In Niendorf-Nord Rund 240 Kinder gehen hier zur Schule

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Für eine Schule mit viel WIR!

Leiterin der Schule Moorflagen, Gesine Eichberg-Erdmann, in den Ruhestand verabschiedet

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Was Gesine Eichberg-Erdmann am meisten vermissen wird, wenn sie nun nach acht Jahren Leitung der Niendorfer Schule Moorflagen in den Ruhestand geht, beantwortet sie sekundenschnell: „Die Kinder!“ Wochenblatt-Redakteurin Kirsa Kleist hat ihr zum Ausstand aus dem Berufsleben noch weitere Fragen gestellt.

 

Abschied Gesine Eichberg-Erdmann ist froh, dass ihre Nachfolge geregelt ist Foto: kk

Abschied Gesine Eichberg-Erdmann ist froh, dass ihre Nachfolge geregelt ist Foto: kk

Niendorfer Wochenblatt: Wieso haben Sie sich damals für die Schulleitung entschieden?

Gesine Eichberg-Erdmann: Die Schullandschaft war ja 2010/11 ziemlich durchgerüttelt worden, als die Primarschulreform krachend gescheitert war. Meinen Posten als Abteilungsleiterin gab es plötzlich nicht mehr, weil es die Abteilung 4 bis 6 gar nicht mehr gab. Ich hatte aber ganz viel Energie, weil ich mich ja auf meine neue Aufgabe gefreut hatte. Es war also die Frage: zurück zum Unterrichten oder auf zu einer neuen Herausforderung? Da wurde eine neue Leitung für die Schule Moorflagen gesucht und ich dachte: „Versuch das doch mal.“

 

NW: Wie haben Sie damals Ihre neue Schule erlebt?

Eichberg-Erdmann: Die Schule Moorflagen praktizierte schon vieles, wofür ich immer eingestanden habe und auch so brannte. Das war einmal die Inklusion. Seit 1995 werden hier bereits Kinder mit speziellen Handicaps gemeinsam mit den anderen Kindern unterrichtet. Und diese Schule war Teil des Schulversuchs „Alleskönner“, bei dem es darum geht, den Kindern kompetenzorientiert und in der Grundschule ohne Noten Rückmeldungen zu geben.

Das hat mich sehr angesprochen und hat sich einfach gut gefügt.

 

NW: Was haben Sie selbst mit eingebracht?

Eichberg-Erdmann: Als ich hierher kam, gab es noch keinen Ganztag. Ich hatte die Chance, ihn einzurichten und zu gestalten. Das war die erste große Aufgabe. Heute profitieren wir sehr davon, mit unserem Kooperationspartner, der benachbarten Kita, Kinder sehr lange begleiten zu können. Außerdem ist die Inklusion mit all ihren Anforderungen ein Gebiet, auf das wir unseren Fokus legen und ganz stark daran arbeiten. Mittlerweile sind wir räumlich viel besser aufgestellt als vor ein paar Jahren, haben etwa einen vollausgestatteten Pflegeraum mit Hebeliftern und Scherenliegen, einen Fahrstuhl im Verwaltungstrakt und sind insgesamt sehr fortschrittlich in der Barrierefreiheit.

 

NW: Was ist außerdem typisch für die Schule Moorflagen?

Eichberg-Erdmann: Wir haben hier einen ganz, ganz großen Gemeinschaftsgedanken. Ich glaube, das kommt auch mit der Inklusion: Zu sagen, das sind wir, und alle gehören dazu.

 

NW: Was möchten Sie Ihrem Nachfolger mitgeben?

Eichberg-Erdmann: Wir wollten hier schon immer eine Schule schaffen, die gut ist für unsere Kinder, in der sie gut und angstfrei lernen können. Das heißt auch, dass nicht zu viel Druck herrscht, denn das kann sonst gerade bei Grundschülern viel kaputt machen. Alle Talente sollten sich so entwickeln wie es für die Kinder am besten ist.

 

NW: Welche Pläne haben Sie nach der „Schulzeit“?

Eichberg-Erdmann: Vieles ist einfach zu kurz gekommen. Es war eine tolle Arbeit, total abwechslungsreich, interessant und erfüllend. Aber, ganz ehrlich: In der Woche hat man so gut wie keine Freizeit mehr. Jetzt freue ich mich auf alles, was ich vernachlässigt habe: Lesen, Kultur, Spazierengehen, Freunde treffen, Zeit für meinen Vater haben. Und natürlich darauf, außerhalb der Ferien zu verreisen!

 

Zur Person

 

Bevor sie die Leitung der Schule Moorflagen übernahm, war Gesine Eichberg-Erdmann 21 Jahre lang Lehrerin an einer sogenannten Langformschule in Lurup. Sie hat dort viele Grundschüler als Klassenlehrerin begleitet, aber auch Englisch in den höheren Realschulklassen unterrichtet. Schließlich war sie Abteilungsleiterin der Klassen 4 bis 6 und eine Zeitlang auch kommissarische Stellvertreterin der Schulleitung.

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