Sturmschäden und mangelnde Standsicherheit Von diesem prächtigen, alten Baum auf dem Niendorfer Friedhof blieb nur ein Stumpf übrig Foto: ngo

Unmut über Baumfällungen auf dem Niendorfer Friedhof

Bezirksamt will künftig besser über bevorstehende Maßnahmen informieren

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Auf dem Neuen Niendorfer Friedhof wurden 17 Bäume gefällt. Dagegen protestieren Anwohner. Aber auch in den anderen Stadtteilen vom Bezirksamt Eimsbüttel regt sich Widerstand. Die Anwohner werden häufig nicht informiert und fühlen sich dadurch übergangen.

 

Hans-Peter Böttcher aus Niendorf-Nord war geschockt, als er im Februar das Grab seiner Mutter auf dem Neuen Niendorfer Friedhof besuchte. Ein riesiger Baum in unmittelbarer Nähe zur Grabstelle war abgeholzt worden, und das war nicht der einzige Baum. „Ich verstehe das nicht, der Baum sah gesund aus und hat mir und meiner Frau im Sommer Schatten gespendet, wenn wir uns um das Grab gekümmert haben,“ so Böttcher. Der 81-Jährige hat einen Verdacht: nur die großen, pflegeaufwendigen Bäume verschwinden peu à peu. „Wir und viele andere Niendorfer nutzen den Friedhof doch auch als Park zum Spazierengehen. Ich verstehe nicht, warum die älteren Bäume verschwinden.“ Auch die Friedhofsgärtnerei konnte ihm keine befriedigende Antwort geben.

Entsetzt von der Fällung Hans-Peter Böttcher auf den Neuen Niendorfer Friedhof Foto: ngo

„Bis auf einen Baum mussten die Bäume gefällt werden, da sie krank waren oder zu große Sturmschäden hatten,“ erklärt Kay Becker vom Bezirksamt Eimsbüttel auf Anfrage vom Wochenblatt. Die Bäume waren teils vom Hallimasch-Pilz am Stamm befallen oder befanden sich in einem schlechten Allgemeinzustand. Einige waren in ihrer Standfestigkeit eingeschränkt und waren nicht mehr verkehrssicher für die Friedhofsbesucher, so Becker. Auch eine gesunde Birke wurde gefällt, um Platz für die Umgestaltung neuer Grabflächen zu schaffen.

Dass kranke Bäume im öffentlichen Raum gefällt werden müssen, verstehen viele Anwohner. Sauer sind sie darüber, dass scheinbar weder die Öffentlichkeit noch die Bezirkspolitiker ausreichend und frühzeitig über geplante Fällungen informiert werden, um rechtzeitig reagieren zu können. Auch die Fraktionen von SPD, Grünen und Die Linke kritisieren das Vorgehen der Behörde.

Die Mitglieder vom Fachausschuss für Grün, Umwelt, Wirtschaft und Verbraucherschutz (GUWV) haben auf ihrer Sitzung im November in einem einstimmigen Beschluss den Eimsbütteler Bezirksamtschef Kay Gätgens aufgefordert, den GUWV-Ausschuss künftig über diese Baumfällungen mit einer Vorlaufzeit von einem Monat zu informieren. Zudem sollen die geplanten Fällungen öffentlich angekündigt werden, etwa durch Aushänge an den betroffenen Bäumen, so die Forderungen im Beschluss. Dieser Beschluss werde umgesetzt, so Bezirksamtssprecher Becker: „Das genaue Verfahren wird die Eimsbütteler Verwaltung in einer der Sitzungen des GUWV zunächst den politischen Entscheidungsträgern vorstellen.“

Auf dem Neuen Friedhof Niendorf sind Nachpflanzungen von insgesamt neun Bäumen geplant. Vier großkronige, vier kleinkronige Bäume und ein heimischer Laubbaum sind als Ersatz eingeplant. An den anderen Stellen wird auf eine Nachpflanzung verzichtet, um erhaltenswerten Bäumen in unmittelbarer Nachbarschaft der Baumfällung mehr Freiraum zu bieten, so die Behörde.  ngo

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