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Es sind die auf den ersten Blick kleinen Weihnachtsgeschichten, die uns warm ums Herz werden lassen. Die Niendorferin Gisela Hildebrandt hat ihre ganz persönliche am ersten Adventswochenende erlebt.

 

„Oh nein, die Tüte!“ Der Schreck ist groß, als Gisela Hildebrandt am Ausgang der U-Bahn-Station Joachim-Mähl-Straße bemerkt, dass sie den Beutel mit den Weihnachtsgeschenken für ihren neunjährigen Enkel Jamie nicht mehr in den Händen hält. Was ist passiert? Nach der großen Weihnachtsshoppingtour in der Hamburger Innenstadt greift die 65-Jährige beim Verlassen der U-Bahn zwar nach Handtasche und Einkäufen, eine Tüte rutscht jedoch durch und bleibt stehen. Zu spät fällt die Unachtsamkeit auf. „Da ich wusste, dass die Bahn an der Endstation Niendorf Nord etwas länger hält, musste ich schnellstmöglich dorthin kommen“, so die logische Überlegung der Rentnerin.

Welch eine Freude Gisela Hildebrandt hat ihre Geschenke zurück Foto: kh

Aber wie? Den Ehemann anrufen? Laufen? Fliegen? Alles keine Optionen. Als an der roten Ampel Paul-Sorge-Straße ein Fahrzeug hält, klopft die Niendorferin geistesgegenwärtig an die Autoscheibe. Nach kurzer Schilderung der Situation nimmt die junge Fahrerin Gisela Hildebrandt ohne zu zögern mit.

Während die Tüte unter der Erde weiterfährt, düsen beide Frauen auf ebendieser den Geschenken hinterher. Nur ein knapper Dank beim Aussteigen, denn Gisela Hildebrandt hat keine Zeit zu verlieren. An der U- Bahn- Station unten angekommen, atmet die mittlerweile fast atemlose Seniorin erst einmal auf: Die Bahn steht noch dort. Aber nur noch drei Minuten, kündigt der Lokführer an. Also muss es wieder schnell gehen. Die Niendorferin läuft den gesamten Zug entlang, findet ihren Beutel jedoch nicht. Kann sie auch nicht, denn den hat eine Frau bereits an sich genommen. Glücklicherweise sieht sie das suchende und verzweifelte Gesicht der Rentnerin und spricht sie direkt an. „Welch eine Freude, mein Enkel wird sich freuen“, nimmt sie die Geschenke glücklich entgegen. Es folgt ein großes Dankeschön inklusive Finderlohn.

Als Gisela Hildebrandt von ihrem Weihnachtsabenteuer erzählt, strahlt sie über das ganze Gesicht. „Toll, dass es noch Menschen gibt, die einfach und selbstlos helfen.“ Und natürlich hofft sie, dass ihre unbekannte „Retterin“ eine Wochenblatt-Leserin ist, die auf diesem (Um-)Weg der wohlverdiente Dank erreicht. kh

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