Grünes Licht für P+R-Anlagen

Regionalausschuss Lokstedt billigt neue Pläne - mehr Parkmöglichkeiten für Fahrräder

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Weniger Baumfällungen, mehr E-Ladestationen und mehr Behindertenparkplätze. Der Umbau der P+R-Flächen in Lokstedt, Niendorf und Schnelsen zu kostenpflichten Parkanlagen startet im Sommer.

 

Die ersten Modernisierungskonzepte für die P+R-Anlagen Hagenbecks Tierpark, Niendorf Markt und Schnelsen sorgten im Februar im Lokstedter Ausschuss für teils heftige Diskussionen. Die Grünen und SPD forderten die Zahl der Baumfällungen zu reduzieren. Im April stellt Jan Krampe, Geschäftsführer  der P+R-Betriebsgesellschaft, die angepassten Konzepte im öffentlichen Teil der Sitzung den Politikern, der Verwaltung und interessierten Bürgern vor.

Im Sommer soll in Lokstedt der Standort Hagenbecks Tierpark als erste der drei Anlagen saniert und modernisiert werden. Statt der geplanten 47 Bäume werden nun 29 Bäume gefällt. Zudem sind 24 Neupflanzungen geplant. Wie in Niendorf und Schnelsen werden die Baumsorten noch festgelegt. „Die Bäume müssen mit den beengten Bedingungen auf den Parkplätzen zurechtkommen. Dazu gehören etwa Feldahorn oder Hainbuche,“ erklärt Krampe. Für den Erhalt der Bäume musste im Gegenzug die Zahl der geplanten Parkplätze von 121 auf 106 reduziert werden. Davon werden drei zu Behindertenstellplätzen und zwei Plätze mit E-Ladesäulen ausgebaut. Stellflächen für Motorräder sind nicht vorgesehen. Krampe kündigte zudem den Ausbau des B+R-Angebots an. Die Zahl der Fahrradabstellplätze soll von derzeit 100 auf 200 steigen. Die B+R-Anlage wird getrennt von der P+R-Fläche entstehen, dafür aber näher am Haltestellenzugang liegen. Gesicherte Mietplätze mit Schließfächern sowie Lademöglichkeiten für E-Bikes sind fest eingeplant. „Die Planungen sollen im Sommer starten, der Um- und Ausbau beginnt 2019,“ sagte Krampe.

Auch in Niendorf Markt wurde nach dem Antrag von Rot-Grün die Zahl der Baumfällungen reduziert. Die Eichen entlang der Paul-Sorge-Straße bleiben erhalten. Die Zahl der Baumfällungen sinkt von 20 auf 15 und neun Ersatzpflanzungen sind geplant. Die Ersatzbäume sollen bei Pflanzung eine Höhe von etwa sechs Metern haben. Von den 110 Parkplätzen sind vier Behindertenplätze und zwei Stellplätze mit E-Ladesäulen. Stellflächen für Motorräder gibt es nicht. Auf Grund der verschiedenen Standorte wird die Niendorfer B+R-Anlage später geplant und ab 2019 ausgebaut. „Die Anzahl der Fahrradabstellplätze an der Haltestelle Niendorf Markt soll von heute etwa 400 auf 600 steigen. Auch hier sind Schließfächer mit Lademöglichkeiten für E-Bikes geplant,“ sagt Krampe. Die Plätze sind Teil des B+R-Entwicklungskonzeptes. Bis 2025 werden hamburgweit 28 000 Fahrradparkplätze entstehen.

Weniger umstritten waren die Planungen für die Anlagen in Schnelsen, wo auf Grund der örtlichen Situation die sanierten P+R- und B+R-Anlagen auf einer gemeinsamen Fläche und zeitgleich entstehen. Die 24 Baumfällungen entfallen. Die Neupflanzung erhöht sich von 10 auf 16 Bäume, dadurch entfallen die Motorradstellplätze. Die P+R- Stellplätze werden von 100 auf 119 ansteigen, davon werden vier behindertengerecht sein und zwei mit  E-Ladesäulen ausgestattet. Die Zahl der Fahrradplätze steigt von 118 auf 264, davon werden 40 gesichert und 108 überdacht sein. Die Lademöglichkeiten für E-Bikes sind in den 16 Schließfächern. Baustart ist noch in diesem Jahr.

Zur Kasse, bitte!

Wie berichtet werden alle drei Anlagen nach Abschluss der Baumaßnahmen, zu denen auch eine Sanierung der Flächen und Lichtanlage, die Installation von Audio-, Video- und Notrufeinrichtungen gehört, kostenpflichtig. Pro Tag werden 2 Euro fällig, der Monat kostet 20 Euro und das Jahresticket 200 Euro. Die Gebühren sind rund um die Uhr fällig. „Die Gebühren sind notwendig, da wir alle unsere Parkflächen für Auto- und Radfahrer regelmäßig pflegen und in Stand halten,“ so Krampe. Zwar werden die drei Standorte ohne Schranke gebaut, dennoch müssen Nutzer mit stichprobenartigen Kontrollen durch P+R-Mitarbeiter rechnen. Wer kein HVV-Abo hat, kann gleich beim P+R-Kontrolleur das Parkticket und den Fahrschein kaufen. „Unsere Mitarbeiter haben mobile Drucker,“ erklärt Krampe. Damit soll auch eine missbräuchliche Nutzung der kostengünstigeren P+R-Anlage – etwa durch Besucher des Hagenbecks Tierparks – verhindert werden. Die Parkanlagen sind für Nutzer gedacht, die auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, erklärt Krampe. ngo

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