Neubau So soll die neue Konzernzentrale von Beiersdorf in der Troplowitzstraße in Lokstedt aussehen Foto: Beiersdorf AG

Beiersdorfs Baupläne

Dax-Konzern setzt mit neuer Zentrale weiter auf den Standort Lokstedt

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Beiersdorf baut eine neue Firmenzentrale in Eimsbüttel. Einzelheiten zum Neubau wurden jetzt im Regionalausschuss Lokstedt vorgestellt.
Rund 230 Millionen Euro investiert Beiersdorf in den Bau der neuen Zentrale, die auf dem Gelände zwischen Troplowitzstraße und  Stresemannallee in Lokstedt entsteht. Bis 2023 sollen Hauptverwaltung, Bürogebäude und das neue Labor mit unterirdischem Ladehof fertig sein, erklärte Bernhard Steinkopf,  Leiter Projektmanagement der Beiersdorf Immobilienentwicklungs GmbH, den Bezirkspolitikern.

Neubau So soll die neue Konzernzentrale von Beiersdorf in der Troplowitzstraße in Lokstedt aussehen Foto: Beiersdorf AG

Rund 3000 Mitarbeiter des Hautpflege-Produzenten sollen hier Platz finden. Seit Anfang des Jahres werden die Entwürfe von Hadi Teherani Architects aus Hamburg und dem Münchner Architekturbüro „Brechensbauer Weinhart + Partner Architekten mbB“ realisiert. Das Labor mit der Tiefgarage, die mit sieben Lkw-Rampen den Waren- und Güterverkehr sowie die Rangiervorgänge unter die Erde verlegen wird, soll 2020  als erstes der drei Bauprojekte fertig sein, sagte Jan Finke, Leiter Projektentwicklung und –planung der Beiersdorf Immobilienentwicklungs GmbH.

Das Labor wird eine Fläche von etwa 10 000 Quadratmetern haben und sechs Stockwerke umfassen. Das Gebäude der Hauptverwaltung soll ein Jahr später bezugsfertig sein. Die 37 000 Quadratmeter werden sich auf sieben Etagen verteilen.

Das Bürogebäude, das in der Troplowitzstraße, Ecke Wiesingerweg entstehen wird, umfasst 15 000 Quadratmeter auf sieben Stockwerken.
Alle Gebäude werden hohe Umweltstandards erfüllen und nach der US-Norm LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) gebaut. Die ökologischen Standards nach diesem Zertifizierungssystem seien derzeit das Maß aller Dinge im Bereich umweltfreundliches,
ressourcenschonendes und nachhaltiges Bauen, so Steinkopf von Beiersdorf auf Nachfrage durch die Grünen im Ausschuss.

Um den Verkehr rund um das Gelände zu entzerren und zu dezentralisieren gibt es zwei Tiefgaragenein- und Ausfahrten. Zudem seien ein zentrales Fahrradhaus mit 500 Stellplätzen und weitere Fahrradparkplätze geplant, erklärte Finke. Fahrradfahrer könnten die Zentrale an mehreren Punkten anfahren.

Auf dem neuen Gelände soll es auf Nachfrage des Wochenblatts auch wieder Anwohnerparkplätze geben, die nachts genutzt werden können, so eine Unternehmenssprecherin. Großes Interesse hat Beiersdorf an einer direkten Anbindung an die geplante U-Bahnlinie 5. „Eine Haltestelle im Bereich Hoheluftchaussee, Gärtnerstraße, Martinistraße, Troplowitzstraße würde die Erreichbarkeit der neuen Konzernzentrale, neben den vorhandenen Busanbindungen, deutlich verbessern“, gibt Beiersdorf an.

So habe sich der Konzern auch mit der Hochbahn Hamburg über den aktuellen Stand der Planungen, vor allem über den Trassenverlauf, Haltestellen sowie den groben Zeitplan erkundigt. Das bisherige Büro-Gelände in der Unnastraße, Ecke Quickbornstraße soll laut einer Unternehmenssprecherin langfristig in ein Wohnquartier umgewandelt werden.

Bereits bei der Vorstellung der Baupläne im Juni 2017 sprach Vorstandschef Stefan Heidenreich von einer „Jahrhundertentscheidung“. „Mit den geplanten umfangreichen Investitionen bekennen wir uns gleichzeitig zum Standort Deutschland und zu Hamburg,“ so Heidenreich. Das Bekenntnis zum Standort Hamburg mündete kürzlich in einer umstrittenen Entscheidung. Die Hamburgische Bürgerschaft stimmte mit großer Mehrheit für den Verkauf von zwölf Hektar Grünfläche zwischen Grandweg, Stresemannallee und Veilchenweg an Beiersdorf.

Der Konzern hat somit eine langfristige Option auf eine Vergrößerung seiner Unternehmens- und Produktionsfläche in Lokstedt. Wie berichtet hatten die Linksfraktion, die betroffenen Kleingartenbesitzer, Anwohner sowie die Initiativen „Lebenswertes Lokstedt“ und „Stopp den Grünfrass“ vergeblich gegen den Verkauf der städtischen Kleingartenareale gekämpft. ngo

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