Schüler des Corvey Gymnasiums stellen Fachleuten Fragen zum Thema „Deutschlands Umgang mit Flucht und Geschichte“

Thema im Klassenzimmer

Beim Projekttag am Lokstedter Corvey-Gymnasium drehte sich alles um „Flucht“

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Das Thema „Deutschlands Umgang mit Flucht und Geschichte“ stand bei den Schülern der 10. und 12. Klassen des Gymnasiums Corveystraße auf dem Stundenplan.

 

Im Rahmen eines Projekttages waren unter anderem die Bürgerschaftsabgeordneten Antje Möller, (Bündnis90/Die Grünen), Dr. Wulf-Dietrich Köpke (Leiter Institut für Transkulturelle Kompetenz an der Akademie der Polizei Hamburg) und der Zeitzeuge und DDR-Flüchtling Peter Keup geladen. Rund 150 Schüler nahmen an der Veranstaltung teil. Bei der abschließenden Podiumsdiskussion wurde zunächst eine Straßenumfrage gezeigt. Darin antworteten Menschen auf die  Frage „Haben sie Ängste und Befürchtungen, welche mit der Ankunft der geflohenen Menschen in Deutschland zu tun haben?“.

Das Podium Dr. Wulf-Dietrich Köpke (Akademie der Polizei Hamburg), Antje Möller (Bürgerschaftsabgeordnete Bündnis90/Die Grünen), Peter Keup (Zeitzeuge, DDR-Flüchtling), Lars Brückmann (Integration durch Sport) und Ziaulhak Taher (Sprecher Integrationsbeirat Hamburg, v.li.n.re.) Fotos: cc

Diese Frage griff dann auch gleich der 12.-Klässler Laurence Vollquardsen (18) auf und stellte sie dem Podium. Grünen-Politikerin Antje Möller ließ darauf wissen: „Nein, mir hat die Ankunft der Flüchtlinge keine Angst gemacht. Ich habe viel Vertrauen in unseren Rechtsstaat.“

Ängste sind irreal

Ethnologe und Präventionsexperte Dr. Wulf-Dietrich Köpke kümmert sich in seinem Beruf vor allem um die Schulung von Polizisten im Umgang mit anderen Kulturen. Er meinte: „Ich habe seit über 40 Jahren mit Migranten zu tun. ‚Ängste‘ sind zunächst einmal irreal. Befürchtungen ja, die kann es geben. Flüchtlinge stellen eine große Herausforderung für alle dar. Angst braucht aber niemand zu haben, wenn man mit den Flüchtlingen redet.“

Auch kritische Fragen kamen aus dem jungen Publikum. Auf die Frage von Paulo Sieweck (16) aus der 10. Klasse, ob das Podium nicht auch mit ‚Andersdenkenden‘ besetzt hätte sein müssen, antwortete Veranstalter Marcus Kiesel (Verein „Die Multivision“): „Hier sitzt Sachverstand und Erfahrung nebeneinander. Nur weil sie sich vernünftig artikulieren, sind sie nicht alle gleicher Meinung.“

Ein wichtiges Fazit zog am Ende der eineinhalbstündigen Diskussion Experte Köpke: „Das wichtigste ist wirklich für alle miteinander zu reden. Wenn man sich gegenseitig und die Umstände der Geflüchteten erst mal etwas näher kennenlernt,  kann man sich besser verstehen und akzeptieren.“ cc

 

Informationen über den Verein „Die Multivision“ und den Projekttag www.multivision.info

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