Mit einem Diabeteswarnhund haben Kinder stets einen ausgebildeten Spezialisten an ihrer Seite Foto: happyanimals.net

Mit einem Diabeteswarnhund haben Kinder stets einen ausgebildeten Spezialisten an ihrer Seite Foto: happyanimals.net

„Gemeinsam sind wir stärker“

Zum Treffen der Diabetikergruppe kommt diesmal ein besonderer Gast

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Er heißt Alf, ist zehn Jahre jung und kann etwas, was nicht jeder Artgenosse kann: Der Wolfsspitz ist ein Diabeteswarnhund und kann bei Menschen mit Diabetes Typ 1 den schnellen Abfall des Blutzuckerspiegels, die sogenannte „Unterzuckerung“, wahrnehmen.

Und noch besser: Er warnt sein Herrchen oder Frauchen noch bevor kontinuierliche Blutzuckermessgeräte die Unterzuckerung anzeigen. Weil Alf das riechen kann und entsprechend ausgebildet ist, legt er entweder die Pfote auf oder er kratzt und läuft los und holt die Notfalltasche. Besonders geeignet sind diese speziell ausgebildeten Tiere für Kinder mit Diabetes – und deren Eltern. Mit diesem Gefährten an ihrer Seite fühlen sie sich sicherer, zum Beispiel wenn sie draußen unterwegs sind – und auch die Eltern wissen, dass ihr Kind in Sachen Diabetes einen ausgebildeten Spezialisten dabei hat. Auch nachts sind Alf & Co. sehr hilfreich und ersparen einem manche schlafraubende Messung. Für Menschen, die ein sogenanntes „reduziertes Körperempfinden“ haben, ist ein Diabeteswarnhund ebenfalls sehr geeignet.

„Dass der Hund es schon im Vorwege merkt und riecht, wenn der Blutzuckerspiegel sinkt, ist ein echter Vorteil“ erklärt Hundetrainerin Anja Rath, die Assistenz- und Diabeteswarnhunde ausbildet. Außerdem: „Der Hund ist nicht kallibriert (so wie die Geräte) und kann sich stets auf seinen Riecher verlassen. Und: Man kann ihn, auch wenn er nervt, nicht abstellen. Die Maschine schon“, schmunzelt Rath. Zum Diabeteswarnhund sind besonders Hunde mit langem Fang (langer Schnauze) und tendenziell gutmütige Rassen wie Retriever und Labradore  geeignet. „Ängstliche, aggressive oder ‚jagdlich motivierte‘ Tiere sind weniger gut geeignet“, so Rath.

Den Wolfsspitz Alf bringt sie am Donnerstag, 5. Juli, um 19 Uhr mit zum Treffen der Diabetikergruppe im Albertinen-Haus. Dort können ihn Betroffene, Angehörige oder Interessierte kennenlernen. cc

 

Teffen der Diabetikergruppe – diesmal mit Diabeteswarnhund Alf, Do., 5. Juli, um 19 Uhr, Albertinen-Haus, Sellhopsweg 18-22, Schnelsen. Teilnahme: kostenlos

 

Das ist die Diabetikergruppe in Schnelsen

 

Alle zwei Monate lädt die Diabetikergruppe ins Albertinen-Haus in Schnelsen ein: Zum Austausch untereinander, zur Information für Angehörige oder Interessierte und natürlich zur „Fortbildung“. Referenten oder Fachleute berichten über Themen, die vor allem für Diabetiker aber auch für Menschen, die viel mit Diabetikern zu tun haben, interessant sind. Das Spektrum reicht vom Vortrag über „Diabetes und Sport“ über die Vorstellung technischer Neuheiten bis hin zum Besuch des Diabeteswarnhundes. Die Anwesenden erfahren Neues, tauschen sich untereinander über ihre Erfahrungen aus und können sich gegenseitig helfen. Das ist manchmal nötig, fühlen sich doch Diabetiker zuweilen sogar diskriminiert. „Wenn zum Beispiel jemand sich am Arbeitsplatz kurz Insulin spritzen muss, wird das oft mehr kritisiert, als wenn jemand jede Stunde eine Rauchen geht“, berichtet Michaela Conrad von dem, was Betroffene erlebt haben. cc

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