Ausgebremst Falschparker, wie hier am Sellhopsweg, machen E-Autos zunehmend das Leben schwer Foto: cs

Parken nur für E-Autos

Wer mit seinem Benziner an einer Ladestation parkt kann abgeschleppt werden

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Lutz Schmidt ist ein Pionier. Zumindest in Lokstedt gehörte der FDP-Politiker zu den ersten, die ein Elektroauto fuhren. Seinen Renault ZOE ließ er sich 2013 noch aus Frankreich importieren.

 

Mittlerweile ist der Kleinwagen auch hierzulande das meistverkaufte Elektroauto überhaupt. „Ich wollte immer abgasfrei fahren“, sagt Schmidt. Doch nicht nur aus Umweltschutzgründen kommt ein „Benziner“ auf keinen Fall mehr für ihn in Frage. „Man fährt viel entspannter, gerade in der Stadt mit ihrem Stop-and-Go-Verkehr, weil das lästige Kuppeln entfällt“, schwärmt der Bezirksabgeordnete. Und dafür nimmt er auch gerne ein paar Unannehmlichkeiten in Kauf – und die sind nicht gerade von der Hand zu weisen.

Elektroautos wie das von Lutz Schmidt müssen regelmäßig rund alle 200 Kilometer aufgeladen werden – und das für mindestens eine Stunde. Mittlerweile gibt es zwar rund 600 öffentliche Ladepunkte in Hamburg. Aber gerade einmal rund 20 davon liegen in unseren Stadtteilen Lokstedt, Niendorf und Schnelsen – und die sind häufig besetzt. Denn: Viele Ladesäulen werden nach wie vor von herkömmlichen benzinbetriebenen Autos zugeparkt.

Neu in der Frohmestraße 16 befinden sich zwei neue Ladestationen für Elektroautos Foto: cs

Ein Problem, das auch die Beamten des Polizeikommissariats 24 am Garstedter Weg zunehmend umtreibt. „Ja, bei uns laufen immer mehr Beschwerden zu dem Thema auf“, bestätigt Hauptkommissar Rolf Ranz. Er und seine Kollegen der Abteilung Prävention und Verkehr haben zunehmend ein Auge auf die Ladestationen in der Umgebung. Ranz appelliert daher eindringlich an alle Autofahrer, vor dem Einparken genau hinzusehen. „Etwa im Sellhopsweg und in der Frohmestraße wurden erst kürzlich jeweils zwei reguläre Parkplätze in Ladestationen für Elektroautos umgewandelt“, erläutert der Beamte im Gespräch mit dem Niendorfer Wochenblatt. Bedeutet: Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor dürfen dort zu keiner Zeit parken. Bei Verstoß gegen diese Regel drohen empfindliche Geldstrafen. Eine Verwarnung kostet zwar nur zwischen zehn und 15 Euro. Wird aber abgeschleppt, müssen Autofahrer gleich mit rund 220 Euro rechnen. Auch für einen abgebrochenen Abschleppvorgang werden immerhin noch zwischen 70 und 110 Euro fällig. cs

 

Ladestationen für Elektrofahrzeuge in unseren Stadtteilen

 

Lokstedt:

2 Koppelstraße Ecke Lokstedter Grenzstraße 45

2 Grandweg 104

2 Niendorfer Straße 64

2 Papenreye 11

2 Nedderfeld 80

2 Grelckstraße 2

 

Niendorf:

3 Tibarg 24

2 Garstedter Weg 2

2 Ernst-Mittelbach-Ring 53

 

Schnelsen:

2 Frohmestraße 16

2 Sellhopsweg 18-22

 

 

E-Mobilität – So wird geparkt

 

Ladestationen für Elektrofahrzeuge erkennt man an der Beschilderung. Es dürfen dort ausschließlich Elektrofahrzeuge mit einem E-Kennzeichen parken. Die Parkdauer ist während der auf dem Schild angegebenen Bewirtschaftungszeit grundsätzlich auf zwei Stunden begrenzt, damit dort möglichst vielen ihren Strom „tanken“ können. „Benziner“ dürfen dort zu keiner Zeit parken. Wer sein Fahrzeug dennoch dort abstellt, muss damit rechnen, dass sein Auto abgeschleppt wird.

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