Vor der Sitzecke kann bald in Ruhe Schach gespielt werden, zeigt Schulleiterin Brigitte von Appen Fotos: kk

Modern und trotzdem ganz nostalgisch

Die umfangreiche Grundsanierung der Lokstedter Schule Hinter der Lieth geht zu ende

Archiv| Views: 1045

Es fehlt noch die Zuwegung zu Zirkuswiese und Sporthalle, aber alle Arbeiten, die den Schulbetrieb beeinflussen, werden nach den Herbstferien vorbei sein, verspricht Brigitte von Appen, Leiterin der Schule Hinter der Lieth.

 

Im Nachhinein schildert sie die vier Jahre andauernde Umbauphase mit einem Augenzwinkern. „Ich kann gar nicht zählen, wie oft Schüler, Lehrer und auch der Verwaltungstrakt umziehen mussten. Kaum waren an einer Stelle die Räume bezugsfertig, wurde an anderer Stelle mit neuen Arbeiten begonnen. Es erinnerte ein bisschen an das Spiel ‚Reise nach Jerusalem‘!“

Angefangen hat alles mit dem Umbau der Schulküche zur Kantine, der durch die Einführung des hamburgweiten Ganztagsangebots nötig wurde. Zunächst aßen die Schüler dann erst einmal in der Aula. Dafür gibt es jetzt einladende, ruhige Essensräume – unterteilt in Vorschul-, untere und höhere Klassen. Aufgrund der Anforderungen des Denkmalschutzes erinnert die Farbwahl an die fünfziger Jahre. „Wie ein Melitta-Service“, beschreibt es Brigitte von Appen.

Der neue Sachkunde-Raum ist perfekt ausgestattet

Die Werkbänke sind denkmalgeschützt, aber auf dem neuesten Stand

Da die Schule Hinter der Lieth 1956 erbaut wurde, gab es hier so gut wie nichts, das nicht saniert werden musste. Die beiden beauftragten Architektinnen haben der Schulleiterin aber „jeden Schritt wunderbar erklärt“. Es wurde immer versucht, die sehr lauten Arbeiten während der Ferien zu erledigen. Dennoch sei es vorgekommen, dass die gesamte Schule nach draußen stürzte, weil plötzlich Presslufthammer den Unterricht unmöglich machten. Andersherum hätten die Bauarbeiter aber auch außer der Reihe Pausen eingelegt, wenn etwa gerade eine Mathe-Arbeit geschrieben werden sollte. „Außer wetterbedingt kam es zu keinerlei Verzögerungen“, lobt von Appen. Sie bedauert nur, dass es Kinder gibt, die während ihrer gesamten Grundschulzeit die Schule nicht ein Mal ohne Bauzaun gesehen haben. „Aber die Schüler waren immer sehr tapfer, auch als der Schulhof durch die Bauarbeiten sehr klein wurde.“ Viel Verständnis zeigten auch die Eltern. Dabei hätten sie immer dafür gekämpft, dass ihre Kinder unter den erschwerten Bedingungen nicht allzu sehr leiden. Der naheliegende Spielplatz Deelwisch diente beispielsweise häufig als Ausweichfläche zum Austoben. Und die eigentlich „heilige“ Festwiese durfte während der Bauphase ausnahmsweise auch genutzt werden – als sogenannte „Flüsterwiese“. „Fußballspielen war zwar nicht erlaubt, aber die Schüler waren kreativ und legten ihre Jacken als Picknickdecken aus und setzten sich hier zum Plaudern hin“, erzählt der stellvertretende Schulleiter, Lars Schallreuter.

Auf dem oberen Hof können jetzt die älteren Schüler in Ruhe kicken…

…und auf dem neuen kleineren Feld spielen die Jüngeren.

Dass gerade im Ganztag auch Freiräume zum Ausruhen wichtig sind, wurde bei der Grundsanierung direkt berücksichtigt: So wurde nicht nur der Spielplatz auf dem Schulhof saniert, es entstanden auch neue Sitzecken. An vielen weiteren Orten in der Schule und auf dem Außengelände nahm man die Bauarbeiten zum Anlass für kluge Veränderungen: Die Hügelrutsche wurde durch einen Teppich ergänzt, der verhindert, dass Erde abgetragen wird. Der gleiche Teppich macht die neu entstandenen Fußballfelder sicherer und sorgt dafür, dass sie bei jedem Wetter bespielbar sind. Alte Brunnenringe werden als Beete bepflanzt, die nun auch vor den Schulschafen sicher sind. „Da gab es früher viele Tränen, wenn nach den Ferien von den Pflanzen nichts mehr übrig war“, berichtet Brigitte von Appen. Die Tiere, die laut Veterinärin viel älter als ihre Artgenossen auf dem Deich werden und deutlich zutraulicher sind, zeigten sich als Einzige von den Bauarbeiten absolut unbeeindruckt. kk

Comments are closed.