Die grau markierten Gebäude sollen den Bestand ergänzen Quelle: Darstellung WRS Architekten & Stadtplaner auf Kartengrundlage: ALKIS, Herausgeber: FHH / LGV unter Berücksichtigung der Entwürfe von STOY Architekten, Neumünster und coido architects, Hamburg

Nachverdichtung ja, aber bitte in Maßen!

Lokstedter fürchten um die Lebensqualität rund um den Rimbertweg

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Der Bebauungsplan Lokstedt 67 wird für die 4,2 Hektar große Fläche zwischen Lohkoppelweg, Rimbertweg und Ansgarweg aufgestellt. Das bedeutet eine massive Nachverdichtung mit 250 Wohnungen. Zu viele, die obendrein zu hoch gebaut werden, finden die Anwohner.

Am 20. März hatte das Bezirksamt Eimsbüttel zur öffentlichen Plandiskussion in die Grundschule Döhrnstraße eingeladen. Das rund 4,2 Hektar große Plangebiet umfasst die Flächen südlich und westlich des Lohkoppelweges, östlich des Ansgarweges und nördlich sowie südlich des Rimbertweges. Dort stehen aktuell Wohnungen aus den 1960er Jahren. Innerhalb der kommenden fünf Jahre soll das Areal mit 190 Wohnungen nachverdichtet werden, in den kommenden 15 bis 20 Jahren sollen 60 weitere folgen.

Zu diesem Zweck sollen das Heizkraftwerk Lohkoppelstraße/Ecke Ansgarweg sowie Garagenhöfe weichen. Ein Teil der Wohnungen soll als öffentlich geförderter Wohnungsbau errichtet werden. Bauherren sind die Lehrerbau und Buchdrucker Genossenschaft im Rimbertweg sowie die Kaifu Nordland im Lohkoppelweg/Ansgarweg/Rimbertweg. Am Lohkoppelweg soll eine Kita mit etwa 70 Plätzen entstehen.

In die Aula der Grundschule Döhrnstraße strömten rund 250 Anwohner. Der Tenor der Teilnehmer war einstimmig für eine Nachverdichtung, jedoch nicht in den geplanten Ausmaßen. Bereits vor zwei Jahren wurden Anwohner über Nachverdichtungspläne informiert. Damals betrafen diese aber nur das Grundstück der Lehrerbau und Buchdrucker eG am oberen Teil des Rimbertweges, in dem 88 Wohnungen entstehen sollten. „Wir waren erstmal geschockt, aber eine Nachverdichtung muss natürlich sein“, erinnert sich Deborah Schmalbach, Sprecherin einer Bürgerinitiative. Im Folgenden wurde das Plangebiet auf nun 250 Wohnungen erhöht, eine „Salami-Taktik“, wie ein Anwohner findet. Die Anwesenden befürchten eine Verschattung durch die geplanten fünfgeschossigen Gebäude. „Die Bauhöhe muss auf maximal drei Vollgeschosse reduziert werden, wie es in diesem Quartier mehrheitlich üblich ist“, fordert Schmalbach.

Im Rimbertweg wollen die Genossenschaften nachverdichten Foto: mf

Im Rimbertweg wollen die Genossenschaften nachverdichten Foto: mf

Sorge ums Grün

Auch die wegfallenden Grün- flächen bereiten den Anwohnern Sorgen, besonders die Frage, wie viele Bäume gefällt und wie diese ersetzt werden, ebenso das Thema Grundwasser, die hohe Versiegelung der Fläche sowie der Bau einer Tiefgarage. Hierzu solle es laut Karola Häffner vom Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung ein Entwässerungskonzept geben. Auch der Wegfall von Stellflächen treibt die Anwohner um sowie eine mögliche Verbreiterung des Ansgarweges und der zunehmende Verkehr.

Einher gehe eine höhere Luftverschmutzung, außerdem fehle es im wachsenden Stadtteil an einer entsprechenden Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten, Sportstätten und Verkehrsanbindung. „Die Lebensqualität im Viertel wird vernichtet“, befürchtet Deborah Schmalbach. Sie appelliert: „Reduzieren Sie die Anzahl der Gebäude und Wohnungen, verringern Sie die Geschosszahlen. Sie wollen 250 Wohneinheiten neu bauen. Es sind aber weit mehr als 250 bestehende Wohneinheiten und tausende Anwohner, die von diesen Bauplänen betroffen sind.

Unsere Interessen müssen Sie als Bezirk und Politiker auch berücksichtigen. Unser Lokstedt soll lebenswert bleiben. Wandeln Sie unser Quartier nicht zu einem Hochhausghetto ohne Grünflächen um.“ Schmalbach verweist auch darauf, dass im südöstlichen Lokstedt bereits mehr als 2000 neue Wohnungen entstanden sind: „Das entspricht 24 Prozent des Jahresbedarfes des Bezirks.“ mf

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