Auf dem Podium Sechs Eimsbütteler Direktkandidaten stellten sich auf Einladung des Bürgervereins in Niendorf vor Foto: cs

Entscheidungshilfe vor der Bundestagswahl

Eimsbütteler Direktkandidaten stellen sich in Niendorf vor

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Wofür stehen die Eimsbütteler Direktkandidaten von SPD, CDU, Grünen, Linken, FDP und AfD? Das sollten Interessierte vergangene Woche beim Kandidaten-Hearing des Bürgervereins Hoheluft-Großlokstedt herausfinden können. Ein sinnvolles Angebot, so kurz vor der Bundestagswahl am 24. September – das allerdings nur von wenigen Bürgern in Anspruch genommen wurde.

 

Nichtsdestoweniger wurde auf dem Podium ordentlich Wahlkampf betrieben. Wie zu erwarten, legten die beiden „alten Hasen“ Rüdiger Kruse und Niels Annen eine souveräne Vorstellung hin. Die Eimsbütteler Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD zeigten sich dahingehend einig, dass die Große Koalition in Berlin eine gute Arbeit geleistet habe, bemühten sich aber gleichzeitig auch, Unterschiede herauszuarbeiten und sich voneinander abzugrenzen. Dies gelang beispielsweise beim Umgang mit der Türkei: Während Kruse den diplomatischen Weg von Angela Merkel lobte, unterstützte Annen die Forderung des sozialdemokratischen Herausforderers Martin Schulz, die EU- Beitrittsverhandlungen mit der Türkei unverzüglich abzubrechen. Aber auch etwa in Sachen Rentenpolitik, wo die CDU ein Renteneintrittsalter von 70 Jahren anstrebt: „Das geht mit uns nicht“, so Annen.

Für frischen Wind sorgte indes die Damenriege auf dem Podium: Anna Gallina (Grüne), Zaklin Nastic (Linke) und Ria Schröder (FDP) hatten keine Mühe, sich neben den erfahrenen Mitbewerbern zu behaupten. Gallina setze vor allem Akzente im Hinblick auf den Klimawandel, den sie als das entscheidende Thema der Zukunft bezeichnete.

Frauenpower

„Wir brauchen die Energiewende und zwar jetzt!“, betonte sie. Nastic präsentierte sich als Frau für Soziales, die sich die Bekämpfung von Armut in allen ihren Facetten auf die Fahnen geschrieben hat. Sie sparte allerdings auch nicht mit Kritik an der aktuellen Bundesregierung – so habe diese etwa weggeschaut, als der türkische Präsident Erdogan die Terrororganisation IS unterstützte und es verpasst, die Schuldigen des viel zitierten Dieselskandals zur Rechenschaft zu ziehen.  Schröder, die sich mit gerade einmal 25 Jahren erstmals für ein Bundestagsmandat bewirbt, gelang es außerdem, sich in ihren Kernthemen Bildung und Digitalisierung als echte Alternative ins Spiel zu bringen – während der Kandidat, dessen Partei das Wort Alternative im Namen trägt, an diesem Abend eher
farblos blieb.

Inhaltsleer

Das lag zum einen daran, dass Eimsbüttels AfD-Mann Dr. Alex- ander Wolf es vorzog, gar nicht zu erscheinen, und stattdessen seinen Wandsbeker Kollegen Dietmar Wagner vorschickte. Und zum anderen daran, dass diesem mehr daran gelegen schien, sich über die ungerechte Behandlung seiner Partei zu beklagen, als echte Inhalte zu liefern. cs

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