Treffen Die Bönningstedter Politiker Rolf Lammert (CDU, 2.v.li.) und Frauke Foth (SPD, 3.v.li.) im Gespräch mit betroffenen Anwohner aus Schnelsen Foto: ngo

Neues vom Funkturm

Auch Bönningstedter Politiker fordern einen neuen Standort für den umstrittenen Sendemast

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Nach der Kommunalwahl in Bönnigstedt deutet sich ein Politikwechsel an. Die Politiker Rolf Lammert (CDU) und Frauke Foth (SPD) aus der Nachbargemeinde unterstützen die Schnelsener in ihrem Kampf für einen Standortwechsel des umstrittenen Funkturms an der Landesgrenze.

„Der Funkturm muss weg,“ sagte Rolf Lammert am Mittwoch vergangener Woche bei einem Treffen mit Mitgliedern der Bürgerinitiative (BI) „Funkturm Landesgrenze Schnelsen“ und der Allianz Schnelsen Nord (ASN). Wie die betroffenen Anwohner im Märchenviertel fordert der CDU-Politiker, der sich am 21. Juni zur Bürgermeisterwahl in der Schnelsener Nachbargemeinde Bönningstedt stellt, einen anderen Standort für den Funkturm der Telekom: nahe an der Autobahn und aus dem Sichtfeld der betroffenen Schnelsener.

„Noch besser wäre es, wenn die Telekom-Anlage hinter dem Teufelssee neu errichtet werden würde,“ so Lammert. Unterstützt wird er von seiner SPD-Kollegin Frauke Foth. Beide fordern Konsequenzen aus diesem „Funkturm-Desaster“.

Wie bereits im Wochenblatt berichtet, wurde der Funkturm im Dezember 2017 von der Telekom auf dem Gebiet von Bönningstedt, wenige Meter zur Hamburger Landesgrenze, errichtet. Der Turm steht nur 11,7 Meter vom Grundstück der Schnelsener Familie Kesler entfernt. Diese wurde wie die anderen betroffenen Anwohner vorab nicht informiert.

Auch die Eimsbütteler Politik und Verwaltung hatten keine Kenntnis. „Aber auch wir wurden nicht über das Bauvorhaben informiert,“ so die Politiker Lammert und Foth aus Bönningstedt. Deshalb fordern CDU und SPD mehr Transparenz und eine aktive Bürgerbeteiligung bei künftigen Projekten in ihrer Gemeinde. „Wir werden nach der Bürgermeisterwahl auch den regelmäßigen Informationsaustausch mit Politikerkollegen aus Schnelsen und Niendorf wiederbeleben, damit sich so etwas nicht wiederholt,“ sicherte Foth den Anwohnern beim Vor-Ort-Termin am Funkturm zu.

Die Mitglieder von BI und ASN haben unterdessen eine Fachaufsichtsbeschwerde gegen die Pinneberger Baugenehmigungsbehörde sowie eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den noch amtierenden Bönningstedter Bürgermeister Peter Liske (BWG) eingereicht. Die Beschwerdeführer fordern, dass darüber aufgeklärt wird, wie es zu dieser Baugenehmigung kam. Die wurde nur durch die „Methode der Verfristung“ möglich (das Wochenblatt berichtete). Der Anwalt der Familie Kesler hat mittlerweile eine Klage gegen die umstrittene Baugenehmigung beim Verwaltungsgericht in Schleswig eingereicht. ngo

Info-Tag
BI und ASN veranstalten einen Info-Tag am Funkturm. Eingeladen sind neben Anwohnern und interessierten Bürgern Politiker aus Bönnigstedt und Eimsbüttel sowie der Arbeitskreis Elektrosmog des BUND. Termin: Sa., 16.6., 10 bis 18 Uhr, Bönningstedter Weg, Höhe Hausnr. 58, Schnelsen. Infos: www.asn-news.de

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