Beim Sondertraining für die Special Olympics in Eppelheim, Leon in Aktion Foto: SOD/Jo Henker

Schnelsener bei Olympia

Der 17-jährige Leon startet bei den Special Olympics, die diese Woche in Kiel stattfinden

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„Auf die Plätze…“ heißt es diese Woche in Kiel, wenn auch Leon Hamerich, 17, aus Schnelsen vom Startblock aus ins Wasser springt. Unter dem Motto ‚Gemeinsam stark‘ messen sich in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt über 1700 Athleten und Athletinnen und Unified Partner (Sportpartner ohne Handicap) bei den nationalen Sommerspielen der Special Olympics. Auch der Eimsbütteler Turnverband (ETV) geht mit 22 Sportlern in den Disziplinen Schwimmen und Judo ins Rennen.

Ingesamt 19 Sportarten gehören zum Wettbewerb für geistig behinderte Breitensportler in Kiel. Leons Disziplin ist das Schwimmen. „Wir sind so stolz auf Leon“, schrieb seine (Pflege-)Mutter Claudia Hamerich dem Wochenblatt. Zu Recht, denn die Teilnahme in Kiel krönt Leons bisherige Schwimmkarriere, die ihn bereits zum Hamburger Meister bei den 100 Metern Brust, in der Lagen Staffel (50 Meter Schmetterling), der Unified Staffel (zwei Schwimmer mit und zwei ohne Behinderung) sowie zum Vize-Meister in den 100 Metern Freistil gekürt hat.

Seit 2015 schwimmt Leon beim Eimsbütteler Turnverband. Trainerin Petra Böösch räumt ihm für Kiel gute Chancen bei den 100 Metern Brust und Freistil aus, „ein Platz unter den ersten Fünf ist für Leon jeweils drin.“ Auch bei der Lagen- und der Unified Staffel wird er mit am Start sein.

Glück für den jungen Sportler, dass sowohl seine Schwimmlehrerin an der Schule wie auch Petra Böösch vom ETV mit ihrer mehr als 30-jährigen Erfahrung als Schwimmtrainerin sein Talent direkt erkannt haben. Denn wie Dirk Hamerich erzählt, gab es dazwischen auch Trainer, die kein gutes Auge hatten und Leon nach dem Vorschwimmen direkt wieder nach Hause schickten. Selbst wenn es zwischendurch mal Motivationshänger gab, Claudia und Dirk Hamerich sind immer für ihre Kinder da (auch Leons Bruder Alexander lebt in der Familie) und unterstützen sie wo es nur geht. „Ich bin sogar Ende April mit Leon zum Sondertraining für die Special Olympics nach Eppelheim bei Heidelberg gefahren“, erzählt Papa Dirk, „das war ein tolles Erlebnis.“ Leon traf dort unter anderem auf Thomas Lurz, den erfolgreichsten deutschen Freiwasserschwimmer und Ex-Weltmeister, dem das Thema Behindertensport sehr am Herzen liegt. „Ein riesiger Motivationsschub für Leon und die anderen Teilnehmer, wenn so jemand beim Training dabei ist“, freut sich Leons (Pflege-) Vater.

Sein Start bei den Special Olympics wird Leon sicher ein Leben lang in zweifacher Erinnerung bleiben, denn am Montag fanden nicht nur die Akkreditierung und erste Vorkämpfe statt, der Schnelsener feierte auch seinen 17. Geburtstag.

Seine Familie kann ihn am heutigen Mittwoch in die Arme schließen, nachdem sie ihn bei seinen drei Finalkämpfen vom Zuschauerrang aus ordentlich angefeuert haben. Am nächsten Sonnabend geht es dann nach einer ereignis- und hoffentlich erfolgreichen Woche auch für das Sportler- und Betreuerteam des ETV wieder zurück nach Hamburg. ap

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