Bild der Zerstörung Die abgebrochenen Stuhllehnen des Mahnmals zum Gedenken an Hamburger Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Foto: kn

Niendorfer sind empört

Gedenkstätte „Tisch mit 12 Stühlen” zerstört

Archiv| Views: 262

Nur noch die Überreste von zwei Stühlen erinnern an das, was einmal hier stand. Zumindest lassen das die abgebrochenen Steine davor vermuten.

Auf einer kleinen Grünfläche am Kurt-Schill-Weg in Niendorf Nord steht das 1987 eingeweihte Mahnmal zum Gedenken an Hamburger Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Nach einem Entwurf des Düsseldorfer Künstlers Thomas Schütte wurden zwölf Stühle und ein ovaler Tisch aus Ziegelsteinen errichtet. Auf elf Rückenlehnen sind Schilder mit den Namen von Nazi-Opfern angebracht. In der Umgebung des Mahnmals wurden 1984 auch elf Straßen mit diesen Namen benannt. Der zwölfte Stuhl ist eine Aufforderung an den Besucher, sich diesem Kreis zuzugesellen und der Toten zu gedenken. Zwei der Stuhllehnen wurden zerstört. Anwohner sind verärgert.
Jürgen Günther (93), Bewohner der Kursana Residenz macht seinem Unmut Luft: „Jugendliche treffen sich hier zu Trinkgelagen, verunreinigen den Platz und nun wird das Denkmal auch noch zerstört und die abgerissenen Steine liegen herum.”
Der Polizei in Niendorf sind die Vorfälle bereits bekannt. „Der erste Stuhl wurde bereits am 2.August beschädigt und jetzt der zweite. Wir halten die Sachbeschädigungen für einmalige Vorfälle” erklärt Ralph Poluda vom Polizeikommissariat 24 in Niendorf. „Wir sind dort regelmäßig im Einsatz, werden aber keine verstärkten Polizeikontrollen durchführen.” Das Bezirksamt Eimsbüttel, Fachamt Management des öffentlichen Raums, verschafft sich zur Zeit ein Bild von der Lage. kn

Comments are closed.