Heute Die Villa ist privat und geschäftlich vermietet, bedeutet aber für Christine Wullenweber noch immer HeimatFotos: moe

Ein Zeitzeuge für Niendorfs Historie

Die Sundermann-Villa am Tibarg ist bereits seit 80 Jahren in Familienbesitz

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Auch wenn sie sich hinter einer imposanten Blutbuche und schmucken Rhododendren-Büschen versteckt, nimmt die Sundermann-Villa am Tibarg 13 einen wichtigen Platz in der Historie Niendorfs ein.

 

Seit 80 Jahren ist die Villa im Herzen des Stadtteils im Besitz der Familie Sundermann. Nun erinnern die Erben mit einem großen Wandbild an die geschichtliche Bedeutung des Hauses.

Vor 80 Jahren erwarb Gustav Sundermann das Haus mit Grundstück am Tibarg 13 (damals Hauptstraße) und siedelte hierher mit seinem Gartenbaubetrieb um Foto: privat

Auf dem Gelände des einstigen Vollhofs Nr. 2 wurde hier 1866 das Parkhotel errichtet. Nach mehreren Besitzerwechseln wird das Objekt 1937 zwangsversteigert – und zwar an Gustav Sundermann. Der neue Inhaber verlegt seinen Gartenbaubetrieb und seinen Wohnsitz hierher an die damalige Hauptstraße und baut den Tanzsaal zum Überwinterungshaus für Palmen um. Als 1948 ein Blindgänger große Teile des Palmenhauses beschädigt, lässt Sundermann es wieder neu aufbauen, erweitert es sogar und eröffnet 1949 die Palmengartenlichtspiele mit 550 Plätzen: Ein Kino für Niendorf – das bis 1963 Bestand hat. Nach seinem Tod mit nur 60 Jahren in 1956 übernimmt Tochter Marianne die Geschicke der Firma und leitet sie bis zur Betriebsaufgabe in 1979. Mit ihrem Tod im Jahr 2004 geht das Haus an ihre zwei Kinder über.

In diesem Herbst nun ist das Grundstück seit 80 Jahren in Familienbesitz und beherbergt seit genau 20 Jahren eine Krankengymnastik-Praxis für Babys sowie eine Logopädie-Praxis für Kinder und ein  Kinder- und Jugendhilfe-Zentrum als Mieter.

Neues Graffiti

„Um die Geschichte des Standorts mit unserer Villa zu verdeutlichen, haben wir uns ein kleines Geburtstagsgeschenk für die Niendorfer überlegt“, so Christine Wullenweber, Tochter von Marianne Sundermann. Sie und ihr Bruder Thomas Dänecke haben als Erbengemeinschaft den Graffiti-Künstler Vincent Schulze damit beauftragt, die Seitenwand des angrenzenden Flachbaus (Änderungsschneiderei) mit einem farbenfrohen, nostalgischen Wandbild zu gestalten – welches die alte Villa und die Lichtspiele zeigt und die Niendorfer damit an vergangene Zeiten erinnert.

„Auch wenn ich heute in Quickborn wohne und wir das Haus privat und gewerblich vermietet haben, wird es immer meine Heimat bleiben. Denn hier habe ich wirklich eine außerordentlich erfüllte Kindheit verbracht“, so Christine Wullenweber. Sie ist regelmäßig in Niendorf, geht gern im gepflegten Garten des Hauses spazieren. Auch ihre Tochter, selbst mittlerweile junge Mutter, beweist die innerliche Verbundenheit mit dem Anwesen und hat „Omi Sundermanns“ frühere Wohnung gegenüber bezogen – mit einem besten Blick über das Grundstück und damit auf die Familiengeschichte. moe

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