Gegen Fluglärm wollen die Bürgerinitiativen klagen Fotos: mf/fotolia

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Einfach ignoriert

Nachtflugverbot wird nicht eingehalten - Bürgerinitiativen wollen klagen

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Die Nachtflugbeschränkungen sollen Anwohner vor nächtlichem Lärm schützen. Doch an den meisten deutschen Flughäfen wird die Regelung nicht eingehalten. Dies gilt auch für den Hamburger Airport.

 

Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Unternehmens Airhelp, das sich für die Durchsetzung von Fluggastrechten einsetzt. Airhelp hat die Einhaltung des Nachtflugverbots im vergangenen September und Oktober untersucht. In Hamburg, wo eine Nachtflugbeschränkung von 23 bis 6 Uhr gilt, betrug der Tagesanteil ohne Ausnahme  demnach 4,9 Prozent. In diesem Zeitraum wurden 184 Landungen und 101 Starts registriert. Der BUND zeigt in seiner Auswertung der Fluglärmdaten durch den Arbeitskreis Flugverkehr des BUND Hamburg, dass die Lärmbelastung im letzten Jahr anstieg und „nächtliche Flugbewegungen neue Maximalwerte aufweisen“. In dem Report werden für das Flugjahr 2017 zwei Negativrekorde festgehalten. So sei das Flugjahr das lauteste seit Beginn des Jahrhunderts. Außerdem „Ist das Jahr 2017 das Flugjahr mit den meisten nächtlich verspäteten Starts und Landungen von Linien- und Touristikflügen außerhalb der offiziellen Betriebszeit seit Beginn der kommerziellen Passagierluftfahrt an diesem Standort.“ Auf Grundlage von Daten der Hamburger Umweltbehörde sei es im Jahr 2017 insgesamt zu 8404 Nachflugbewegungen zwischen 22 und 6 Uhr gekommen.

Die Bürgerinitiativen für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW) wollen nun klagen, um die Schutzbestimmungen für die Bevölkerung am Flughafen einzuhalten.  „Noch nie gab es am Hamburger Flughafen derart viele Regelverstöße und Umgehungen der Schutzbestimmungen für die Bevölkerung. Punktepläne und Pünktlichkeitsoffensiven sowie die Anhebung der Start- und Landeentgelte haben nachgewiesener Maßen keine Verbesserung gebracht“, stellt Martin Mosel, Sprecher der BAW sowie des Arbeitskreises Luftverkehr im BUND Hamburg fest. „Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt den Sachverhalt juristisch aufzuarbeiten und durch eine unabhängige Gerichtsbarkeit klären zu lassen. Das begrüße ich ausdrücklich und es bestärkt uns in unserer gemeinsamen Forderung nach dem konsequenten Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr. Die von Fluglärm und Flugdreck übermäßig belasteten Bürgerinnen und Bürger in Hamburg und Schleswig-Holstein haben ein Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit.“ mf

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