Klimaziel in Gefahr So mahnt ein Transparent der Initiative am Veilchenstieg Foto: mf

Kleingärtner vs. Beiersdorf

Initiative gegen Verkauf von Schreberflächen gegründet

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Lokstedts Kleingärtner wehren sich: Die neu gegründete Initiative Lebenswertes Lokstedt will den Verkauf ihrer Gartenflächen an die Beiersdorf AG verhindern.

 

Rund 230 Millionen Euro will die Beiersdorf AG in ihren Standort Eimsbüttel investieren. Zur Sicherung des Standortes will die Stadt Hamburg dem Unternehmen eine 12 Hektar große städtische Fläche verkaufen, auf der sich unter anderen die Lokstedter Kleingartenvereine Stubbenkamp und Wildwux befinden (das Wochenblatt berichtete). Im Kleingartenverein Stubbenkamp wären 103 Parzellen von dem Verkauf betroffen, im Verein Wildwux 9 Parzellen. Laut Auskunft der Beiersdorf AG sei jedoch „eine Änderung der Nutzung nicht vorgesehen.“ Und auch Andreas Carstens, Vorsitzender des Kleingartenvereins Stubbenkamp und Bezirksvorsitzender der 47 Eimsbütteler Kleingärten gab dem Niendorfer Wochenblatt gegenüber im Sommer Entwarnung: „Wir rechnen nicht damit, dass sich vor Ablauf von 15 oder 20 Jahren etwas tut. Und wer weiß, was dann ist. Ich konnte meine Mitglieder beruhigen.“

Bei den Kleingärtnern Andreas Glaser, Michael Witzorek und Beate Meding und ihren Mitstreitern hingegen herrschen Unsicherheit, Angst und Ärger. „Wenn Beiersdorf die Fläche gar nicht braucht, warum kauft die Firma sie dann trotzdem?“ stellt Michael Witzorek eine der Fragen, die zur Gründung der Initiative Lebenswertes Lokstedt führte. Auf www.facebook.com/Lebenswer tesLokstedt ruft die Initiative zur Petition gegen den Verkauf von „Lokstedts grüner Lunge“ auf. „Es geht uns nicht nur um unsere Parzellen sondern um den Natur- und Klimaschutz“, erklärt Andreas Glaser. Dieser müsse auch für nachfolgende Generationen gesichert werden. „Überall ist das Sterben der Insekten Thema. Hier gibt es sie noch.“

Kämpfen für den Erhalt der Kleingärten: Andreas Glaser, Beate Meding und Michael Witzorek (v.li.n.re.) Foto: mf

Die Firma Beiersdorf sei schon jetzt im Quartier „hör- und riechbar.“ Bei einer Werkserweiterung würde dies nicht besser, befürchtet die Initiative und kritisiert fehlende Transparenz hinsichtlich der Verhandlungen zwischen Senat, Beiersdorf und Landesbund der Gartenfreunde: „Für uns wurde nicht mitverhandelt.“ Den Ausschluss der Öffentlichkeit an der Informationsveranstaltung des Landesbundes der Gartenfreunde am 11. Oktober kritisieren auch Heike Sudmann und Stephan Jersch, Bürgerschaftsabgeordnete der Fraktion die Linke. Die Partei lädt an diesem Donnerstag, 2. November, um 19 Uhr  zu einer Infoveranstaltung ins Café Büchner, Julius-Vosseler-Str. 193 ein (siehe Seite 4)  mf

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