Sollen Radfahrer nicht benutzen: Die Aufleitung in der Vogt-Wells-Straße Foto: mf

Sollen Radfahrer nicht benutzen: Die Aufleitung in der Vogt-Wells-Straße Foto: mf

Radweg ins Nirgendwo

Abzweig in der Vogt-Wells-Straße in Lokstedt sorgt für Irritation

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Es führt ein Fahrradweg ins Nirgendwo. Kurz hinter dem Siemersplatz Richtung Stellingen macht der Fahrradweg plötzlich eine Abzweigung auf die Fahrbahn, mitten in den dichten Verkehr Richtung Autobahn. Benutzt werden darf dieser aber gar nicht.

 

Radfahrer, die den Fahrweg auf dem Bürgersteig verlassen um sich in den Verkehr der Vogt-Wells-Straße einzufädeln werden auch kaum gesichtet. „Das ist keine gute Maßnahme zur Förderung des Radverkehrs“, ärgert sich Dirk Lau vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC).  „Wer sich da als Radfahrer auf der Fahrbahn in den fließenden Autoverkehr einfädeln will, muss zuerst stoppen und / oder dann eine Links-Rechts-Kurve fahren. Absurd. Wenn die Stadt an stark belasteten Straßen wie dieser keine guten, sicheren Radverkehrsanlagen herstellen will, muss sie zumindest den Kfz-Verkehr beruhigen und sicherer machen, also Tempo 30 anordnen, und sich weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für ungeschützte Verkehrsteilnehmer überlegen.“

Ein Überbleibsel

Die Nutzung der Aufleitung ist jedoch gar nicht gewollt, wie sich auf Nachfrage bei der Polizei herausstellt. Laut Polizeisprecherin Heike Uhde besteht hier weiterhin die Radwegbenutzungspflicht.  Die irreführende Abzweigung ist ein Überbleibsel der Neugestaltung des Siemersplatzes aus dem Jahr 2013: „Hintergrund dieser Bauweise ist eine zu dem Zeitpunkt erwartete Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht für die Vogt-Wells- Straße in Richtung Behrmannplatz. Zu diesem Zweck wurde gemäß geltender Regeln diese Aufleitung des Radverkehrs auf die Fahrbahn erstellt.

Nach Fertigstellung  des Knotens wurde eine erneute Bewertung unter Hinzuziehung aktueller Verkehrsstärken vorgenommen. Im Ergebnis blieb die Radwegebenutzungspflicht aus Gründen der Verkehrssicherheit bestehen“, klärt Uhde auf. Sollte die Radwegebenutzungspflicht aufgrund geänderter Bewertungen in Zukunft aufgehoben werden, könnte die Aufleitung laut Polizei aber wieder erforderlich werden.

„Das PK 23 ist mit dem Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer in Kontakt, um eine klare Radverkehrsführung herzustellen ohne die Aufleitung endgültig zurückzubauen“, erklärt Heike Uhde. mf

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