Lärmschutzdeckel Der Schnelsener Tunnel, hier Blick in Fahrtrichtung Süden, soll demnächst für den Verkehr freigegeben werden Foto: privat

Lärmschutzdeckel Der Schnelsener Tunnel, hier Blick in Fahrtrichtung Süden, soll demnächst für den Verkehr freigegeben werden Foto: privat

Spaziergang durch A7-Röhre

Direkte Autobahn-Anwohner konnten den Tunnel in Schnelsen vor Freigabe besichtigen

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Die erste Hälfte des Tunnels ist fast fertig. In Kürze wird der Autobahnverkehr durch die Weströhre des Schnelsener Lärmschutzdeckels rollen. Direkte Anwohner der Baustelle konnten nun den Tunnel zu Fuß erkunden.

 

Am vergangenen Sonnabend bot sich Anwohnern, die direkt an der A7-Baustelle in Schnelsen leben, die Gelegenheit, die Weströhre des Lärmschutzdeckels ohne Auto in Augenschein zu nehmen. Das Baukonsortium Via Solutions Nord (VSN) hatte Anwohner aus dem Jungborn, der Frohme- und Heidlohstraße sowie aus dem Röthmoor- und Vogt-Kock-Weg zu einem Rundgang über die Baustelle eingeladen. Gemeinsam mit Vertretern von DEGES, der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) sowie von der ARGE A7 führte VSN-Sprecher Florian Zettel rund 300 Menschen in verschiedenen Gruppen durch den Tunnel. „Aus Sicherheitsgründen haben wir von einem ‚öffentlichen Besichtigungstermin’ abgesehen und lediglich die direkt betroffenen Anwohner eingeladen,“ begründet Zettel die „exklusive“ Veranstaltung. „Da wir kurz vor der Verkehrsfreigabe der Weströhre stehen, ist eine weitere Besichtigung nicht vorgesehen“, ergänzt er auf Nachfrage vom Wochenblatt.

Abstieg in den Tunnel Direkte Anwohner hatten am Wochenende die Möglichkeit, die Weströhre des Lärmschutzdeckels zu Fuß zu erkunden Foto: privat

Abstieg in den Tunnel Direkte Anwohner hatten am Wochenende die Möglichkeit, die Weströhre des Lärmschutzdeckels zu Fuß zu erkunden Foto: privat

Bei den Anwohnern kam der Termin offenbar gut an: „Wir haben großen Zuspruch von den Anwohnerinnen und Anwohnern bezüglich der Veranstaltung, aber auch der Baumaßnahme insgesamt bekommen,“ so Zettel über die Rückmeldungen der geladenen Besucher. Die Sicherheitseinrichtungen haben die Anwohner besonders interessiert. Dazu gehören etwa die sechs Notrufstationen in jeder Röhre, die vier Notrufsäulen in den Tunnelvorfeldern und die Videoüberwachungsanlage mit insgesamt 60 Kameras. Auch die automatische Tunnelbrandmeldeanlage stieß auf großes Interesse. Hydraulische Notöffnungen sorgen für eine barrierefreie Evakuierung.

Der Innenausbau der Weströhre ist bereits seit einigen Wochen fast abgeschlossen. „Lediglich kleinere Restarbeiten finden derzeit statt. Aktuell läuft der Probebetrieb der Hamburger Behörde Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer“, sagt Zettel zum aktuellen Stand der Bauarbeiten.

Tunnel-Verkehr im Juni

Noch im Juni soll der Autobahnverkehr erstmals durch den Tunnel geleitet werden. Ein genaueres Datum kann erst nach dem Probebetrieb bekannt gegeben werden. Wenn der Verkehr durch die Weströhre reibungslos läuft, soll mit dem Bau der Oströhre begonnen werden. „Die Baumaßnahmen auf der Ostseite des Tunnels beginnen etwa zwei Wochen nach der Verkehrsfreigabe der Weströhre. Diese zweiwöchige Karenzzeit ist notwendig, um gegebenenfalls Anpassungen an der Verkehrsführung vornehmen zu können.“ Während die A7-Auffahrt Schnelsen Nord in Fahrtrichtung Flensburg wieder für den Verkehr freigegeben wurde, bleibt die A7-Auffahrt Schnelsen in Fahrtrichtung Süden bis zum Bauzeitende des gesamten Tunnels im zweiten Halbjahr 2019 gesperrt. ngo

 

Der Schnelsen- Tunnel

Er ist mit den modernsten Sicherheitstechniken ausgestattet: So überwachen 60 hochauflösende Kameras, die im gesamten Tunnel und den Tunnelvorfeldern installiert sind, den Verkehr. Alle Kameras werden extern gesteuert. Sie dienen der visuellen Überwachung und Personenerkennung im Tunnel. Auch stehende Fahrzeuge und der Rauch werden so erfasst. Innerhalb von 15 Sekunden können die Kameras Abweichungen erkennen. Zudem gibt es für eine schnelle Evakuierung und Einsprache im Tunnel und im Vorfeld 66 Grenzflächen-Hörner und 20 Horn-Richtlautsprecher. So ist eine direkte Ansprache je Lautsprecherpaar und Abschnitt sowie das Abspielen von vorprogrammierten Textbausteinen oder Rundfunkeinspielungen möglich. Damit all diese Systeme zur Sicherheit, zum Tunnelbetrieb und zur Verkehrssicherheit im realen Betrieb fehlerfrei und korrekt miteinander zusammenarbeiten, müssen diese im Vorwege getestet werden. Dies gilt auch für die so genannte Umfelddatenerfassung. Dazu gehören Sichtweitenerfassung, Niederschlagserfassung, Lufttemperatur und -feuchte, die Fahrbahnzustandserfassung sowie die  Fahrbahntiefentemperaturmessung. ngo

 

Weitere Infos rund um den Lärmschutzdeckel Schnelsen: www.via-solutions-nord.de

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