Fotokurs in alter Villa Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium Bondenwald mit Lehrer Alex Gogulinski und Projektleiterin Gesa Mueller von der Haegen (rechts)Fotos: kh

„Es kann losgehen!“

Dank Baugenehmigung kommt Leben in die Villa Mutzenbecher

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Das Bezirksamt Eimsbüttel hat der Nutzungsänderung des denkmalgeschützten Gebäudes Villa Mutzenbecher mit der lang ersehnten Baugenehmigung offiziell zugestimmt. Die geplanten Instandsetzungen können unter Einbeziehung kooperierender Schulen ab sofort beginnen. Erste Workshops fanden bereits statt.

 

Völlige Dunkelheit umgibt die Schülerinnen und Schüler in einem der historischen Räume. Während zwei Mädchen die Silhouette einer Mitschülerin mit der Taschenlampe „nachzeichnen“, stehen zwei weitere hinter der Kamera und nehmen ein sogenanntes Luminogramm auf.

Im Rahmen eines Fotografie- Workshops besuchte der Kunstkurs vom Gymnasium Bondenwald am vergangenen Donnerstag zum zweiten Mal die Villa Mutzenbecher. „Der alte Charme des Hauses verleiht den Bildern besondere Authentizität“, zeigt sich Lehrer Alex Gogulinski begeistert. Und auch den Achtklässlern gefällt der etwas andere Unterricht fernab der Klassenräume.

Neben Schulprojekten und Workshops dürfen in Zukunft auch konkrete Maßnahmen für die denkmalgerechte Sanierung und Restaurierung umgesetzt werden. „Nach der langen Planungsphase kann es mit der Baugenehmigung endlich richtig losgehen“, freut sich Projektleiterin und Architektin Gesa Mueller von der Haegen vom Verein „Werte erleben“, schränkt jedoch ein: „Für die konkrete Umsetzung ist der Zeitpunkt ungünstig.“ Bedingt durch die kalte Jahreszeit beginne man mit der Instandsetzung von Veranda und Balkon erst im Frühjahr. Dieses Jahr werden aber noch das Dach und die Fassade gereinigt. Außerdem laufen die Vorbereitungen für die Entwicklung eines energieeffizienten Heizsystems. Bis die Villa im englischen Landhausstil wieder im alten Glanz und mit neuem Nutzungskonzept als Bildungs- und Begegnungsstätte erstrahlt, soll es bis Ende 2020 dauern.

Für den planmäßigen Ablauf benötigt „Werte erleben“ als Initiator und Bauherr vor allem finanzielle Unterstützung. Durch Auflagen der Behörden müssen bis Ende des Jahres noch 500 000 Euro nachgewiesen werden. Ein Teil davon kommt von der Stiftung Denkmalschutz. Neben Spenden freut sich der Verein auch über freiwillige Handwerker, idealerweise mit Kenntnissen in historischer Bausubstanz, die Spaß daran haben, Jugendliche anzuleiten.

Denn darum geht es: Schüler und Studenten aktiv zu beteiligen sowie Jugendlichen mit ungünstigen Startchancen auf die Ausbildung vorzubereiten und schließlich zu vermitteln. Neben einigen Berufsschulen, der HafenCity Universität und der Produktionsschule Eimsbüttel gehören auch die Stadtteilschule Niendorf und das Gymnasium Bondenwald zu den Kooperationspartnern. „Die Kombination aus Denkmalschutz und Ausbildung ist einmalig“, so die Projektleiterin, „und soll zukünftig als bundesweites Modellprojekt fungieren.“ kh

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