Rostrotes schlammiges Wasser ist ein natürliches Phänomen und gesundheitlich unbedenklich Foto/Illu: kh/fotolia

Kein fieser Alienschleim!

Entwarnung beim orangeroten Schlamm im Entwässerungskanal

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„Ist das Alienschleim?“ Diese Frage erreichte das Niendorfer Wochenblatt per Mail, in der sich ein Leser über eine unnatürlich gefärbte, schlammige Flüssigkeit im Entwässerungsgraben am Andreasberger Weg in Niendorf gewundert und vor der er sich auch ein wenig geekelt hat. Entwarnung vorab: Mit kleinen bunten Männchen aus dem Weltraum hat der fiese Schleim nichts zu tun.

 

Die Ursache ist ganz natürlich und gesundheitlich unbedenklich. Denn bei dem bunten Schleim handelt es sich um Eisenhydroxid, umgangssprachlich auch Eisenocker genannt. „Das Phänomen ist nicht ungewöhnlich“, so Pressesprecher Kay Becker vom Bezirksamt Eimsbüttel: „Eisenockerbildung ist von vielen Gebieten bekannt und tritt unter anderem auch in Niendorf und Schnelsen auf.“

Da es sich hier um ein altes Moorgebiet handelt, ist das Grundwasser hier sehr eisenhaltig. Steigen die Grundwasserstände, zum Beispiel aufgrund häufigen Niederschlags, gelangt das Wasser über die Grabenböschungen in die Gräben. Teilweise wird es auch über Drainagepumpen dorthin eingeleitet. Das eisenhaltige Grundwasser oxidiert hier mit Sauerstoff und es entsteht Eisenocker, welches durch seine auffällige rostrote Färbung und eine häufig schleimig-schlammige Konsistenz direkt ins Auge fällt.

„Unschön, aber ungefährlich“, gibt  Becker Entwarnung: „Gesundheitliche Risiken sind bislang nicht bekannt.“ Dementsprechend sind auch keine Gegenmaßnahmen vorgesehen. „Eisenocker hat eine natürliche Ursache, gegen die nichts unternommen werden kann.“ Lediglich bei Grundwassereinleitungen in den Graben oder bei Drainagen werde eine Grundwasserprobe verlangt. Bei Überschreitung der Grenzwerte sei dann eine entsprechende Vorreinigung notwendig.

Dauerhaft müssen die Niendorfer jedoch nicht mit dieser „Begegnung der anderen Art“ leben. Mit steigenden Temperaturen, trockenerem Wetter und deshalb sinkendem Grundwasserspiegel verschwindet das Naturphänomen von alleine. kh

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