Ein weiter Weg ist es für viele Menschen im Niendorfer Osten bis zu den Bushaltestellen am Garstedter Weg

Im Osten nichts Neues?

Unzureichende Anbindung und fehlende Versorgungsmöglichkeiten in Niendorf Ost

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Weite Wege bis zur nächsten Bushaltestelle und kein Lebensmittelgeschäft vor Ort – vor allem für die ältere Bevölkerung fehlt im Osten Niendorfs eine ausgebaute Infrastruktur. Nach ersten Workshops plant die SPD-Fraktion konkrete Bedarfsanalysen in Abstimmung mit den Anwohnern.

 

Das Gebiet östlich des Garstedter Wegs zwischen Burgunderweg im Süden und Swebenweg im Norden ist beschaulich und ruhig. Viele Einfamilienhäuser und Bungalows prägen das Straßenbild hier genauso wie kleine und große Reihenhäuser. Höhere Mehrfamilienhäuser sind eher die Ausnahme.

Schöne Wohngegend mit vielen Bungalows am Teutonenweg

So wohnenswert die Gegend auch wirkt, etwas fehlt: Zwar gibt es Kitas und eine Grundschule, Lebensmittelläden sind jedoch Fehlanzeige. Aus der einzigen kleinen Ladenzeile am Teutonenweg ist der letzte Kiosk an den Garstedter Weg gezogen, der Friseur vor Ort wird in einigen Monaten schließen. Die nächstgelegenen Einkaufsmöglichkeiten sind am Tibarg oder am Krähenweg zu finden.

Schwierig gestaltet sich die Situation für die ältere Generation, 37 Prozent der hier lebenden 4789 Einwohner (Stand 2016) sind älter als 65 Jahre: Der Fußweg bis zur nächsten Bushaltestelle am Garstedter Weg ist mitunter weit und beträgt von einigen Straßen, zum Beispiel vom Bayernweg, bis zu 15 Minuten.

Ein Lebensmittelgeschäft fehlt in der kleinen Ladenzeile am Teutonenweg, der Friseur wird schließen Fotos: kh

„Die Problematik ist bekannt“, so der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Marc Schemmel: „Schon Ende 2009 gab es Initiativen zur Verbesserung der Situation.“ In einem Workshop Mitte des Jahres fragte die SPD- Bezirksfraktion mögliche Anbindungs- und Versorgungsverbesserungen an. Aus Sicht der Behörde ist ein städteplanerischer Handlungsbedarf jedoch nicht vorgesehen, vielmehr sollen die zentralen Versorgungsbereiche, unter anderem der Tibarg, weiter gestärkt werden. Grundsätzlich sei planungsrechtlich eine Umsetzung zur Ansiedlung von Lebensmittelmärkten zwar möglich, könne jedoch nicht erzwungen werden.

Erste Überlegungen zur besseren Anbindung, wie die Erweiterung des Liniennetzes oder die Einführung eines Anruf-Sammel-Taxis, wurden von Seiten der Behörde und des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) abgewiesen. Der Bürgerschaftsabgeordnete verspricht, Niendorf Ost weiter im Blick zu behalten. Geplant sei zunächst ein Erfahrungsaustausch mit den Bürgerinnen und Bürgern, um den konkreten Bedarf auszuloten und diesen im Regionalausschuss vorzubringen.

Eine Option, die Schemmel sieht, ist beispielsweise der Einsatz von Elektrosammeltaxis, die die die Hamburger Hochbahn gemeinsam mit Moia, einem Tochterunternehmen von VW, ab 2018 als Modellprojekt einführen wird.  kh

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