Funkturm Landesgrenze Schnelsen

Funkmast sorgt für Aufruhr

Schnelsener gründen Bürgerinitiative

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Direkt an der Landesgrenze und fast im Vorgarten der Anwohner im Bönningstedter Weg steht seit Dezember ein Funkmast. Die Anwohner wurden nicht informiert. Sie fühlen sich übergangen und haben die Bürgerinitiative „Funkturm Landesgrenze Schnelsen“ gegründet.

 

Am 15. Dezember erhielten die Bewohner im Bönnigstedter Weg ein vorgezogenes „Weihnachtsgeschenk“ – einen über 40 Meter hohen Funkmobilmast, der ohne Ankündigung gebaut wurde. „Der Mast wurde quasi über Nacht errichtet und steht gefühlt auf unserem Rasen“ sagt das Ehepaar Babara und Karlheinz Nachbaur, Mitglieder der Bürgerinitiative (BI).  „Wir sind nicht gegen den Ausbau der Mobilfunknetze, aber der Standort ist unglücklich gewählt“, sagt Ron Steenvoorden, der wie seine Nachbarn auch eine Wertminderung der Grundstücke befürchtet. Die Anwohner fragen sich, warum der Mast nicht am anderen Ende des Ackers in Höhe des Teufelssees der Gemeinde Bönnigstedt gesetzt wurde, wo keine Wohnhäuser stehen.

Die Telekom, Auftraggeberin des Funkmastes, bedauert laut Anwohnern die schlechte Kommunikation, sieht aber keine gesundheitsgefährdenden Immissionen. Das sehen die Betroffenen anders. „Der Abstand vom Betonsockel des Funkmastes zu meinem Grundstück beträgt nur 11,70 Meter“ sagt BI-Mitglied Ralph Kesler. Die Initiative fordert deshalb Aufklärung und den Rückbau des Funkmastes an dieser Stelle. Unterstützung erhält die BI vom Netzwerk Allianz Schnelsen Nord (ASN), das bereits zwei Anfragen an den Regionalausschuss Lok- stedt gerichtet hat. Die Antworten sind auf der ASN-Website veröffentlicht. Danach war Hamburg weder an der Planung noch an der Genehmigung beteiligt. „Ich kann die Irritation der Schnelsener verstehen. Auch wenn das Verfahren keine Beteiligung vorsieht, wäre es wünschenswert gewesen und hätte zum guten Ton gehört, die Nachbarschaft zu informieren“, sagt Kay Gätgens, Bezirksamtschef von Eimsbüttel.

Protest Anwohner Ralph Kesler (3.v.li.) und seine Mitstreiter von der BI „Funkturm Landesgrenze Schnelsen“ und Heinrich Flügge (li.) vom Netzwerk ASN fordern Aufklärung Fotos: ngo

Doch wer ist für die Planung und Baugenehmigung zuständig? Für die Genehmigung sei die  Bauaufsichtsbehörde Kreis Pinneberg zuständig, sagte Peter Liske, Bürgermeister von Bönningstedt. Die Behörde genehmigte den Bau am 31. August 2017. Warum die zuständige Behörde in Elmshorn die Schnelsener nicht informiert hat ist genauso unklar wie die Wahl des Standortes für den Mast. Das Niendorfer Wochenblatt hat um Stellungnahme gebeten. Kreissprecher Oliver Carstens sagte eine zügige Beantwortung zu. Erneut nachhaken will auch der Regionalausschuss Lokstedt. Das sicherten Koorosh Armi (SPD), Silke Seif (CDU) und Dr. Michael Freitag, Regionalbeauftragter des Bezirksamt Eimsbüttel, betroffenen Bürgern auf der Sitzung am vergangenen Montag zu. Auch sie zeigten sich irritiert über die mangelnde  Kommunikation. Die Bürgerinitiative hat zu ihrem ersten offiziellen Treffen am 23. Januar auch Verwaltung und Politik aus beiden Bundesländern sowie die Telekom eingeladen. „Wir hoffen, dass weitere Anwohner und Interessierte kommen und wir gemeinsam eine Lösung finden“, sagt Ralph Kesler, der mit dem letzten Haus von Hamburg am dichtesten am Funkmast wohnt. ngo

 

Treffen der BI „Funkturm Landesgrenze Schnelsen“, Di., 23. 1.,  18.30 Uhr, Racket Inn, Königskinderweg 200. Ohne Anmeldung. Infos: www.asn-news.de, E-Mail: funkturm-landesgrenze@web.de

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