Fast fertiggestellt Das Betriebsgebäude beherbergt die gesamte Technik des Lärmschutzdeckels Foto: cs

Das Herz des Lärmschutzdeckels

Neben der Schnelsener Behelfsbrücke Heidlohstraße wird das Betriebsgebäude fertiggestellt

Archiv| Views: 456

Grau und unscheinbar – halb hinter einer Betonmauer verborgen ist es von der Autobahn aus kaum zu sehen: das Betriebsgebäude des neuen A7-Lärmschutzdeckels, der aktuell in Schnelsen entsteht. Darin befindet sich quasi das Herzstück des Tunnels: die gesamte Technik.

 

Aktuell laufen die letzten Anschlussarbeiten an dem Betriebsgebäude, das sich direkt neben der Behelfsbrücke Heidlohstraße befindet. Wenn es fertig ist, soll von dort aus der gesamte Lärmschutzdeckel inklusive eines Havariebeckens  mit Strom versorgt werden. Doch damit nicht genug: „Auch die Steuerung ist im Betriebsgebäude angesiedelt“ verrät Florian Zettel, Sprecher der verantwortlichen Projektgesellschaft Via Solutions Nord. Die Steuerung werde jedoch nicht vor Ort, sondern über die Tunnelbetriebszentrale des Elbtunnels bedient. Und das ist vermutlich auch besser so. Denn das Betriebsgebäude in Schnelsen hat kein einziges Fenster und wirkt auch ansonsten nicht besonders einladend. Zettel: „Es gibt zwar einen Raum mit einem Arbeitsplatz, der ist aber nur für den Notfall und nicht für eine dauerhafte Beschäftigung vorgesehen.“

Apropos Notfall: Auch die 300 Kilovoltampere-Notstromanlage, die  den Autobahntunnel komplett mit Strom versorgen kann, wenn die reguläre Versorgung abbricht, wird über das kleine Betriebsgebäude gesteuert. „Sie kann das System zwischen 30 Minuten und drei Stunden komplett versorgen“, so Zettel.

Auch über den Brandschutz unter dem neuen Lärmschutzdeckel wurde in der Vergangenheit viel diskutiert. Dieser sieht laut Zettel nun folgendermaßen aus: In jeder der beiden 550 Meter langen Tunnelröhren werden jeweils sieben Hydranten installiert, die mit Hilfe einer sogenannten Druckerhöhungsanlage bis zu 1200 Liter Wasser pro Minute leisten können. In zwei Zisternen, die sich unmittelbar neben dem neuen Betriebsgebäude befinden, werden rund 100 Kubikmeter, dies entspricht 100 000 Liter, Lösch-
wasser permanent vorgehalten. „Somit kann die Feuerwehr mindestens 100 Minuten mit Hilfe dieser Anlage löschen“, berichtet Zettel. In dem Havariebecken am Meddenwarf werden im Störfall Löschwasser, Öl, Benzin und andere Stoffe aufgefangen, damit sie nicht ins Grundwasser versickern. Im Anschluss wird das Wasser gereinigt und kann wieder zum Löschen vorrätig gehalten werden.  cs

Comments are closed.