Nadelöhr Durch die enge Frohmestraße quälen sich täglich viele Autos, verschiedene Buslinien, Radfahrer und Fußgänger Foto: ngo

Nadelöhr Durch die enge Frohmestraße quälen sich täglich viele Autos, verschiedene Buslinien, Radfahrer und Fußgänger Foto: ngo

Wie entwickelt sich die Frohmestraße?

Politik erhöht wegen Zukunftsplanung den Druck auf die Verwaltung

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Das Bezirksamt Eimsbüttel informiert Kommunalpolitiker über den Planungsstand „Frohmestraße positiv steuern“ –  und erntet Kritik.

 

Die Zentrumsentwicklung der Frohmestraße muss zügig vorangebracht werden. Das steht für alle Politiker im Regionalausschuss Lokstedt fest. Deshalb hatten CDU, SPD und Grüne bereits im November 2017 einen gemeinsamen Antrag auf den Weg gebracht. Der Bezirk Eimsbüttel wurde aufgefordert, den negativen Entwicklungstrend in Schnelsen zu stoppen. Die Verwaltung sollte eine aktuelle Bestandsaufnahme des Einzelhandels, der Leerstände, der Verkehrslage und Entwicklungsmöglichkeiten für Wohnen und Arbeiten erarbeiten – inklusive einer Bürgerbeteiligung. Die Ergebnisse sollten bis Ende März vorgestellt werden.

Mit mehreren Monaten Verspätung gab es jetzt von Jan Philipp Stephan, Fachamtsleiter Stadt- und Landschaftsplanung, einen Überblick über den bisherigen Planungsstand. Der Grund für die Verzögerung: Die Anforderungen seien sehr komplex. Deshalb gebe es zunächst einen ersten „Blick in die Werkstatt“, so Stephan.

Als Grundlage für die Zentrumsentwicklung Frohmestraße setzt der Bezirk auf sein Projekt „Eimsbüttel 2040“, das als Leitbild für die Entwicklung von Grünflächen, urbaner Kerne, Mobilität und Wohnen dienen soll. Die Frohmestraße solle demnach für Schnelsen der urbane Kern sein, ähnlich wie die Osterstraße für Eimsbüttel.

Ein Blick auf die Baugenehmigungen im gesamten Bezirk zeigt, dass Schnelsen zwischen 2011 und 2016 nach Niendorf die meisten Bauvorhaben aufweist. So lag 2016 die Einwohnerzahl bei 29 409, ein Plus von 6,9 Prozent (2011).

Zentrumsentwicklung Politik und Verwaltung wollen die Frohmestraße als urbanes Zentrum für Schnelsen langfristig und umfassend aufwerten Foto: ngo

Zentrumsentwicklung Politik und Verwaltung wollen die Frohmestraße als urbanes Zentrum für Schnelsen langfristig und umfassend aufwerten Foto: ngo

Um – im Gegensatz zu früheren Optimierungsversuchen –  die Frohmestraße nun umfassend auf einen positiven Weg zu bringen, spielen auch der Straßenraum, Bäume, Parkplätze, Einzelhandel, die Eigentümersituation und Öffentlichkeit eine Rolle. „Auch      gilt es, die Planungen und Entwicklungen wie der Hochbahn, der Verkehrsbehörde sowie der DEGES zum A7-Deckel und der angrenzenden Bereiche sowie     deren Auswirkungen zu kennen und einzubeziehen. Diese erhalten wir auch über den im Februar gestarteten Bebauungsplan Schnelsen 95,“ sagt Stephan.

Der von Stephan skizzierte Planungsstand wurde von den  Parteien kritisiert: Zu langsam, keine Bürgerbeteiligung, zu wenig Gespräche mit Vereinen und Institutionen im Stadtteil, keine Konzepte für den öffentlichen Nah- und Autoverkehr oder die Einbindung von Radfahrern und Fußgängern.

„Gute Ansätze. Trotzdem reicht uns das nicht. Wir erwarten eine kurzfristige Rückmeldung, wie die Bevölkerung in Schnelsen beteiligt wird,“ sagt Silke Seif (CDU), die eine Einbindung der Anwohner noch in diesem Jahr fordert.

„Obwohl es in Schnelsen eine gut funktionierende Kooperation über die Parteigrenzen hinweg gibt, bleibt das Gefühl, dass Schnelsen hintenüberfällt. Dieser Antrag sollte das ändern und wir hoffen, dass dies nun bei der Verwaltung angekommen ist,“ sagt Ali Mir Agha (Grüne).

Koorosh Armi (SPD) bemängelt das Arbeitstempo: „Nach sechs Monaten hatte ich eine größere Erwartungshaltung, aber ich bin nach unserer Kritik zuversichtlich, dass die Verwaltung Schnelsen und die Frohmestraße jetzt im Fokus hat. Wir brauchen insbesondere beim Verkehr eine Veränderung.“

Keine einfache Antwort

Für Fachamtsleiter Stephan gibt es keine einfache und schnelle Antwort: „Die Situation in der Frohmestraße ist vielfältig. Wir müssen zunächst unsere ‚Hausaufgaben’ machen und die Möglichkeiten ermitteln,“ erklärt der Stadtplaner.

Für wen ist die Straße?

Auch müsse vorab geklärt werden, für wen der begrenzte Straßenraum gedacht sein soll: Mehr Busverkehr, mehr Radwege und Parkplätze bedeuten weniger Bäume und schmalere Gehwege. Mit Tempo 30 oder der Verbannung der Busse könne die Aufenthaltsqualität für Passanten steigen. „Der Hauptpunkt konzentriert sich auf den Straßenraum. Es wird bei dem bestehenden Straßenraum sehr schwer, ausreichend Raum für alle bereitzustellen.“

Die Verwaltung will laut Stephan die Sommerpause nutzen und im Herbst die Politiker erneut informieren. „Eine Bürgerbeteiligung ist für die Entwicklung des Quartiers zwingend erforderlich. Einerseits um über die Entwicklungen zu informieren und andererseits um die Bedürfnisse der Bürger aufzunehmen. Eine Bürgerbeteiligung nur um eine Bürgerbeteiligung gemacht zu haben, ist aus meiner Sicht sinnlos. Wir sollten der Öffentlichkeit auch zu verstehen geben, welche Erwartungen wir von dieser haben,“ sagt Stephan. ngo

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