Parken Viele Autofahrer parken ihr Fahrzeug wie den Smart quer zur Fahrbahn. Beim Ausparken fahren viele Fahrer nicht rückwärts aus, sondern fahren über den Gehweg bis zur nächsten regulären Einfahrt Fotos: ngo

Parken Viele Autofahrer parken ihr Fahrzeug wie den Smart quer zur Fahrbahn. Beim Ausparken fahren viele Fahrer nicht rückwärts aus, sondern fahren über den Gehweg bis zur nächsten regulären Einfahrt Fotos: ngo

Parkfläche statt Gräben?

Anwohner fordern Lösungen für das Parkproblem entlang der Holsteiner Chaussee in Schnelsen

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Parkplatznot und Falschparker in der Holsteiner Chaussee ärgern Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer. Auch die Schnelsener sehen das Parkproblem kritisch.

 

Wie berichtet befahren Autofahrer entlang der Holsteiner Chaussee regelmäßig Rad- und Gehwege, um auf Parkflächen zu gelangen. Da diese Flächen nicht für den Autoverkehr gebaut sind, werden sie durch die Belastung beschädigt und verdrecken.

Auch Bernd Kaczmarek, der seit 35 Jahren in der Holsteiner Chaussee, Höhe Halstenbeker Straße wohnt, beobachtet seit Jahren das Problem. „Zum Glück haben wir einen eigenen Parkplatz,“ sagt der 77-Jährige, „aber für Autofahrer ohne Stellplatz ist die Situation schwierig.“ Zudem parken fast alle Autos, wie etwa der Smart (s. Foto), quer zur Fahrbahn und die Fahrer wollen sich nicht rückwärts wieder auf die B4 einfädeln. Die Mehrzahl fährt stattdessen über den Rad- und Gehweg zur nächsten regulären Ausfahrt, um im Vorwärtsgang wieder auf die Hauptstraße einzubiegen. Das ist natürlich verboten, so Ralph Poluda, stellvertretender Leiter vom Polizeikommissariat (PK) 24.

Das Aufstellen von Parkbügeln, damit die Autos nicht über den Gehweg fahren, ist für das Bezirksamt Eimsbüttel aber keine Option: „Es müssten konsequenterweise entlang aller Grundstückzufahrten Pfosten gesetzt werden, womit die Benutzung des Geh- und Radweges für Radfahrer, Kinderwagen und Rollstuhlfahrer stark eingeschränkt wäre,“ sagt Bezirks- amtssprecher  Kay Becker.

Immer wieder landen Autofahrer mit der Motorhaube im Graben, wenn das Grün der Gräben hoch gewachsen ist

Immer wieder landen Autofahrer mit der Motorhaube im Graben, wenn das Grün der Gräben hoch gewachsen ist

Bernd Kaczmarek fragt sich, warum die Stadt nicht die Gräben zuschüttet und so mehr Park- raum schafft. Zudem seien die Gräben oft voller Müll und die Grünpflege unzureichend. „Im Sommer schneiden wir selbst das Gras, damit die Einfahrten zwischen den Grabenabschnitten sichtbar bleiben,“ sagt Kaczmarek.

Auch hier gibt es eine klare Absage: „Nein! Die Gräben dienen der Straßenentwässerung. Das Anstauen des Niederschlagwassers in den Gräben ist gewünscht und wichtig, denn hierdurch wird ein gedrosselter Ablauf in die weiterführenden Gewässer und Siele gewährleistet. Die Gräben haben deshalb eine wichtige Rückstau-Funktion, um das Oberflächenwasser insgesamt gut ableiten zu können,“ erklärt der Bezirksamtssprecher. Auch das Thema Grabenpflege habe der Bezirk im Blick: „Die Gräben in der Holsteiner Chaussee werden mindestens einmal jährlich grundgereinigt. Die letzte Reinigung fand von Mai bis August 2017 statt. Dabei wurden die Grabenrohre auf voller Länge auch gespült. Dokumentiert wurde, dass die Gräben leider stark zugemüllt waren und einige Anlieger auch Laub in den Gräben entsorgt haben. Die nächste Pflege ist für Juni/Juli 2018 eingeplant.“

Unfallträchtig

Für Anwohner Kaczmarek könnte durch das Zuschütten der Gräben ein weiteres Problem gelöst werden: Mehrmals im Jahr landen Autofahrer mit der Motorhaube im Graben, weil sie in der Dunkelheit nicht erkennen, dass die Fläche neben den parkenden Autos keine freie Stellfläche, sondern ein Graben ist. Das passiert besonders, wenn die Grabenränder zugewuchert sind und der Fahrer die Örtlichkeit nicht kennt. „Dann muss der Pannendienst die Autos wieder rausholen,“ sagt der 77-Jährige. Vor einigen Jahren haben Holzpfosten am Grabenrand ein „Wildparken“ verhindert, so Kaczmarek. Diese werden aber nicht wieder aufgestellt. „Sowohl auf dem angrenzenden Grünstreifen wie auch im Böschungsbereich des Grabens ist das Parken unzulässig. Wer es dennoch tut, geht eigenes Risiko ein. Wir halten es deshalb nicht für angemessen, die Bereiche großflächig baulich zu schützen. Insbesondere im Rahmen von Mäh- und Unterhaltungsarbeiten stellen die Holzpfosten eine Behinderung dar. Auch ist der vorgeschriebene Mindestabstand zur Fahrbahn nicht in allen Bereichen einzuhalten,“ sagt Becker vom Bezirksamt.

Dennoch wird sich das Bezirksamt auf Antrag des Regionalausschusses Lokstedt mit Vertretern von Politik und Polizei gemeinsam die Probleme vor Ort anschauen. Da die Planungshoheit für Hauptverkehrsstraßen beim Landesbetrieb  Straßen Brücken und Gewässer (LSBG) liegt und der Bezirk nur unterhaltungspflichtig ist, werden auch LSBG-Vertreter an der Begehung teilnehmen. Ein Termin mit allen Beteiligten soll zeitnah stattfinden, bestätigt Ralph Poluda vom PK 24. ngo

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