Headcoach Tim Crow Hamburger Stealers

Headcoach Tim Crow Foto: ap

Die Aufholjagd muss zünden

Niendorfs Bundesliga-Baseballer müssen Rückstand aufholen - Coach Tim Crow im Interview

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Frustrierender Start in die neue Bundesliga Saison für die Hamburg Stealers, auch das erste Spiel im heimischen Niendorf konnte keine Glückssträhne einläuten. Die Bilanz nach acht Spielen: nur ein Sieg.

 

Die Wochenblatt-Redakteurin Angela Preuß sprach mit Headcoach Tim Crow, 54-jähriger US- Amerikaner und ehemaliger Profi-Baseballer, über den bisherigen Verlauf der Saison, darüber, wie er die Bilanz noch herumreißen will und über Baseball im Vergleich Deutschland – USA.

 

Niendorfer Wochenblatt: Die bisherige Bilanz lautet 7:1, kein wirklich gutes Ergebnis nach acht Spielen.

Tim Crow: Das stimmt, aber wir waren mit 2:0 oder 2:1 Niederlagen oft nur ein oder zwei Schläge vom Sieg entfernt, das waren wirklich enge Ergebnisse. Zudem sind wir mit Spielen gegen Bonn, Solingen und Paderborn in die Saison gestartet, alles sehr starke Teams, die letztes Jahr in den Playoffs waren. Der Start war also relativ hart für uns und dafür haben wir uns gut behauptet, außer dass die Offense noch nicht rund genug lief. Ich habe aber Verbesserungen von Spiel zu Spiel gesehen und bleibe in jedem Fall zuversichtlich.

 

Niendorfer Wochenblatt: Was ist der Plan für die verbleibenden 12 Spieltage?

Tim Crow: Das Team und ich analysieren natürlich die Spiele und sitzen auch nach den Trainings zusammen um zu überlegen, was zu tun ist. Wir rotieren verschiedene Spieler-Positionen, wechseln aus und schauen, wie wir am stärksten spielen können um den Funken zum Erfolg zu zünden. Für mich ist das Wichtigste, dass die Jungs weiter zuversichtlich sind, sich nicht unter Druck setzen und enttäuscht sind, sondern entspannt und voller positiver Energie in die Spiele gehen. Mentale Stärke ist enorm wichtig um jetzt die Aufholjagd zu starten.

 

Niendorfer Wochenblatt: Ist Spitzenreiter Bonn überhaupt schlagbar?

Tim Crow: Auf jeden Fall! Wir haben gegen die Bonn Capitals im zweiten Spiel nach zwei extra Innings (Verlängerungen, Anm. d. Red.) nur ganz eng 1:2 verloren. Das gleiche mit 0:2 und 1:2 gegen Paderborn. Da ist noch alles drin.

 

Niendorfer Wochenblatt: Wie unterscheidet sich US-Baseball von dem in Deutschland?

Niendorfer Wochenblatt: Dies ist mein viertes Jahr als Coach in Europa, ich war zuvor in Österreich. Der größte Unterschied besteht darin, dass in den USA wesentlich mehr Zeit für Baseball aufgewendet wird. Wir trainieren dort sechs Tage die Woche und machen 45-50 Spiele anstatt 20-25 wie hier in Deutschland. Die Stealers trainieren zweimal die Woche nach Feierabend, die Spiele finden am Wochenende statt. Dennoch ist die Qualität des Spiels bezogen auf den Zeitfaktor sehr gut. Einige der guten deutschen Spieler haben Erfahrungen in den USA gesammelt, jede Mannschaft hat Importe aus den USA, Australien oder Kanada, so dass die Mischung und das Niveau recht solide sind.

 

Niendorfer Wochenblatt: Baseball gehört in Deutschland eher zu den Randsportarten. Warum ist das so?

Tim Crow (lacht): Das frage ich mich auch! Viele Deutsche verstehen die Baseball Regeln nicht wirklich und haben daher wenig Interesse. Wir arbeiten aber daran, dass sich das ändert und wollen mit Werbung, buntem Rahmenprogramm und Livestreams mehr Fans gewinnen, die uns auch kräftig bei den Heimspielen am Niendorfer Ballpark unterstützen. ap

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