Hamburgs Staatsrätin Elke Badde fordert: „Frauen sollen in Hamburg angstfrei leben können“ Foto: ar

So machen Frauen andere Frauen stark

Workshop in Lokstedt für mehr Selbstsicherheit und Angstfreiheit - Wiederholung geplant

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Jede dritte Frau wird mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt. Wie Frauen sich selbst schützen können, lernten sie beim Workshop mit Selbstverteidigungsexpertinnen.

 

„Es kann jede Frau treffen!“ In ihrem Grußwort machte Schirmherrin und Bundestagsabgeordnete Aydan Özoguz deutlich, worum es in diesem Workshop ging: Um „Frauen-selbst-Sicherheit“! Das unterstrich auch Elke Badde, Staatsrätin für Umwelt- und Verbraucherschutz: „Es geht darum, selbstbewusst aufzutreten. Denn ein Mensch, der in Angst lebt, ist nicht wirklich frei.“

Ziel des Workshops am Corvey-Gymnasium in Lokstedt war es deshalb, dass Frauen sich sicherer fühlen. Und das nicht nur in der Theorie, sondern ganz praktisch. Wie schütze ich mich, wie wehre ich mich? Antworten auf diese Fragen gaben zwei starke Frauen: Fatma Keckstein, Ju Jutsu-Trainerin und Selbstverteidigungs-Expertin sowie Lina Khalifeh (33), Gründerin von „She Fighter“, der einzigen Selbstverteidigungsschule für Frauen in Jordanien. 15000 Schülerinnen hat sie bis heute weltweit ausgebildet, 250 Lehrerinnen sind für sie im Einsatz. „Wir wollen, dass Frauen sich überall sicher fühlen.“

Wichtiger Tipp Sind die Hände oben, können Frauen sich schneller bei einem Schlag schützen Foto: ar

Wie wichtig Frauen dieses Gefühl ist, bewies der Workshop: Über 100 Frauen meldeten sich an. Warum sie kamen? „Ich fahre abends viel mit der Bahn, da fühle ich mich sicherer, wenn ich weiß, wie ich mich wehren kann“, sagt Heimke Sabrowski (52). „Als Frauen können wir nie selbstsicher genug sein“, ergänzt Alexandra Wolter (44).

Für Frauen ist oft der erste Schritt der Schwerste: „Wir sind es nicht gewohnt zuzuschlagen“, sagt Lina Khalifeh. Mit leichten Übungen zeigte Fatma Keckstein, wie sich diese Schwelle überschreiten lässt – und wie selbstbewusstes Auftreten wirkt. „Wenn ich mich selbstsicher fühle, kann ich auch stark auftreten“, erklärt sie. Das Besondere an dem Workshop: Er richtete sich auch an Migrantinnen, wurde auf Deutsch, Englisch und Arabisch gehalten. Beim Training zeigte sich schnell, dass Sprache kein Hindernis sein muss: Die Übungen wurden schnell verstanden – und von allen mit Begeisterung umgesetzt. Am Ende waren die Frauen deutlich sicherer. Und sie wollten mehr. Für Veranstalterin Fatma Keckstein steht daher fest: „Das machen wir nächstes Jahr wieder.“            ar

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