Herzlich Ute Buhr vom Obst- und Gemüsestand Buhr auf dem Wochenmarkt schätzt Peter Gembora und seine Art Fotos: ngo

Peter Gembora sagt tschüss!

Niendorfs beliebter Stadtteilpolizist geht Ende Januar in Pension - ein kleiner Rückblick im Interview

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Der Bürgernahe Beamte (BüNaBe) von Niendorf-Süd dreht seine letzten Revierrunden. Ende Januar 2018 hört der Polizeioberkommissar auf.

 

Peter Gembora, schon seit 1988 bei der Polizei Hamburg, war die letzten fünf Jahre als BüNaBe vom Polizeikommissariat 24 erster Ansprechpartner für die Menschen im Stadtteil. Zuvor war er als Streifenwagenfahrer bei der Schutzpolizei und beim Landeskriminalamt Hamburg im Bereich „Organisierte Kriminalität“ eingesetzt. Wochenblatt-Redakteurin Natascha Gotta sprach mit dem 59-Jährigen über seine Zeit als BüNaBe in Niendorf.

 

Niendorfer Wochenblatt: In wenigen Wochen endet Ihre Zeit als Stadtteilpolizist. Was werden Sie am meisten vermissen?

Peter Gembora: Den direkten Kontakt mit den Bürgern, den man als Streifenwagenpolizist oder im üblichen Innendienst bei der Polizei nicht hat.

 

NW: Sie kennen Niendorf wie Ihre Westentasche. Wo sind Ihre Lieblingsplätze?

Gembora: Die quirlige Fußgängerzone mit dem direkt anschließendem gegensätzlichen Niendorfer Gehege.

 

NW: Warum wollten Sie als Bü- NaBe arbeiten?

Gembora: Es ist eine sehr eigenständige Arbeit mit vielen „Freiheiten“. Und dann der Kontakt mit den verschiedensten Niendorfern, von den Politikern, Pastoren und Lehrern bis zu den Obdachlosen, Gestrandeten und Geflüchteten in Niendorf. Ich habe allen Menschen stets den gleichen Respekt entgegengebracht.

 

NW: Welche Fähigkeiten braucht ein BüNaBe?

Gembora: Sehr viel Geduld, da ich häufig auch mit nicht polizeilichen Sachen konfrontiert werde.

 

NW: Ist Niendorf-Süd Ihr Wunschrevier gewesen?

Gembora: Ja, weil es eine gesunde Mischung aus dem Trubel auf dem Tibarg und der Ruhe des Niendorfer Geheges hat.

 

NW: Was hat sich während Ihrer Dienstzeit in Niendorf positiv bzw. negativ verändert?

Gembora: Aus Niendorf ist schon fast eine Nienstadt geworden, was ich positiv sehe. Etwas Negatives fällt mir beim besten Willen nicht ein.

NW: Wie viele Kilometer legen Sie während einer Schicht zu Fuß zurück?

Gembora: Das können schon bis zu zehn Kilometer werden. Meine Kollegen werden jetzt lachen, da ich jede Gelegenheit nutze, um mit einem Streifenwagen zu fahren.

 

Verbunden Taher Noorzahi (re.) flüchtete 2015 aus Afghanistan. Heute spricht er sehr gut deutsch und arbeitet auf dem Wochenmarkt. Gembora ist von diesem Integrationswillen sehr beeindruckt

NW: Was war Ihr größter Fall während Ihrer Zeit beim Polizeikommissariat 24?

Gembora: Ein sehr ernster Angriff mit einer Eisenstange auf eine Streifenwagenbesatzung, die ich glücklicherweise mit meinem Praktikanten unterstützen konnte. Der Angreifer ist dabei nicht zu Schaden gekommen. Nach einer Gerichtsverhandlung ist er auf Lebenszeit in Ochsenzoll eingesperrt worden.

 

NW: Gab es weitere gefährliche Momente?

Gembora: Gefährliche Momente gibt es häufig, wenn man mit psychisch labilen Personen oder stark Angetrunkenen zu tun hat. Ihnen fehlt oft die Hemmschwelle.

 

NW:  Was bleibt Ihnen am meisten im Gedächtnis?

Gembora: Mein PK 24 und meine sehr freundlichen Kollegen, die mich und meine Eigenarten offensichtlich akzeptierten.

 

NW: Was schätzen Sie an Ihrem Revier?

Gembora: Da ich auch in Niendorf wohne, die Mischung aus Dörflichem und Städtischem.

 

NW:  Gibt es den typischen Niendorfer?

Gembora: Der typische Niendorfer ist, ein Jahr älter’ als der übliche Hamburger.

 

NW: Sind Sie auch während der Feiertage wieder im Einsatz?

Gembora: Weihnachten verbringe ich mit der Familie. Silvester darf ich dafür schon traditionell arbeiten. Dieses Jahr mit meiner Dienstgruppe, mit der ich früher im Schichtendienst gearbeitet habe.

 

NW:  Wann werden Sie Ihre letzte Runde als Stadtteilpolizist drehen?

Gembora: Am 31 Januar um 16 Uhr gehe ich in Pension.

 

NW:  Werden Sie Ihren Nachfolger einführen?

Gembora: Mit dem neuen BüNaBe, Polizeioberkommissar Jörg Beneke, werde ich mehrere Runden drehen.

 

NW:  Welche Pläne haben Sie für Ihren „Un“-Ruhestand?

Gembora: Ich bin nicht nur Streifenwagenbegeistert. Seinerzeit habe ich übrigens Hamburgs ersten Elektrostreifenwagen nach Niendorf geholt. Jetzt werde ich endlich Zeit haben meinen Fuhrpark, bestehend aus einem Wohnmobil, einem Uraltkäfer, einem Oldtimertrecker und mehreren Motorrädern zu bewegen. Zudem werde ich mir einen Traum erfüllen: Verreisen und dabei nicht an die Rückfahrt zu denken oder auf den Kalender schauen zu müssen.

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