Setzen sich für den Insektenschutz im Niendorfer Gehege ein: Frank Röbbelen (NABU), Susanne Egbers (Pro Niendorfer Gehege) und Sven Wurster (Revierförster) v.li.n.re Foto kh

Setzen sich für den Insektenschutz im Niendorfer Gehege ein: Frank Röbbelen (NABU), Susanne Egbers (Pro Niendorfer Gehege) und Sven Wurster (Revierförster) v.li.n.re Foto kh

Nachhaltiger Insektenschutz

Verein Pro Niendorfer Gehege unterstützt das NABU-Projekt „Aurora“

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Einen Lebensraum für Insekten und im Speziellen für Schmetterlinge zu schaffen, ist das Ziel des Projekts „Aurora“ vom Hamburger Naturschutzbund Deutschland (NABU), das auf Initiative und mit finanzieller Unterstützung des Vereins Pro Niendorfer Gehege auch im Niendorfer Gehege umgesetzt wird.

 

Lebensraum für viele Insekten: Laub kann im Garten auch einfach mal liegenbleiben Foto: kh

Lebensraum für viele Insekten: Laub kann im Garten auch einfach mal liegenbleiben Foto: kh

Im Fokus des Projekts steht die große Wiese neben dem Spielplatz Bondenwald mitten im Niendorfer Gehege. In den kommenden Wochen und Monaten werden hier bei den Besuchern wohl unweigerlich Assoziationen an eine Ufolandschaft hervorgerufen.
„Wir führen eine extensive Mahd durch“, so Susanne Egbers, Vorsitzende vom Verein Pro Niendorfer Gehege: „Ein Teil der Wiese wird abgemäht, einige runde Flächen mit einem Durchmesser von fünf bis zehn Metern bleiben jedoch bewusst stehen.“

„Die Besucher brauchen sich daher nicht wundern“, so Sven Wurster, Revierförster im Niendorfer Gehege, der das Projekt unterstützt und nachhaltig begleiten will: „Hier landen keine Ufos, sondern hoffentlich sehr viele Schmetterlinge.“ Ziel sei es, die Artenvielfalt zu erhalten sowie möglichst zu erhöhen und speziell dem Ampfer-Grünwidderchen, einer sehr seltenen Schmetterlingsart, wieder einen Lebensraum zu geben, betont der Biologe Frank Röbbelen vom NABU, der für das Niendorfer Gehege ehrenamtlich ein Konzept ausgearbeitet hat. „Schmetterlinge sind ein wesentlicher Indikator für ein funktionierendes Ökosystem, da sie sehr sensibel sind und hohe Ansprüche an ihren Lebensraum stellen.“ Fühlen sie sich wohl, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich auch andere Insekten ansiedeln.

Ein sinnvoller Ansatz, vor allem im Hinblick auf die Tatsache, dass viele Insektenpopulationen stetig abnehmen. „Zu beobachten ist dieser Rückgang zum Beispiel daran, dass immer weniger Insekten auf den Windschutzscheiben an Autos kleben“, so Egbers: „Wir möchten zumindest einen kleinen Teil zum Insektenschutz beitragen. Im Niendorfer Gehege haben wir dafür die beste Möglichkeit.“

Insektenschutz findet hier aber nicht nur auf der grünen Wiese, sondern konstant im Wald statt. „Seit vielen Jahren betreiben wir eine naturnahe Waldwirtschaft“, erzählt Sven Wurster. Konkret bedeutet das unter anderem, die Bäume alt werden zu lassen und zudem möglichst viel Totholz zu halten. Dass gefällte Bäume liegen oder Baumstümpfe stehen bleiben, hat daher den guten Grund, den Insekten ein Biotop zur Verfügung zu stellen. kh

 

So kann jeder im Garten selbst zum Insektenschutz beitragen

 

Zwar freuen wir uns, dass weniger Insekten das Picknick im Freien stören und die Windschutzscheibe länger sauber bleibt. Verzichten können Mensch und Natur auf Insekten jedoch nicht. So sind Insekten eine wesentliche Nahrungsquelle für eine Vielzahl an Tierklassen, wie Säugetiere, Vögel oder Reptilien. Sie stellen zudem den Großteil menschlicher und tierischer Ernährung sicher, indem sie durch das Sammeln von Nektar und Pollen für die Bestäubung und damit den Fortbestand fast aller Pflanzenarten sorgen.

Auch kleinste Gartenteiche sind wahre Paradiese für Insekten  Foto: fotolia

Auch kleinste Gartenteiche sind wahre Paradiese für Insekten Foto: fotolia

Insekten gelten zudem als Nützlinge in der Land- und Forstwirtschaft, um schädliche Insekten, wie Milben oder Blattläuse, einzudämmen. Nicht zuletzt sind sie gute Verwerter, da sie dazu beitragen, organische Stoffe, wie Pflanzenreste und Totholz, zu remineralisieren.

Lebensraum Garten

Mit geringem Aufwand kann jeder Gartenbesitzer selbst einen kleinen Teil zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen und Insekten in den eigenen Garten locken.

Wilde Ecke Gräser, Klee, Brennnesseln und anderes „Unkraut“ sind für viele Arten überlebensnotwendig. Über   „wilde Ecken“, die weder gemäht noch betreten werden, freuen sich mit Sicherheit viele Insekten.

Blütenreiche   Pflanzen
Sie sind nicht nur ein optischer Blickfang, blühende Pflanzen halten für Insekten eine Menge Nahrung bereit.

Trockenmauer oder Steinhaufen Trockenmauern oder Haufen aus Natursteinen bieten Insekten einen idealen Lebensraum.

Lehm und Sand Für einige Insekten, zum Beispiel spezielle Bienen- und Wespenarten, ist Lehm ein wichtiger Baustein für den Nestbau. Einfach Lehm, Ton oder Sand auf eine offene Bodenfläche geben.

Gartenteich Ein Gartenteich ist ein Paradies für Insekten. Bei wenig Platz macht auch schon ein Miniteich Sinn, hergestellt zum Beispiel aus einer Wanne oder einem Trog.

Totholz Alte Baumstämme, Laubhaufen und Totholzhecken sind wichtige Lebensräume für Insekten und dienen als Nahrung, Versteck und Baumaterial. kh/Quelle: nabu.de

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