Bäume müssen Kleingärten weichen

Mehr als 30 Bäume fielen in der Niendorfer Straße 99 Axt und Säge zum Opfer

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Auf der Fläche Niendorfer Straße 99 sollen in diesem Jahr Kleingärten entstehen. Dafür mussten nun mehr als 30 Bäume weichen. Nachbarn sprechen von einem Schildbürgerstreich.

 

Bis vor kurzem wurde das Gelände Niendorfer Straße 99 als Erstaufnahmestelle für Geflüchtete genutzt. In Zukunft sollen hier 16 Kleingartenparzellen entstehen, mit dem Bau will die Abteilung Stadtgrün des Bezirksamtes Eimsbüttel noch in diesem Jahr beginnen. Als vorbereitende Maßnahme rückten nach dem Abbau der Container erst einmal die Motorsägen an: Mehr als 30 Bäume mussten weichen, darunter eine stattliche Tanne mit einem Stammumfang von 220 Zentimetern, elf Bäume mit einem Stammumfang von 90 bis 120 Zentimetern, 20 Bäume mit einem Stammumfang von 60 bis 90 Zentimetern sowie diverse Sämlinge im Gehölzstreifen an der Kollau. Hinzu kamen außerdem vier junge Laubbäume mit einem Stammumfang von 20 Zentimetern, die extra zur Eröffnung der Flüchtlingsunterkunft im Jahr 2015 gepflanzt wurden als Ausgleichspflanzungen für Bäume, die der Unterkunft weichen mussten. „Welch Schildbürgerstreich“, ärgert sich Anwohner Andreas Sasse. Die Kleingärtenfläche wird von der Quantum Immobilien AG als Teilausgleich zur Verfügung gestellt für Parzellen, die dem Bauprojekt des Unternehmens in der Julius-Vosseler-Straße weichen  müssen.

Nach Auskunft des Bezirksamtes wird auf dem mittleren Bereich des Geländes eine Streuobstwiese mit 32 Obstbäumen entstehen. „Im südlichen Bereich zwischen Streuobstwiese und Kollau wird die Retentionsfläche,  die dem Hochwasserschutz dient, ausgebaut und ökologisch aufgewertet. Retentionsfläche und Streuobstwiese sind naturschutzfachlich anerkannte Ausgleichsflächen, die als Ökokonto festgesetzt und im Zuge der Eingriffsregelung angerechnet werden“, erklärt Pressesprecher Kay Becker vom Bezirksamt Eimsbüttel. „Nach Abschluss der Arbeiten wird laut des von uns beauftragten ökologischen Gutachtens vom Dezember 2017 insbesondere durch Anpflanzung der Obstbaumwiese, optimaler Umgestaltung der Retentionsfläche mit Zu- und Abläufen der Kollau sowie deren Ufergestaltung und Entstehung von Feuchtzonen eine ökologische Aufwertung der Gesamtfläche erfolgt sein.“  mf

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