhafte Kommunikation vonseiten der zuständigen Behörden des Kreises Pinneberg und der Telekom kann ich sehr gut nachvollziehen. Durch eine frühzeitige Einbindung der Betroffenen in das Bauvorhaben hätten sicherlich viele Fragen im Vorfeld geklärt werden können. Deswegen wünsche ich mir grundsätzlich eine verstärkte länderübergreifende Kooperation,“ sagt der Eimsbütteler Politiker auf Wochenblatt-Nachfrage. ngo

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