Auf dem Grundstück im Rimbertweg 19 sollen weitere Wohnungen entstehen Fotos: mf

Nachverdichtung im Rahmen des Bebauungsplans Lokstedt 67

Planung für Lokstedt 67 im Stadtplanungsausschuss vorgestellt

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Rund um den Rimbertweg sieht der Bebauungsplan Lokstedt 67 auf einer 4,2 Hektar großen Fläche eine Nachverdichtung mit 250 Wohnungen vor. Im Mai wurde das Projekt dem Stadtplanungsausschuss vorgestellt.

Auf dem Plangebiet, das die Flächen südlich und westlich des Lohkoppelweges, östlich des Ansgarweges und nördlich sowie südlich des Rimbertweges umfasst, stehen aktuell Wohnungen der Bauherren Lehrerbau und Buchdrucker Genossenschaft im Rimbertweg sowie der Kaifu Nordland Genossenschaft.

Anwohner, die im März auf einer öffentlichen Plandiskussion informiert wurden, sehen das hohe Maß der Nachverdichtung kritisch (das Wochenblatt berichtete) und stellten zahlreiche Fragen zu den geplanten Geschosshöhen und damit einhergehender Verschattung, Verlust des Baumbestandes und von Grünflächen, drohendem Verkehrsinfarkt sowie zu befürchteten Wasserschäden aufgrund weiterer versiegelter Flächen. Auch dass Grundstückseigentümer eventuell zur Erweiterung der Fußwege Flächen verlieren könnten, bereitete Sorgen. „Die Verbreiterung der öffentlichen Straßenverkehrsfläche für die sogenannte normgerechte Gestaltung der Gehwege wird im Bezirksamt noch geprüft“, erklärt Bezirksamtssprecher Kay Becker zu letzterem. „Eine mögliche Inanspruchnahme von privaten Grundstücksflächen wird aber vorab mit den Grundstückseigentümern abgestimmt. Die Grundstückseigentümer im Plangebiet haben bereits ihr Einverständnis signalisiert.“

Anwohner befürchten einen Verkehrsinfarkt im Quartier Foto: mf

Von der Information des Fachamtes für Stadt- und Landschaftsplanung im Stadtplanungsausschuss zeigten sich die anwesenden Anwohner enttäuscht, da ihre Fragen zwei Monate nach der öffentlichen Informationsveranstaltung unbeantwortet blieben. „Aus der Präsentation des Fachamtes geht eindeutig hervor, dass es viele Probleme im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan-Entwurf gibt. Hier sind unter anderen zu nennen das Problem des Grundwassers, das Problem der Entwässerung, das Verkehrsproblem, das Problem der fehlenden Infrastruktur. Hierfür sollen laut Fachamt Gutachten erstellt werden. Diese werden von unseren Steuergeldern gezahlt.

Unserer Meinung nach ließen sich diese Probleme sehr leicht lösen, es müssen lediglich die Anzahl der Gebäude und die Wohnungsanzahl reduziert werden. So werden vollgelaufene Keller, Verkehrsinfarkte und fehlende Infrastruktur verhindert“, resümiert Deborah Schmalbach von der Anwohner-Initiative. „Diese Reduzierung der Wohnungen muss bei der Entscheidung des Bebauungsplan-Entwurfes Lokstedt 67 seitens der Politiker im Stadtplanungsausschuss und des Bezirks Eimsbüttel berücksichtigt und gefällt werden“, fordert Schmalbach. Damit sei sowohl den bestehenden als auch den neuen Anwohnern gedient.

Verlust des Charakters

Kritisch sieht auch die CDU-Fraktion das Vorhaben: „Der Unmut der Bürger ist aus unserer Sicht verständlich. Das Verfahren wurde in Salamitaktik geführt. Nachdem man erst durch kleine Maßnahmen die Bürger eingelullt hat, sind nach und nach immer mehr Dinge zutage getreten. Die verschiedenen Bauvorhaben werden separat behandelt und erst die Vernetzung macht das Ganze so kompakt“, so Fraktionsvorsitzender Rüdiger Kuhn. „Wir können uns grundsätzlich auch eine Nachverdichtung und vor allem Modernisierung vorstellen aber nicht um den Preis, dass das Viertel seinen Charakter verliert. Daher ist die Größe und Anordnung wie in der Planung für uns unvorstellbar.“

Laut Bezirksamt Eimsbüttel soll der Bebauungsplan im ersten Halbjahr 2019 öffentlich ausgelegt werden. Bis dahin sollen laut Kay Becker auch ein Entwässerungskonzept und eine verkehrstechnische Untersuchung erstellt sein. Auch die Anzahl und Begutachtung der Bäume soll dann abgeschlossen sein: „Bäume, die in 1,30 Meter über der Erdoberfläche einen Stammdurchmesser von 25 Zentimetern oder mehr haben unterliegen der Baumschutzverordnung. Im Rahmen einer Fällgenehmigung würden dann Ersatzpflanzungen festgelegt“, erklärt Becker. „Falls eine Ersatzpflanzung auf dem Grundstück selbst nicht möglich ist, wäre ein finanzieller Ausgleich zu leisten. Dieser fließt in einen Ausgleichsfonds, mit dem Bäume an anderer Stelle im Stadtgebiet neu gepflanzt werden.“ mf

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