Engagiert Anna Gallina war mit der Sea-Eye unterwegs, um Flüchtlinge vor der lybischen Küste zu retten Foto: Erik Marquardt

Flüchtlinge aus Seenot gerettet

Anna Gallina, die Landesvorsitzende der Grünen, berichtet von ihren Erfahrungen am Mittelmeer

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Nicht nur reden, sondern machen: Anna Gallina, Vorsitzende der Hamburger Grünen und Direktkandidatin für den Wahlkreis Eimsbüttel, hat an einer Rettungsmission für Flüchtlinge im Mittelmeer teilgenommen. Im Niendorfer Wochenblatt berichtet sie davon.

 

„Das Foto von dem kleinen Aylan, dessen toter Körper an den Strand gespült wurde, ging um die Welt. Mich hat es tief bewegt: Kein Kind soll mehr auf diese Weise sein Leben verlieren.

Deshalb bin ich mit der Sea-Eye ins Rettungsgebiet vor der Libyschen Küste gefahren. Gleich am ersten Tag bat uns das Maritime Rescue Coordination Center (MRCC) um Hilfe. Wir haben im Tagesverlauf die Menschen auf vier Schlauchbooten mit Rettungswesten und Trinkwasser versorgt. Kleinkinder, Babys, schwangere Frauen und Schwerverletze haben wir an Bord versorgt, bis nach mehr als zehn Stunden ein großes Schiff kam, um die Menschen nach Italien zu bringen.

An diesem einen Tag haben wir 500 Menschen das Leben gerettet. Viele von Ihnen hatten Folterverletzungen. Ihre Boote sind nicht darauf ausgelegt, Europa jemals zu erreichen. Sie ertrinken oder verdursten. Aber ihre Rettung ist nicht von allen gewollt. Mit unhaltbaren Vorwürfen werden die NGOs, die immer in Abstimmung mit den italienischen Behörden handeln, diskreditiert. Das Scheitern von Menschlichkeit, das Scheitern der Europäischen Union in der Flüchtlingspolitik – für mich ist es unerträglich.

Deshalb werde ich weiter politisch für ein Europa streiten, in dem keiner untergeht. Zukunft wird aus Mut gemacht: Wir brauchen eine echte Seenotrettungsmission, die Unterstützung für und von den NGOs und endlich sichere Fluchtwege.“ cs

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