Zwei Aufzugstürme werden sich in Zukunft hinter dem Eingang der Haltestelle Hagendeel befinden Grafik: Hamburger Hochbahn

Probleme auf der U2-Baustelle

Bauarbeiten am Hagendeel ziehen sich hin

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Der barrierefreie Ausbau des U-Bahnhofs Hagendeel wird nicht wie geplant zum Herbst 2017 fertig. Das teilte die Hamburger Hochbahn dem Wochenblatt mit.

Zuversichtlich, alles in den Griff zu bekommen, sind Hochbahn-Projektleiter Frank Scheffler und Pressereferentin Saskia Huhsfeldt Foto: bk

Bei einer Baustellenbegehung erläuterte Hochbahn-Projektleiter Frank Scheffler die unerwarteten Probleme. Während in der einen Baugrube alles nach Plan läuft, kam es in Baugrube II zu einer Leckage. „Ausgerechnet an einem Wochenende“, berichtete Scheffler, „und das Leck führte zu Erdbewegungen in die Baugrube hinein.“
Um das Problem in den Griff zu bekommen, wurde die Baugrube nun zunächt in Höhe des Grundwasserspiegels geflutet. Und genau dieses Grundwasser macht den Ausbau der Station so problematisch: der gesamte Tunnel liegt ca. einen Meter unter dem Grundwasserspiegel. Der Übergang zwischen Grube und Tunnel wird durch einen Kragen aus vereistem Boden abgedichtet. Die Vereisungsschürze liegt unterhalb des Tunnels, und zwei Eismaschinen sorgen rund um die Uhr für Temperaturen bis minus 34 Grad.

Allerdings hebt sich der Tunnel geringfügig, so dass zwischen den einzelnen Segmenten ein minimaler Höhenunterschied von bis zu sieben Millimetern entsteht. Beim Befahren des Tunnels ist davon nichts zu bemerken, aber es findet eine ständige elektronische Datenüberwachung statt, um zu verhindern, dass die Tunnelabdichtung reißt und das Wasser hineinsickert.

Die intakte Grube von oben gesehen: Die Bauarbeiter stehen auf der Eisschicht. Hinter der schwarzen Wand befindet sich der U-Bahntunnel, links der Aufzugsschacht eins Foto: bk

Die Station Hagendeel in Lokstedt wurde in den 80er Jahren ohne Aufzüge oder Rolltreppen gebaut. Das rächt sich jetzt. Frank Scheffler: „Im Bestand bauen kann zu vielen unliebsamen Überraschungen führen.“ Und nun werden sich die Bauarbeiten bis ins Jahr 2018 hinein erstrecken. Die gute Nachricht dabei: eine nochmalige Sperrung der Station, wie diesen März, wird nicht erforderlich sein.

Die Station Hagendeel liegt gegenüber der Schule Hinter der Lieth und wird täglich von rund 3500 Fahrgästen genutzt; Eröffnung war im Juni 1985. Im Sommer vorigen Jahres wurde mit dem Umbau begonnen, für den Kosten von 3,7 Millionen Euro veranschlagt sind. Zum Projekt „Barrierefreier Ausbau“ gehören hier zwei Aufzüge, höhere Bahnsteige und für sehbehinderte Fahrgäste ein Leitsystem. Gebaut wird zurzeit auch in Niendorf an der Station Joachim-Mähl-Straße.      bk

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