Übergabe Hans Pirch bekommt von Angelika Zander das goldene Wochenblatt-Glücksschwein übereicht Foto: si

Das Wochenblatt ist auch in Zukunft ganz vorn mit dabei

Trotz Wechsels in der Geschäftsführung: die Qualität ist gesichert

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Seit 1. Januar ist Hans Pirch der neue Geschäftsführer beim Niendorfer Wochenblatt. Von seiner Vorgängerin Angelika Zander hat er eine gesunde, qualitativ hochwertige, von Lesern und Kunden gleichermaßen geschätzte Stadtteilzeitung übernommen, wie beide im gemeinsamen Interview schwärmen.

 

Niendorfer Wochenblatt: In Zeiten zunehmender Digitalisierung wird immer wieder der Untergang gedruckter Medien heraufbeschworen. Tatsächlich haben viele, auch renommierte Zeitungen zu kämpfen. Aber dem Niendorfer Wochenblatt geht es nach wie vor sehr gut. Wie kommt das?

Angelika Zander: Auch das Wochenblatt ist nicht von Umsatzrückgängen verschont geblieben. Meine Devise war immer: sparen dort, wo es möglichst nicht weh tut. Beispielsweise habe ich immer auf ein Text/ Anzeigenverhältnis von 50:50 bei den Seitenumfängen geachtet. Bei der Redaktion kommt es ja nicht auf Quantität sondern auf Qualität an. Die Kunst ist es, auf wenig Platz viel Inhalt abzubilden. Das gelingt! Auch die frühzeitig entwickelten Sonderprodukte, wie „Mein Schnelsen“, „Mein Lokstedt“, „Mein Niendorf“ oder der seit zehn Jahren erscheinende  lokale Gastroführer „Aufgedeckt“ tragen zum Erfolg bei . Wichtig ist einfach mit den lokalen Akteuren im Gespräch zu bleiben.

Hans Pirch: Zu der guten und stabilen Entwicklung des Niendorfer Wochenblattes tragen viele Faktoren bei. Herausragend war das Wirken von Angelika Zander. Dazu müssen aber im gleichen Atemzug die Mitarbeiter in Redaktion und Anzeigenbereich genannt werden. Nur wenn wir nah am Leser und Kunden sind, haben wir Erfolg.

 

Niendorfer Wochenblatt: 2017 feierte das Niendorfer Wochenblatt seinen 40. Geburtstag. Sie, Herr Pirch sind nach Wochenblatt Gründerin Ingelor Schmidt und nach Ihnen, Frau Zander erst der 3. Geschäftsführer.

Ist Konstanz besonders wichtig für eine erfolgreiche Zeitung?

Zander: Da bin ich 100% von überzeugt: Konstanz in Personen und Konstanz in Qualität sind maßgebliche Erfolgsfaktoren für ein erfolgreiches Unternehmen.

Pirch: Erst einmal ist es ein schweres Erbe, das Silke Stockhusen (Neue Verlagskoordinatorin, Anm. d. Redaktion) und ich antreten. Als bisheriger Gesellschaftervertreter ist es mir leider nicht gelungen Angelika Zander zum Bleiben zu bewegen und noch ein Jährchen dranzuhängen. Nun stellen und freuen wir uns auf die Aufgabe. Und ja – Konstanz ist ein ganz wichtiger Baustein, denn nur so kann Vertrauen erworben und Verlässlichkeit bewiesen werden.

 

NW: Gerade jetzt vollzieht sich – eher im Hintergrund –  aber auch ein großer Wandel für das Niendorfer Wochenblatt, das sich mehr an die Struktur des riesigen Funke-Medienkonzerns anpasst.

Zander: Ein Konzern hat immer die Bestrebung, Prozesse zu harmonisieren. Die in 2017 vollzogene Bündelung der Vermarktungsaktivitäten, also den Verkauf von Werbung im weitesten Sinne, im Mediahafen Hamburg war eine richtige Entscheidung. Alle Mediaberater des Niendorfer Wochenblattes haben dort „festgemacht“.

Pirch: Dem kann ich mich nur anschließen. Eine Harmonisierung in einem großen Konzern ist richtig und wichtig. Sie darf jedoch nicht dazu führen, dass lokale Nähe verloren geht.

