Liebevoll gepflegt werden die Kleingärten im GBV Horst-Niendorf bereits seit 1917 Foto: kn

Schrebergarten-Glück

Kleingartenverein GBV „Horst” feiert Jubiläum in Niendorf

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Der Kleingartenverein „GBV Horst 309 Niendorf” feiert an der Papenreye sein 100-jähriges Bestehen mit einem dreitägigen Festprogramm vom 1. bis 3. September.

Vor 100 Jahren wurde in Niendorf mit dem Schreberverein „Horst” eine der ersten Kleingartenanlagen von Hamburg aus der Taufe gehoben. Eine damals in Not geschmiedete Gemeinschaft, die sich bis heute, trotz Verlustes von einem Drittel der Fläche, erhalten hat.
„Die Anlage umfasst 207 Parzellen“, berichtet Peter Hugo, erster Vorsitzender des Gartenbau-Vereins. Die Nachfrage ist groß, denn immer mehr junge Familien mit Kleinkindern möchten einen Kleingarten pachten.

Auf 1917 datieren die ersten Aufzeichnungen die Jürgen Niemann für das Festprogramm zusammengetragen hat. Die Geschichte des Vereins ist ein Spiegel der Gesellschaft: Kriegs- und Hungerjahre, Industrialisierung – der Garten war und ist stets Oase für gestresste Großstädter.

Gegen den Hunger

Der Kleingarten um 1920: Kistenbretter und Dachpappe waren damals das vorwiegend verwendete Material für die Lauben Foto: GBV Horst

Im Kriegsjahr 1916 pachteten ein paar Gartenfreunde vom Bauer Joachim Sottorf ein Stück Land aus dem zwingenden Grund, den kargen Speisezettel mit Frischgemüse und Kartoffeln aufzubessern. Ein Jahr später – 1917 – wurde daraus nach Erweiterung mit 20 Hektar Ackerland am Promenadenweg der „GBV Horst 309” gegründet.
Kistenbretter und Dachpappe waren damals das vorwiegend verwendete Material, das zum Bau der Lauben diente. So geht es aus den Aufzeichnungen von Familie Lüdemann, eine der Gründerfamilien, hervor. Als Vater Lüdemann vom Krieg zurückkam, zimmerte er daraus eine der ersten Lauben des GBV Horst, die von Jahr zu Jahr vergrößert und erweitert wurde.
Die „Villa Lustig“ war im ganzen Gartengelände bekannt und beliebt. Die Erweiterung des Flughafens in den 60er Jahren forderte ihren Tribut: Der Verein musste an die 100 Parzellen abgeben. Auch das an das Vereinsgelände angrenzende Quellbad nebst der davor sich befindenden Gaststätte „Sternberg“ fielen der Planierraupe zum Opfer. 1976 mussten noch einmal 40 Parzellen einem Industriegebiet in der Papenreye weichen, auch die Vereinslaube. In der gegenwärtigen Form besteht die Anlage des GBV Horst 309 aus einem Hufeisen von Dauergrün, in dessen Mitte sich noch zwei Zeitgärten befinden, die dauerhaft bewohnt werden.

„In den meisten Kleingärten wird mittlerweile von einem Generationswechsel gesprochen”, erklärt Jürgen Niemann. „Die Wartelisten sind lang.” Tatsächlich kommen heute wieder vermehrt junge Familien, um sich einen Erholungsplatz mit Spaten und Gießkanne zu schaffen und den Kindern wird ganz nebenbei die Natur nahe gebracht. kn

FESTPROGRAMM

Freitag, 1. 9., 14.30 Uhr, Empfang mit geladenen Gäste, ab 15 Uhr Präsentation der Vereinsgeschichte „ 100 Jahre Kleingartenverein GBV Horst“

Sonnabend, 2. 9., ab 14 Uhr, Mitgliederfeier mit Kinderprogramm, Kaffee, Kuchen, abends Grillfest mit Musik

Sonntag, 3.9., Frühschoppen nur für Mitglieder und geladene Gäste

weitere Infos: horst.gartenfreunde-hh.de

Kleingarten mit Tradition: Treffpunkt der Familie Lüdemann vor der Laube „Villa Lustig” Foto: GBV Horst

 

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