Im König-Heinrich-Weg krachte ein Baum auf einen parkenden BMW Foto: moe

„Xavier“ sorgte für Chaos

Feuerwehr im Dauereinsatz - auch in Niendorf, Lokstedt und Schnelsen

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Orkanartige Böen, Regen und deutlich sinkende Temperaturen: Sturmtief „Xavier“ fegte vergangenen Donnerstag über Norddeutschland hinweg und brachte Chaos und Verwüstung mit sich. Die traurige Bilanz: Sieben Tote und viele Verletzte.

 

Herumfliegende Äste, Gerüstteile, die umzustürzen drohten, entwurzelte Bäume, die auf Autos, Fußgänger, Straßen oder Häuser krachten: In Hamburg musste die Feuerwehr mehr als 1200 Mal ausrücken. Über 700 Einsätze wurden innerhalb von gerade einmal zwei Stunden, von 13.30 bis 15.30 Uhr verzeichnet, dutzende Notrufe gingen im Sekundentakt in der Rettungsleitstelle ein. Gleich mehrmals lautete die Alarmierung: „Menschenleben in Gefahr“, im Stadtteil Horn starb eine Frau an ihren Verletzungen, nachdem ein Baum auf ihr Auto fiel.

Eine Eiche mit einem Stammdurchmesser von 1,5 Metern fiel Sturm „Xavier“ im Schnelsener Wassermannpark zum Opfer Foto: Heinrich Flügge

Bäume lagen quer

Auch unsere Stadtteile Lokstedt, Niendorf und Schnelsen waren stark von den Auswirkungen des Sturms betroffen. Verletzte gab es zwar nicht, doch auch dort hatte „Xavier“ zahlreiche Bäume entwurzelt und hielt die Rettungskräfte in Atem. So krachte etwa in Niendorf im König-Heinrich-Weg ein Baum auf einen geparkten BMW, in der Straße Paßborghöhe stürzte eine Birke auf ein Einfamilienhaus und auch in den Straßen Hadermannsweg und Hainholz war kein Durchkommen mehr, weil dort ein beziehungsweise gleich drei Bäume quer über die Straße gekippt waren. Besonders hart traf es auch den Wassermannpark in Schnelsen. Dort fiel zwischen Goldmariekenweg und Spielhaus eine alte Eiche mit einem Wurzeldurchmesser von vier Metern dem Sturm zum Opfer. Im Gartenpark Hasenheide wurden innerhalb von zehn Minuten fünf Platanen umgeweht.

In der Paßborghöhe fiel eine Birke in ein Einfamilienhaus Foto: kn

„Das war ein wirklich anstrengender Tag. Die Intensität des Sturms und die daraus resultierende Einsatzlage haben wir so noch nicht erlebt“, bilanzierte Niendorfs Wehrführer Tobias Höppner. Insgesamt rund 50 Einsätze in ganz Hamburg absolvierte seine Wehr  am Donnerstag sowie in der darauffolgenden Nacht und war auch am Freitag noch mit Aufräumarbeiten in Schnelsen und Niendorf beschäftigt. So wurde beispielsweise ein einsturzgefährdeter Baum in der Straße Ohmoor noch in der Nacht, gegen halb drei Uhr, von den Einsatzkräften der Feuerwehr gefällt, beziehungsweise Stück für Stück zersägt. Ein ähnlich hohes Aufkommen verzeichneten auch die Freiwilligen Feuerwehren in Lokstedt und Schnelsen. Dort waren es in der Zeit von Donnerstag bis Sonnabend 46 beziehungsweise 23 unwetterbedingte Einsätze. cs

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