 

NW: Die Palette an Dienstleistungen, die vom Tibarg 30 aus den Kunden angeboten werden ist also größer geworden?

Zander: Ja, denn die in Niendorf sitzenden Mediaberater können ihren Kunden seitdem das gesamte Print-und Digitalangebot der Zeitungsgruppe Hamburg mit dem Hamburger Abendblatt präsentieren. Eine Kompetenz-
erweiterung, die für die Kunden eine Marketingstrategie „aus einer Hand“ ermöglicht.

 

NW: Zugleich ist und bleibt das Wochenblatt aber auch das was es stets war: Eine Lokalzeitung für Niendorf, Lokstedt und Schnelsen mit einem Standort in Niendorf?

Zander: Selbstverständlich bleibt  das Niendorfer Wochenblatt am Tibarg 30, mitten „im Geschehen“. Nur lokal, mit Personen die vor Ort bekannt sind, funktioniert ein erfolgreiches Wochenblatt. Man kennt sich, man vertraut sich, dafür gibt es bundesweit unzählige Beispiele.

Pirch: So ist es und bleibt es!

 

NW: Herr Pirch, Sie sind Geschäftsführer der Bergedorfer Zeitung, beim Hamburger Wochenblatt Verlag, dem Heimatecho und nun auch beim Niendorfer Wochenblatt. Bleibt da überhaupt Zeit für Niendorf?

Pirch: In Bergedorf gehe ich nun ins 15. Jahr als Geschäftsführer. Dort bin ich ähnlich tief verwurzelt wie Angelika Zander in Niendorf. Es wäre vermessen zu sagen, dass mir dies in kurzer Zeit auch in Niendorf gelingen kann. Als Geschäftsführer des Hamburger Wochenblatt Verlags habe ich den Blick auf das Große und Ganze. Hier wird die Situation dadurch erleichtert,  dass der Sitz des Verlags im Verlagshaus der Bergedorfer Zeitung ist. Beim Heimat Echo in Volksdorf teile ich mir die Aufgabe mit meinem Kollegen Jörg Rieke, der dort im Tagesgeschäft verankert ist. Ähnlich soll es auch in Niendorf sein. Natürlich möchte ich so nah wie möglich dran sein. Das Tagesgeschäft übernimmt jedoch meine Kollegin Silke Stockhusen. Sie ist meines Erachtens ein Glücksfall für das Niendorfer Wochenblatt nach dem Ausscheiden von Angelika Zander. Silke Stockhusen war viele Jahre stellvertretende Anzeigenleiterin in Bergedorf bevor sie zuletzt ein Jahr im Mediahafen aktiv war. Sie verfügt über jahrzehntelange Verlagserfahrung, unter anderem beim Hamburger Abendblatt und genießt mein vollstes Vertrauen. Ich bin froh, dass ich sie für diese schöne Aufgabe in Niendorf gewinnen konnte.

 

NW: Sie werden sich aber auch persönlich für Niendorf engagieren, so zum Beispiel als Mitglied im BID Tibarg?

Pirch: Ja, darauf freue ich mich. Wir können in Niendorf nur etwas bewegen, wenn wir uns engagieren und austauschen. Ich werde regelmäßig in Niendorf sein und versuchen dem Niendorfer Wochenblatt und Niendorf neue Impulse zu geben. Davor steht aber, wie es im Leben ist, lernen und kennenlernen. Ich hoffe dabei auf breite Unterstützung.

 

NW: Frau Zander, Ihnen gebührt das Schlusswort. Was wünschen Sie sich für das
Niendorfer Wochenblatt?

Zander: Mit Silke Jahn als Redaktionsleiterin  und ihrem Team ist das journalistische Niveau auch in Zukunft gewährleistet. Dafür bin ich sehr dankbar. Der Mediahafen wird ein erfolgreicher Ankerplatz für viele Werbekunden sein oder werden. Die Crossmedia-Möglichkeiten bilden die Basis des Erfolges. Ich bin mir deshalb sicher: Das Niendorfer Wochenblatt wird in Zukunft ganz vorn mit dabei sein.

 

NW: Vielen Dank für das Gespräch.

 

Interview Silke Jahn

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