Für die neuen Kleingärten mussten mehr als 30 Bäume weichen Foto: mf

Für die neuen Kleingärten mussten mehr als 30 Bäume weichen Foto: mf

Neue Kleingartengeneration

In der Niendorfer Straße entsteht ein Pilotprojekt

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Auf der Fläche Niendorfer Straße 99 soll ein in Deutschland bislang einzigartiges Kleingartenmodell entstehen, das Kleingärten mit naturschutzrechtlichen Ausgleichsflächen kombiniert. 

 

„Das ist ein Pilotprojekt für Deutschland“, freut sich Dirk Sielmann, Vorsitzender des Landesbundes der Gartenfreunde in Hamburg. Die Kleingärtenfläche wird von der Quantum Immobilien AG als Teilausgleich zur Verfügung gestellt für Parzellen, die dem Bauprojekt des Unternehmens in der Julius-Vosseler-Straße weichen  müssen.

So soll das neue Kleingartenmodell aussehen Foto: GHP

So soll das neue Kleingartenmodell aussehen Foto: GHP

Das insgesamt 12 600 Quadratmeter große Grundstück wird in drei Bereiche aufgeteilt. Ein Teil ist 16 Parzellen vorbehalten, die mit einer Größe von rund 180 Quadratmetern deutlich kleiner ausfallen als übliche Parzellen mit rund 300 Quadratmetern. Im zweiten Teil der Fläche entsteht eine 3500 Quadratmeter große Streuobstwiese, die von den Kleingärtnern zusätzlich genutzt werden kann. Diese ist als naturschutzrechtliche Ausgleichsfläche anerkannt. Den dritten, 4370 Quadratmeter großen Grundstücksteil bildet der Überflutungsbereich der Kollau als Rückhaltebereich und Biotop. Auch die Nutzung von Kleingärten und gleichzeitige Verbesserung des Hochwasserschutzes sei neu, heißt es aus dem Fachamt Management des Öffentlichen Raumes im Bezirksamt Eimsbüttel.

„Aktuell ist die Flächenkonkurrenz in den Ballungszentren noch schärfer. So empfiehlt es sich für Kleingartenorganisationen, eigene Konzepte und Vorschläge für die zukünftige Entwicklung des Kleingartenwesens zu erarbeiten“, so Sielmann. Und auch an die Bedürfnisse der nachwachsenden Kleingärtner- Generation müsse das Kleingartenwesen angepasst werden. Dies seien hauptsächlich junge Familien, die aufgrund ihrer Berufstätigkeit weniger Zeit zur Bewirtschaftung eines Gartens haben und sich dementsprechend kleinere Gärten in Wohnortnähe wünschen. Die neue Anlage soll in diesem Jahr entstehen. Im Vorwege hatte es Kritik von Anwohnern gegeben, da für die Baumaßnahmen mehr als 30 Bäume gefällt wurden (das Wochenblatt berichtete). mf

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